Dieser Beitrag wird persönlicher als sonst und hat steile Thesen am Ende.
Mittelmäßig geschlafen, im Hotelzimmer rauschte permanent der Lüfter im Bad. Warum?
Dank schlechtem Schlaf im morgendlichen Senktschwindel zum Frühstück gewankt. Das Frühstück war für die Preisklasse ganz gut. Ei. Käse. Müsli. Diverse Tees. Etwas unidentifiable im Topf, sah arg öko aus (Buchweizengrütze oder so, aber so viel?). Im Raum etliche Leute mit re:publica Bändchen, fand ich gut. Ich freue mich wirklich sehr über den anhaltenden Erfolg der re:publica.
Nach vier Tassen Kaffee ging’s wieder, ich fühlte wieder etwas. Angesichts der diversen Handwerker im Raum gedacht, als Handwerker wäre es auch ganz ok. Bringst du Mettbrötchen mit und bist der King, die wenigen emails schaffe ich sogar im Schlaf und alles ist gefühlt deutlich einfacher und ich muss nicht jede einzelne Mail auf interkulturelle Konflikte, Tone of Voice und diverse weitere Parameter von der KI anpassen, bzw. prüfen lassen. Das ist ein großes Thema bei mir, aber naja.

Auf dem sehr kurzen Weg zur Station Berlin gewundert, warum die Leute bei prallem Sonnenschein und bestem Wetter mit Mütze und Schal unterwegs sind.
Zum ersten Mal gesehen, wie das Ordnungsamt einen Roller im Park Gleisdreieck aufschreibt. Hat wohl falsch geparkt. Sah schon lustig aus, als die mit drei Mann und einer Frau um den einen Roller standen. Naja.

Dann gab es eine überraschende lange Schlange am Einlass und obwohl in Berlin angeblich nix klappt, die Schlange ging schnell vorwärts.
Erster Rundgang durch die Hallen. Kaffee gekauft. Es gab auch obskure Getränke, die ich hoffentlich niemals trinken werde.

Studenten an Arcades angesprochen, die ein LLM Token Spiel gebastelt haben. Da döngelst du mit einem echten Competition Pro Joystick, die sehr Alten erinnern sich noch daran, die einzelnen Tokens der LLM aneinander. Ich mag solche Sachen. Das ganze Modell passt auf einen PC und 40 GB RAM reichen dafür. Verspielt irgendwas total kompliziertes erklären. Von sehr motivierten Studenten, die hatten richtig Bock auch wenn ich am Ende nur maximal ein Drittel verstanden habe.

Die Eröffnungssession war kurz und toll, dieses Jahr wurde zum ersten Mal gleich am Anfang gesungen, selbstverständlich Never Gonna Give you up.

Geschafft, nicht nur nerdig schweigend rumzusitzen sondern sehr nett unterhalten und viel über Berlin und Schulen in Berlin gelernt.
Kurz drauf ging es los mit Sessions.
Opening Keynote: How Silicon Valley is Reshaping the World – via AI
Karen Hao, Journalist and Author. Puh. Das war schonmal ein echte Downer gleich am Anfang.

Soweit ich das verstanden habe, findet sie spezialisierte LLM Modelle gut, aber die großen sind abzulehnen, weil erheblich zu viele Ressourcen verbraucht werden und es zahlreiche weitere Schäden an der Menschheit gibt. Es war ein umfassender Rundumschlag gegen die Empires der KI Welt.
Auf dem Weg zur nächsten Session an sehr vielen Schülern vorbei gekommen, die alle, wirklich alle Brawlstars spielten. Das ist schon faszinierend. Nix Social Media oder so, die daddeln, weil Ausflug mit der Klasse zur tincon und dank des stabilen Netzes wird hier besonders gut gezockt.
Verbinden statt spalten
Gilda Sahebi, Journalistin & Ärztin & Autorin

