Der wilde Osten von Hamburg

Ich wohne im Osten von Hamburg. Seit einem knappen Jahr in in Wandsbek-Gartenstadt, Ende Juli ziehe ich wieder zurück nach Meiendorf.

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Foto: die Wandse – /hfbk_’1 von Jitter Buffer

Seit Jahren wundere ich mich, warum viele Hanseaten mit der Hälfte ihrer Stadt nichts anfangen können. Hälfte der Stadt bedeutet hier: östlich, nordöstlich der Alster. Rahlstedt, Wandsbek, Barmbek, die Walddörfer, etc sind für 99% der Menschen, die ich im Bekanntenkreis habe, ein weißer Fleck auf der Karte.

Nach den vielen Jahren in Berlin wundere ich mich nicht mehr über alberne Vorurteile über die jeweils andere Stadthälfte. Der Berliner an sich hat zwar die Teilung der Stadt überwunden, kommt aber bekanntlich seit jeher nicht aus seinem Kiez raus. Aber das ist in der Sache grundsätzlich ein anderes Phänomen.

Während meiner Nachmietersuche fiel mir die ‚Hamburgische Angst‘ vor der eigenen Stadt wieder besonders auf. Ich suchte einen Nachmieter für eine bezahlbare, brauchbare und gute 2,5 Zimmerwohnung. Der Artikel wurde drölf Millionen mal auf Facebook geteilt, ein paar tausend Menschen haben das gelesen aber, oh Wunder, das Interesse war minimal.

Die hippen Schlaumeier in den teuren Altbauwohnung in teuren Stadtteilen unter euch denken jetzt „na klar, ist ja auch Wandsbek-Gartenstadt, wer will da schon hin“.

Genau das ist der Punkt. Genau das verstehe ich nicht, ich bin hier mit meiner Weisheit am Ende.

In Berlin sind selbst Neuköln und Wedding wieder gefragt. Irgendwann vielleicht auch mal Marzahn, Tegel, Reinickendorf oder Lichtenberg? Wer weiß das schon.

Aber warum kommen die Hamburger nicht aus ihrem AltonaEppendorfEimsbüttel heraus? Warum bewegen sie sich in ihrem relativ großen Stadtgebiet nur innerhalb eines sehr, wirklich sehr überschaubaren Gebiet und blenden die halbe Stadt kategorisch aus? Es geht mir nicht um den Teil südlich der Elbe, das ist ein anderes Thema, es geht nur um den Osten von Hamburg. Nur drei, vier, sechs Ubahn-Stationen vom Hauptbahnhof entfernt. Ein Witz von einer Entfernung.

Der der Legende nach ‚weltoffene‘ und ‚tolerante‘ Hanseat ist meiner Meinung nach eben nicht weltoffen und tolerant, sondern praktiziert im Alltag eine Trennung, wie man sie aus schlimmsten Ost-West Zeiten aus Berlin kennt.

Dabei ist Wandsbek und selbst Rahlstedt soweit ganz ok. Es gibt Straßen, man wird nicht sofort erschossen, die Wohnungen sind etwas preiswerter und im gegensatz zu Eimsbüttel gibt es überall Parks und sogar etliche Strand- und Seebäder.
Alles super dort. Gute HVV-Anbindung, ich finde immer einen Parkplatz und am Wochenende kann ich mal eben an die Ostsee fahren.

Ich verstehe es nicht. Erklärt es mir.

32 comments

  1. Matze says:

    Das verstehe ich auch nicht, allerdings ist mir dieses Phänomen auch noch nicht begegnet.
    Ich habe schon in Wandsbek, Tonndorf, Lurup und Eidelstedt gewohnt und würde jederzeit wieder nach Wandsbek/Rahlstedt etc. ziehen (deine 2,5 Zimmer sind mir allerdings zu klein)

    Allerdings würde ich nicht so ohne weiteres nach Eppendorf o.ä. ziehen, ich finde Altbauten einfach grausig.

  2. Hendrik says:

    Ich habe in Hamburg auch schon viele Leute kennen gelernt, die auf den Osten schwören und dem Westen nichts abgewinnen können (so wie Matze es andeutet).

    Aber was du schreibst, stimmt schon. Hamburger definieren sich wie keine anderen Großstädter, die ich bisher kennen gelernt habe, massiv über ihre Zugehörigkeit. Pauli oder HSV? Kiez oder Schanze? MoPo oder Abendblatt? Östlich oder westlich der Alster? Nördlich oder südlich der Elbe?

