Neu in Hamburg?

Neu in Hamburg? Dieser Artikel liegt seit Ewigkeiten als Entwurf im Blog, wird Zeit, dass der mal raus darf.

Du bist soeben von irgendwo neu nach Hamburg gezogen? Gratuliere. Willkommen. Hier sind einige Tipps, die gerne gelesen und immer wieder gesucht werden. Vielleicht hilft das ja, in den ersten aufregenden Tagen und Wochen.

Mobil sein, Hamburg ist diesbezüglich ganz modern

1. Eine HVV-Abokarte für Großbereich-Hamburg kaufen. Kostet 77 EURO im Monat. Kann jederzeit pausiert/gekündigt/geändert werden und erspart Krämpfe im Hirn durch das völlig unlogische Tarifsystem des HVV (siehe Hamburg, bekloppte Tarif-Perle). Da du in den ersten Wochen sowieso ständig unterwegs bist, ist das mit die sinnvollste Investition überhaupt. Man braucht ein Passbild für die Abo-Karte. Von den dreihundert verschiedenen Abo-Tarifen benötigen die meisten Menschen wohl den für 77 Euro – hier klicken und online bestellen.
(Unheimlich: während ich den letzten Satz schrieb, gab es in der  UBahn eine Fahrkartenkontrolle)

1a. Sehr beliebt und für Gelegenheitsfahrer unfassbar praktisch ist das HandyTicket des HVV. Damit muss man niemals die bekloppte Tarifstruktur des HVV verstehen, sondern nur am Handy rumdaddeln. Funktioniert, solange man nicht O2 Kunde ist, deren Netz ist in Hamburg nur mittelgut. Lieber ins Congstar Netz wechseln.

2. Man kann in Hamburg sehr günstig Fahrräder bei der Versteigerung des Fundbüros kaufen. Versteigerungstermine 2012 im Überblick. Wobei Fahrradfahren in Hamburg nerven kann. Hamburg ist eine Autostadt.

3. Melde dich bei Car2Go an und erkunde die Stadt. Kostet relativ wenig und funktioniert sensationell gut. Car2Go ist der heiße Scheiß, wie man so schön sagt.

3a. StadtRAD Hamburg ist eine feine Sache. Die Räder von Stadtrad kann man 30 Minuten lang kostenlos nutzen und es gibt tatsächlich sehr viele Stationen in der Stadt. Sehr nützlich.

4. In Hamburg wird oft, viel und bei jedem Quatsch sofort gehupt. Nicht erschrecken, das ist anders als in anderen Städten. Selbst rote Ampeln werden von gehetzten Businesskaspern gerne mal angehupt, Man(n) hat es schliesslich eilig. Dieses Phänomen wird durch die zahlreichen SUVs verstärkt.

5. Es gibt in vielen Stadtteilen so gut wie keine Parkplätze und wenn du einen findest, musst du alle paar Tage nachsehen, ob nicht ein Umzug-Parkverbot aus dem Nichts aufgetaucht ist. In Hamburg wird wegen Umzug sehr viel abgeschleppt und das kostet. Es ist die Pest.

Behörde – Amt

1. Ummelden kann man sich in Hamburg in jedem Kundenzentrum. Es gibt solche und solche. Das Amt an der Steinstraße z.B. liegt sehr zentral und ist gut erreichbar, aber unfassbar überlaufen. Nimm lieber ein anderes. Direkt an der UBahn Barmbek ist eins, oder Nähe Grindelhochhäuser, da ist es nicht voll, spart Zeit und Nerven. Wenn ihr das verbaselt, immer sagen, dass ihr eben erst eingezogen seid, da es bei nicht ummelden innerhalb sieben Tagen Mecker gibt. Alle Ämter nach dem Klick.

Standards

1. Ikea Moorfleet ist deutlich besser zu erreichen als Ikea in Schnelsen. Gilt für Auto wie für HVV. Mit der Bahn kommt man innerhalb von 15 Minuten zu Ikea Moorfleet, auch wenn das auf der Karte aussieht, als ob der in einem anderen Bundesland liegt.