Stage 3 ist eine Kopfhörer Bühne. Die zugehörige App und die Kopfhörer funktionieren hervorragend, es klingt, als ob sie direkt neben mir sitzt und ihre Geschichte erzählt. Allerdings haben die AirPods doch Aussetzer. Wie immer ärgere ich mich, dass ich die kabeldinger zu Hause gelassen habe. Mit Kabel ist es halt immer besser, wenn etwas stimmt dann das.
Die Session war voll von Mutmachenden Sätzen. Purer Balsam nach der vorherigen Session. Ich bin jetzt Fan. Kennt ihr das wenn ihr euch in eine Stimme verlieben könnt?
Auch das noch? Die Zukunft scheint immer düsterer: Wir erzählen, welche Ideen, Innovationen und Science Fiction uns gegen die Weltuntergangsstimmung geholfen haben.
Petra Pinzler und Stefan Schmitt von der Zeit.

Eine Art Gespräch über diverse Zukunftsthemen. Mit Abstimmungen und mini Meditation, wie wir uns in zehn Jahren- und wie wir uns das Land in zehn Jahren vorstellen. Das war ganz nett.
Upgrade fürs Gehirn? Psychotechnologie zwischen Selbstbestimmung und mentaler Freiheit
Surjo R. Soekadar, Chief Innovation Officer, Charité.

Das war eine sensationelle Session. Ich hatte keine Ahnung, dass es das alles schon gibt.
Menschen, die Chips im Kopf haben und damit Sachen machen können. Einer der Patienten konnte wieder etwas machen und er hat die ganze Zeit Videospiel gespielt. Vorher konnte er wohl nahezu nichts, dann Mario Kart spielen und er hat nichts anderes mehr gemacht.
Er sprach von geplanten, demnächst dann 20.000 Implantate pro Jahr. Industrieller Maßstab. Roboter implantieren den Chips, der Mensch macht nur noch den Kopf auf, bzw ein Loch.
Das war alles mindblowing. Was für krasse Sachen gibt es denn bitte? Ich hatte absolut keine Ahnung, wie krass das alles bereits ist.
Faszinierend , dass Leute wieder Dinge können, die aufgrund unterschiedlichster Gründe vorher nicht möglich waren.
Querschnittsgelähmte Menschen die wieder laufen können Dank eines Chips, überleg mal, wie krass Science-Fiction das ist.
Bei Parkinson Patienten verschwindet der Tremor, dieses Wackeln der Hand, auch ein absoluter Knaller.
Neues Wort gelernt. Eigentlich war der ganze Vortrag voll davon, habe mir „Default mode network“ gemerkt, der Zustand des Gehuens wenn man nix macht und nur sitzt. Grüße gehen raus an Loriot und den Sketch mit dem Mann der nur sitzt und seine Frau als etwas von ihm will.
Nochmal. Krasse Session.
Neurourbanistik – wie Städte auf unsere Psyche wirken
Mazda Adli, Leiter des Forschungsbereichs Affektive Störungen.

Eine unterhaltsame Session. Städte können Menschen depressiv oder schizophren machen.
Stadtleben hinterlässt Spuren im Gehirn. Spoiler, das kann wahrscheinlich jeder im Saal absolut bestätigen.
Grün hilft. Mehr Grün, mehr Bäume sind das Ding für die Stadt, hilft gegen irre viele Sachen.
Die habe eine App entwickelt, die eine Art Stresswetter-, bzw Landkarte gebaut. Überraschung, in Berlin Mitte haben die Leute am meisten Stress.
Naja.
Danach Mittag im Son Kitchen Deli, zwischendurch etwas im Hotel holen.
Satt zurück zur Konferenz und mit frischem Kaffee eine Stunde lang in der Business-Kasper Ecke, hinten auf dem Hof gestanden. Das war faszinierend, sich das Call-Verhalten der anderen anzuschauen. Einer läuft Kreise. Eine lief ein Viereck, die andere schwanke links rechts, der neben ihr schwanke vor- und zurück. Einer lag, einer spazierte immer wieder in den abgesperrten Bereich, wartete bis der Wärter von der anderen Seite loslief um dann aus dem Bereich raus zu gehen, haben die beiden gleich mehrmals gemacht. Ich stand und habe kleine Türmchen aus Steinen gebaut. Was man halt so macht beim call.
Deepfake Futures – Was tun, wenn nichts mehr echt ist?
Josephine B. Schmitt, Wissenschaftliche Koordinatorin & Forscherin.