    Ich glaube, der Hamburger misst sich einfach gerne mit anderen.

  3. Andre says:

    Aaaaaalso… keine Ahnung!
    Ich verstehe es auch nicht. Bin vor drei Jahren von Ottensen nach Dulsberg umgesiedelt. Das waren merkwürdige Blicke meiner Freunde und Bekannten. In den Osten? „Da wird doch jeden Tag jemand umgebracht.“

    Mir ging es damals jedoch um die Miete bei gleichbleibender Anbindung an die City. In die Innenstadt (zum Shoppen) fahre ich jedoch kaum mehr, sondern freu mich über das Quarree um die Ecke oder die Hamburger Meile.

    Dulsberg ist sicher ein kleiner Problemstadtteil mit hoher Arbeitslosigkeit und einem vergleichsweise hohen Ausländeranteil. Aber mir ist noch nie was passiert und ich freue mich über das Grün vor der Tür… bei guter Anbindung und billigen Mieten.

    Ergo: Ich kann es dir auch nicht erklären, habe es aber aufgegeben es zu verstehen. Zum Glück gibt es genügend Zugezogene, die nicht solche Vorurteile haben und die Vorteile des Hamburger Ostens zu schätzen wissen.

  4. noidea says:

    Liegt eventuell daran, dass man westlich der Alster einfach näher an der Schanze ist und gefühlt die Kneipen-/Bardichte in diesen Stadtteilen einfach größer ist als im Osten.
    Ich selber wohne in Dulsberg und möchte da eigentlich kaum noch weg. Die Verkehrsanbindung (S-Bahn 800m, U-Bahn 300m, Buslinien 50m) ist einfach phänomenal gut. Ich bin in 15 Min in der Innenstadt aber auch in ner guten halben Stunde in Norderstedt oder in Poppenbüttel. Da kann man eigentlich kaum meckern.
    Die Parkplatzsitutation ist zwar auch nicht immer einfach aber schon deutlich besser als in Eimsbüttel oder Eppendorf.
    Ums kurz zu machen: I ♥ Hamburgs Osten

  5. Der Artikel hat sich gelohnt, jetzt kenne ich das Duhlsbergblog von @Andre. Super. Danke für die Kommentare. Freut mich, dass ich nicht der einzige bin, der das nicht versteht.

  6. Mein Tipp: Du kennst die falschen Leute ;)
    Im Ernst: In Hamburg zieht man nun mal nicht über die Alster oder die Elbe. Ich würde auch nie rüber ziehen (nur einmal, in Duvenstedt, da war das formal auf der falschen Seite, aber gefühlt auf der richtigen). Den Westen finde ich grauenhaft, da wird man doch nur erschossen, da könnte ich doch gleich nach Berlin ziehen, wenn ich es arm aber nicht sexy will, pfffft.

    Aber ich bin auch im Osten aufgewachsen, maximal bis nach Winterhude/Uhlenhorst habe ich es gebracht, immer noch auf der richtigen Alsterseite immerhin.

    Als ich in Duvenstedt wohnte, hatte ich mehr Restaurants und Kneipen in Fußentfernung als die Kollegin, die in Eimsbüttel lebte. Ha!

  7. talinee says:

    Ich habe fast 3 Jahre in Wandsbek (an der Grenze zu Tonndorf) gewohnt. Ich bin nachts bis zur Haustür verfolgt worden und wurde wöchentlich, zeitweise beinahe täglich belästigt. Ich hasste den abendlichen Heimweg. Ich würde nie wieder dort hin ziehen und rate Freundinnen, die nach Hamburg ziehen wollen, auch von der Gegend ab. Unangenehmer war es für mich nur noch in Horn, wo ich einige Monate übergangsweise gewohnt habe.
    Das gilt wohl nicht für den kompletten Hamburger Osten. Barmbek beispielsweise würde ich schon in Betracht ziehen und tat dies bei meiner letzten Wohnungssuche auch (hab dort aber schlicht weg nichts bekommen).

    Ich finds OK jetzt in Hoheluft mehr zu bezahlen und mich dafür rundum wohler in der Gegend zu fühlen. Klar – passieren kann einem wirklich überall was, die „bessere“ Gegend ist ganz bestimmt kein Garant für Unversehrtheit. Aber wenn ich nicht mehr täglich Angst habe ist das viel wert für mein allgemeines Lebensgefühl.