2. Kaufe dir den Neustädter und irgendwelche Ratgeber oder Reiseführer für Hamburg. Du wirst schnell merken, dass überall sehr ähnliche Empfehlungen stehen. Tja. Hamburg ist eben doch klein und übersichtlich. Klapper die üblichen Empfehlungen ab. Das macht viel Spass. Mache das unbedingt am Anfang, denn später, im Alltag, wirst du nie nie nie wieder auf den Michel steigen oder die Bunthäuser Spitze aufsuchen.

3. Meide Musicals. Da gibt es unfassbar anstrengendes Publikum.

4. Eine Packstation hilft, wenn du noch keine Nachbarn kennst, die deine Post annehmen können.

5. Es gibt einige aussergewöhnlich gute Flohmärkte in Hamburg. Hier profitiert man vom Umstand, dass der Hanseat an sich diskret und unauffällig ist und sich nur ungerne die Blöße gibt und ’schlechte‘ Ware verkauft. Im Gegensatz zu Berlin gibt es in HH nur wenig Ramsch. Hamburg ist reich und für neue Ware muss regelmässig Platz geschaffen werden, daher erwähne ich das hier ausführlicher.
Die Flohmärkte in der ‚Innenstadt‘ sind nett, aber überbewertet. Andere, wie der am Else-Rauch Platz oder die Flohmärkte am Stadtrand sind erheblich besser. Generell sind Flohmärkte am Stadtrand/Speckgürtel wahrscheinlich in jeder Stadt der Welt besser.

Eine Auswahl an Flohmärkten: Kultur-Flohmarkt rund um das Museum der Arbeit, Eimsbüttler Anwohnerflohmarkt auf dem Else-Rauch-Platz, einmal im Jahr der ultra-geheimtipp, weil unfassbar gute Flohmarkt Bunte-Meile in Bergstedt (schlimme Webseite, Vorsicht), im Goldbekhaus in Winterhude verkaufen die reichen Winterhuder-Muddis Marken-Kinderklamotten für unfassbar wenig Geld, ein Klassiker ist der Antik- und Flohmarkt „Flohschanze“, zur altonale gibt es einen guten Flohmarkt und der Antik- und Flohmarkt Lehmweg ist auch sehr nett.

Lohnenswert

1. Wenn du den Umzug, den Behördenkram und die anderen Alarme am Anfang überstanden hast, fahr‘ ans Meer. Die Elbe und der Elbstrand sind soweit ganz nett, aber doch überbewertet und bei schönem Wetter völlig überlaufen. Fahr lieber an die Ostsee, Nordsee oder gleich nach Sylt/Helgoland. Ist alles nicht soo weit weg und der Hanseat an sich fährt gerne und viel ans Meer.
Da ist es schön, denn da ist eben das Meer.Photo by HH-Michael Photo by MoWePhoto.de

8 comments

  1. Knitterfee says:

    *in Hamburg nennt man SUVs auch gerne „Pöseldorfer Smart“ ;)
    Ansonsten: Ich stimme Dir in allem zu, wobei es für den Anfang vielleicht auch eine normale HVV-Monatskarte tut, auch wenn man dafür dann am nächsten Monatsanfang erstmal anstehen muss.

  2. Rassambla says:

    Super Beitrag – auch, wenn ich nun schon vor 1,5 Jahren nach Hamburg gezogen bin. Unfassbarerweise habe ich schon viele deiner Tipps von selbst berücksichtigt ;-)

    Wobei ich dir bei 2. widersprechen muss. Hamburg ist super geil zum Fahrrad fahren. Da kenne ich wesentlich schlimmere Städte…

  3. David says:

    Tipp: den Neustädter bekommt man in HH beim Ummelden kostenlos direkt in die Hand gedrückt.

    Zum Nahverkehr möchte ich noch die Handyticket-App empfehlen, mit der man mit einem Klick ein Bus/Bahnticket kaufen kann.

    Und das StadtRAD Hamburg-netz ist großartig, man kommt mit den Rädern überall hin und muss eigentlich nie zahlen (die ersten 30 Minuten sind immer kostenlos). Stationen gibt es mittlerweile fast an jeder Kreuzung, nicht nur in der Innenstadt.

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