Das war eine der Sessions, nach der ich mich echt schäme, ein Mann zu sein. Die Welt ist so kaputt.
Insgesamt alles sehr dystopisch. Kurze Session. Aber schnell und viel erzählt.
Jung, blond, rechts… & KI-generiert: Wie AI-Content das politische Vorfeld der extremen Rechten prägt
Katharina Nocun.

„Wir haben uns hier versammelt, um in einen Abgrund zu schauen. „
Damit beginnt der Talk. Und es geht Schlag auf Schlag. Danach hatte ich keine Fragen mehr. Verschwörungstheorien, Drachen, Stargate Portal, Aliens, es war alles unfassbar.

Alles AI content, tolle Videos, viele Views, alles verrückt.
Wir sind verloren.
Mythos Blogosphäre – Wie war es damals wirklich?

Es war toll.
Viele alte Wörter gehört.
Feedreader. RSS. Lifejournal. Kubrik Design. Blogosphäre. Riesenmaschine. Blog mich. Bloggertreffen. Adical. Antville. Twitnight. Cem Basman. Vogel fliegt Fisch schwimmt Ich blogge. Block-Stöckchen. Blogrolle. Kommentare. DonAlphonso. BarCamps. Punk. Jazz. Liebe zum Text. Monetarisierung. Persönliche Texte.
Heute bloggt niemand mehr. YouTube, TikTok und Reels sind so dermaßen viel einfacher. Das machen die Leute heutzutage, haben ganz andere Reichweiten und können sich dadurch auch gar nicht mehr treffen, mit 10.000 Fans geht das halt nicht mehr, das war damals völlig anders. BarCamps, Twittnight, Bloggertreffen und co, da waren nicht so viele Leute, es gab zwar Reichweite, aber nicht so krass viele wie ein durchschnittlicher Influencer hat.
Für mehr Feedreader im Leben.
Heart Chor: Never gonna give you up!

Das war wundervoll.
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🎵🎶🎵🎶🎵 HATSCHI
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„Remember to share the joy.“ nehme ich mit. Das hat mich alles sehr berührt. Ein toller Chor.
Anschließend mit Zuhause telefoniert und ins Bett. Kurz The Batman geschaut und dann weiß ich auch nicht mehr.
Was von Tag 1 hängen bleibt
Steile Thesen, ich weiß, aber wartet mal ab, was die nächsten Jahre bringen.
Reisen wird wichtiger als je zuvor. Ich kann nichts und niemandem mehr online vertrauen, die KI fälscht alles viel zu gut, auch Videocalls. Bewerbungen per Video, wichtige Termine per Video werden aussterben. Es zählt demnächst ausschließlich das Meeting in Person.
„Qualitätsjournalismus“ muss und wird hoffentlich den Sprung schaffen und wieder mehr genutzt werden. ARD und co werden Quelle meines und anderer Leute Vertrauens sein. Alles, was ich auf Social Media sehe, ist erstmal Fake und gelogen, einzig den „richtigen“ Quellen trauen die Leute noch.
Geschriebene Arbeiten, Klausuren und Tests in Schule und Uni werden sehr bald verschwinden. Die Institutionen schaffen es nicht, konsequent gegen Betrüger vorzugehen, wenn eine Brille mit Kamera bereits reicht.
AI generated Wasserzeichen in Videos sind totaler Quatsch. Versteht niemand. Beachtet niemand. Funktioniert nicht. Selbst bei den allerbeklopptesten Videos glauben die Leute das blind.
Influencer Marketing wird aussterben oder sich zumindest massiv verändern. Wer in Zukunft die Reichweiten bekommt, bleibt abzuwarten. Wenn die AI Accounts Social Media bestimmen werden, wird Werbung irgendwie anders.