  8. Sabine says:

    Ich hab lange in Wandsbek gelebt und ich würde dort nie wieder hin zurückziehen, dann lieber in ein Hochhausghetto. In Wandsbek und Dulsberg wohnen nur doofe oder alte Leute, es gibt keine guten Läden zum Einkaufen, es gibt keine vernünftigen Kneipen, keine Clubs etc. Immer muß man dafür irgendwo hin fahren. Und was das schlimmst dort ist: alle sind spießig, man glotzt den Leuten nach, die ein bisschen anders sind, anders aussehen. Das ist alles fürchterlich intolerant und irgendwie unangenehm deutsch da. Gruselig.

  9. Es ist mir eigentlich egal da ich mir zum Glück in Berlin den Arsch abgefeiert habe, aber Clubs und Kneipen sind nicht nur in Wandsbek ein Problem, das gilt im Prinzip für ganz Hamburg.
    Klassische Kneipen gibt es in Wandsbek, allerdings sind die teilweise sehr, äh, rustikal. Wie Kneipen eben sind.

  10. nedfuller says:

    Gott schuf in seinem Zorn Billstedt und Horn.
    Bergedorf anyone? Das ist dann Weißer Riese weißer Fleck!

    Ich bin aber froh drüber, sollen doch alle Hipster bleiben wo sie sind, in Barmbek ist es eh viel schöner und ich habe meine Ruhe!

  11. Auf die Kommentare zu diesem Artikel habe ich mich am Meisten gefreut!

    Wir wohnen mittlerweile ganz gerne in Meiendorf. Alles, was wir brauchen, haben wir vor der Haustür. Vor allem Platz und Natur. Mit Kindern würde ich nicht woanders wohnen wollen.

    Als Berlinerin finde ich diese Diskussion ja irgendwie putzig ;-)

  12. Wir sind Nachbarn. Allein dadurch gewinnt Meiendorf. Was soll der Rest von Hamburg dagegen machen?

    Meiendorf ist super. Anders als in der Schanze gibt es hier Holz als Bäume und nicht als Bierzeltgarnituren.

  13. Stefan says:

    Ist ja alles ganz interessant, aber warum ist alles südlich der Elbe „ein anderes Thema“ — Du thematisierst doch gerade das kategorische Ausblenden bestimmter Stadtregionen?

    Ich habe jahrelang phasenweise im Hamburger Hafen gearbeitet und daher, weil ich mir nicht 2x jeden Tag den Elbtunnel oder die Brücken antun wollte, immer südlich der Elbe gewohnt — zuletzt in Cranz und Finkenwerder. Das sind ausgesprochen angenehme Wohnumfelder, und zumindest von Finkenwerder aus kommt man mit der Fähre auch prima in die Innenstadt, wenn man das mal möchte. In der anderen Richtung hat man das Alte Land vor der Tür, also eine Urlaubsregion.
    Aber möglicherweise ist für die meisten „südlich der Elbe“ ja gleichbedeutend mit Wilhelmsburg und Neugraben… wobei es auch dort sehr gute Wohnmöglichkeiten gibt.

  14. Track78 says:

    Also ich bin in Rahlstedt und Meiendorf aufgewachsen. Ich kenne den Großlohering im sozialen Brennpunkt von Rahlstedt und die Einzelhäuser der Von-Suppe-Straße in Meiendorf. Ich habe im tiefsten Dulsberg gewohnt und in zentraler aber sehr exklusiver Wohnlage in Rahlstedt. Ich liebe den Osten der Stadt. In Altona verfahre ich mich in den ganzen Einbahnstraßen und in Winterhude finde ich nie einen Parkplatz. Im Osten Hamburgs ist es grün und man ist gut angebunden. Der Bezirk Wandsbek allein wäre eine Großstadt mit über 400.000 Einwohnern und steckt damit Aachen, Münster oder Bochum locker in die Tasche… Du bist also nicht allein…

  15. Du hast in der Von-Suppe-Straße gewohnt? Das ist die Straße mit einem der lustigsten Straßennamen der Welt. Und da kostet ein kleines Haus aktuell gerne mal eben eine knappe halbe Million Euro.

  16. René says:

    Wenn man Ortsteile damit anpreist, wie gut man davon wieder wegkommt, dann ist etwas faul.

    Dieses Phänomen gibt es bspw. in Berlin kaum noch, Sven hat es ja geschrieben: der Berliner kommt aus seinem Kiez nicht raus!

    Nur „Gute HVV-Anbindung“? Hamburg. Where the streets have no tram!

  17. Markus says:

    Danke, Sven, für diesen Artikel. Seit 7 Jahren lebe ich in Wandsbek und möchte dort auch nicht mehr weg (wegen der bereits geschilderten Vorteile der Wohnqualität und der raschen Anbindung ans Zentrum und andere Stadtteile Hamburgs). Über die Ignoranz (und teilweise die Arroganz) gegenüber dem Osten der Stadt kann man wirklich nur noch den Kopf schütteln.

  18. Aquii says:

    also, ich hab dann 2x in Hamburg gewohnt, das erste Mal in Barmbek Nord, dann beim 2. Mal in Winterhude, fast Alsterdorf. Dazwischen lagen dann mehr als 11 Jahre. In der zeit ist das Gebiet rund um die Fuhle regelrecht verkommen. Vernünftiger Einzelhandel wurde € Läden ersetzt und die letzen zu gebrauchende Geschäfte zogen irgendwann weg oder schlossen für immer. Jetzt soll ja einiges passieren rund um den S-Bahnhof, bleibt abzuwarten. Das nördliche Winterhude trägt zwar den namen des Nobelstadtteils, aber das Interessante spielt sich dann mehr um den Mühlenkamp ab, dafür ist es deutlich ruhiger, aber noch fast genauso teuer.
    Mit den östlichen Stadtteilen habe ich es nicht so, denke das Leben spielt sich vornehmlich westlich der Alster ab. Aber die Entwicklung in Hamburg wird dahin gehen, dass alles innerhalb des Ring 2 für „Normale“ immer unerschwinglicher wird und diese immer weiter in die Randgebiete abgedrängt werden.

  19. Petra says:

    Wir wohnen in Marienthal, in Gehnähe von Wandsbek Markt. Wochenmarkt, Supermärkte, Kino, Bücherhalle, Restaurants, Ärzte, Alnatura – alles nah bei. 3 Minuten bis zur Autobahn, 20 Minuten zum Flughafen (ohne Fluglärm), 10 Minuten Fussweg zum DB Bahnhof Wandsbek, U-Bahn, S-Bahn, Nachtbus – alles da. Vor ein paar Jahren hat es mal eine GalaoBude beim S-Bahnhof Wandsbeker Chaussee versucht, die ist mangels Hipstern wieder eingegangen. Das einzige was wirklich fehlt sind Kneipen, dafür gibt es aber auch ein paar Biergärten in denen man sogar noch am Wochenende einen Tisch bekommt. Lass die ganzen Lemminge und Touristen mal „drüben“ bleiben.

  20. Sprachpingel says:

    Was Andre schreibt, kann ich bestätigen: Wir sind vor 9 Jahren von Eimsbüttel nach Barmbek gezogen und haben auch einiges an ungläubigen Blicken geerntet. Der Wechsel von West nach Ost war nicht ganz frei-, aber doch alles andere als widerwillig: Was „im Westen“ an Miete verlangt wurde und wird, macht der Stadtteil dann für uns doch nicht wett. Heute können wir uns nicht mehr vorstellen, in Eimsbüttel zu wohnen. Barmbek ist angenehm geerdet (auch was Gastro-Preise angeht, und es gibt inzwischen wirklich eine gute Auswahl), wir haben den Stadtpark vor der Tür – und über die Jahre sind einige Freunde nachgezogen :-)

    Ach ja, und mein Büro ist übrigens in Wandsbek.

  21. Petra says:

    Biergärten:
    der vom Hofbräuhaus (Ex-Amtrak) im Wandsbeker DB Bahnhof und falls man es etwas skurriler mag, der im Eichtalpark vom Restaurant Eichtal, das ist mehr eine Sommerterrasse. Dort wird man als Ü70 auf jeden Fall diskriminiert und als hippe Begleitmusik spielt der Rentner auf der Mundharmonika. Dafür gibt es Matjes mit Hausfrauensauce.

  22. Kiki says:

    Ich bin ja die klassische Elblette, habe die ersten 16 Jahre in Hamburg in Nienstedten, an der Grenze zu Blankenese gewohnt und bin dann nach Ottensen gezogen, bevor es gentrifziert wurde. Ohne Elbe fehlt mir was. Jetzt wohne ich in Winterhude (mehr am Stadtpark als am Mühlenkamp) und saufe es mir seit bald sieben Jahren schön. Mein Herz ist jedoch fest im Hamburger Westen verankert und ich fahre jedes Wochenende raus. Das ist eben Heimat.
    Ich hab’ nix gegen Wandsbek & Co., außer, daß es dort halt weder Elbe noch (wenigstens) Alster gibt. Was sollte ich also wohl da? Parks sind kein Argument; wer auf die Karte guckt, sieht rasch: Hamburg ist umzingelt von Grün, egal in welcher Himmelsrichtung. Na klar disst man „die anderen“; aber das ist doch überall so. St. Pauli disst Ottensen und umgekehrt, Blankenese redet kein Wort mit Rissen, die Leute von der Uhlenhorst haben die Nase wer-weiss-wie hoch gegenüber ihren Winterhuder Nachbarn und wir sind uns ja wohl alle einig, daß südlich der Elbe der Kongo und östlich von Wandsbek gleich Polen anfängt. ;-) Und als Hamburger will man in Berlin natürlich nicht tot überm Zaun hängen und umgekehrt – dabei sind beide Städte spannend.

    • Ich freue mich sehr über die zahlreichen Meinungen. Aber warum so viele Leute den Osten in HH doof finden, verstehe ich immer noch nicht. Von den schlechten Erfahrungen die hier erwähnt sind mal abgesehen. Warum? Hier freuen sich fast alle nen Keks über den Osten. Da stimmt doch was nicht, oder?

  23. Frau Momo says:

    Ich gebe zu, das ich zu der erwähnten Spezies Hamburger gehöre. Nie südlich der Elbe und östlich der Alster. Ich weiß nicht, woran es liegt. Aber in der Ecke könnte man mich aussetzen, ich würde kaum nach Hause finden.
    Zu meiner Ehrenrettung kann ich nur anbringen, das ich gerade dabei bin, den ersten Grundsatz über Bord zu schmeißen und dabei bin, südlich der Elbe heimisch zu werden. Und ich muß zugeben, das ich mich riesig darauf freue. Wir ziehen auch in einen bis vor kurzem noch viel geschmähten Stadtteil und ich kann auch nur jedem raten, sich diesen mal genauer anzugucken, bevor er ein Urteil abgibt. Mit den Stadttteilen östlich der Alster ist es vermutlich ähnlich.
    Ich bin sehr altona-affin, ziehe hier auch nur ungerne weg, freue mich aber jetzt auf eine tolle und bezahlbare Wohnung fast mitten im Grünen, umgeben von gaaaanz viel Wasser.

  24. barmbina says:

    Echt süß: „…ein kleiner Problemstadtteil mit hoher Arbeitslosigkeit und einem vergleichsweise hohen Ausländeranteil. Aber mir ist noch nie was passiert.“ Ist es so schlimm, dass die Vorurteile vermuten ließen, der Lord von Barmbek/Dulsberg stünde mit der Knarre hinterm nächsten Busch und lauerte arglosen Passanten auf? *g*

    Wenn Sven-Dietrich meint „…warum so viele Leute den Osten in HH doof finden, verstehe ich immer noch nicht“ würden Barmbeker Patrioten sagen: sie sollen besser auch dort bleiben, wo sie sind und die vom „Westen“ unbemerkt stattfindende, heftige Gentrifizierung in Barmbek Nord und Süd, die langsam auch den Dulsberg erfasst, nicht weiter anheizen.
    Stadtteile mit Jahreseinkommen weit unter dem Hamburger Durchschnitt brauchen Milieuschutz und keine hippen Neubürger, die die Mieten nach oben treiben und mit ihrer naiven Ahnungslosigkeit nachhaltigen Beitrag leisten zur Vertreibung von Menschen, die hier Jahrzehntelang zu Hause sind und nicht wissen, wo sie hin sollen, wenn die Mietpreisspirale sich weiter dreht.
    Solange kein bezahlbarer Ersatz geschaffen wird, müssen die baschen BarmbekerInnen, ja, unter ihnen auch viele flotte SeniorInnen, vielleicht irgendwann ernsthaft in Erwägung ziehen, die auf allen noch freien Flächen entstehenden Eigentumswohnungen langfristig zu besetzen (Schnäppchenpreise bis 4500,-/qm) und damit die angestrebte „gute Durchmischung der Stadtteile“ auf ihre Art umzusetzen. Wäre doch ein nettes Event – oder? ;)

  25. Oli B says:

    Psssst, nicht so laut! Es war nicht einfach, den Hamburger Osten bei einem Großteil der Bevölkerung schlecht zu machen, um hier endlich wieder mehr bezahlbare Wohnungen und weniger Hipster zu haben. Mit einem einzigen Artikel machst Du jahrelange Arbeit zunichte..

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