Abmahnung, DSGV, StVO, Milch, #plastikfrei, Wald,

Abmahnung, DSGV, StVO

Über diesen Witz zur DSGVO nachgedacht.

Es geht eigentlich um die DSGVO, dass einige Leute jetzt ihr Blog abschalten und bereits grassierende Abmahnungen in Sachen Datenschutz (Google Analytics), z. B. hier und hier.

Verständlich, dass jemand sein Blog deaktiviert. Niemand hat Zeit und Lust, sein Geld für nix beim Anwalt zu lassen, nur weil man eine IP Adresse an Google übermittelt hat. Lese ich inzwischen ab und zu auf Twitter. Schade, wenn das passiert, aber verständlich.

Denn Abmahnungen werden passieren. Gibt es so nur in Deutschland und Dank der Abmahnungen wird die DSGVO nach hinten losgehen. Die Idee der DSGVO ist weiterhin gut, alles einheitlich in Europa, mit globaler Auswirkung, aber es wird, und da lehne ich mich mal aus dem Fenster, uns kleine Blogger treffen. Denn irgendwas ist immer und die Fehler sind alle öffentlich und automatisiert auffindbar. Das ist das eigentliche Drama. Abmahnungen gehören abgeschafft, bzw zumindest muss es eine kostenlose Varianten geben.

Zurück zum oben gezeigten Tweet. Denn darüber komme ich nicht hinweg. Ich kann der schlimmste Autofahrer der Welt sein, mich verhalten wie der größte Arsch der Stadt, aber mir passiert nix.

Ich kann die Rettungsgasse auf der Autobahn blockieren, ich kann mit 100kmh durch Tempo 30 rasen, ich parke nur auf Behindertenparkplätzen, ich drängel kilometerweit jemanden auf der Autobahn, ich blockiere Rettungseinsätze, bei denen es um Menschenleben geht, alles völlig egal, die Strafen sind lächerlich gering.

Aber wehe, ich vergesse ein Code-Schnipsel auf meinem Blog und Google bekommt die fucking IP-Adresse eines Webseitenbesuchers – dann mus ich evtl hunderte oder tausende Euro zahlen.

Fun fact. Google Analytics nutzt die IP Adresse nur für den Standort des Besuchers (Land, Stadt, Kontinent), alles, wirklich alles andere passiert über das Cookie. Die IP Adresse ist völlig egal. Noch schöner mit dem Smartphone, hier teilen sich hunderte, vielleicht tausende Nutzer die IP Adressen. Die IP Adresse ist maximal eine „möglicherweise“ personenbezogene Information, wenn überhaupt.

Wie gesagt, verständlich, dass man da Puls bekommt. Unverständlich, warum sich darum nicht gekümmert wird, ich fühle mich hier als Bürger nicht gut regiert. Da geht noch was.

Milch #plastikfrei

Neues aus der Reihe: Zeug ohne Plastikverpackung kaufen. Dieses Mal mit Milch. Im Real Bio-Milch in braunen Glasflaschen gekauft. Gedacht, dass ich alles richtig gemacht habe. Braune Flasche, weil Milch hält länger, Bio weil irgendwie, möglicherweise besser für die Kühe, Glasflasche, weil kein Plastik,

Milch in Gasflaschen

Aber. Diese Bio-Milch hat einen WAF von NULL.

Denn in der Milch bildet sich Rahm / Sahne. Wie das halt so ist, in der „richtigen“ Milch, seit damals, also schon immer, bis heute.

Die Dame des Hauses hat viel Spaß damit, dass da dicke Rahmbrocken aus der Milchflasche in den Eiscafe purzeln.

Naja. Muss etwas anderes her. Landliebe finde ich doof, völlig intransparente Firma, sowas will man heutzutage nicht mehr. Es ist weiterhin kompliziert mit der Milch. Ich bin inzwischen wieder bereit für Tetrapak…

Wald

Mit dem Rad zur U-Bahn. Da fahre ich immer ein kurzes Stück durch den Wald. Das ist zur Zeit, im Frühling, bei Sonnenschein, jeden Morgen ziemlich toll. Quasi mitten in Hamburg zu wohnen (*hust) und trotzdem durch einen Wald fahren. Hurra.

Mit dem Rad durch den Volksdorfer Wald

Und dann war ja Dienstag, es gab viele Calls und ich beschäftige mich inzwischen fast ausschließlich mit irgendwelchem Kram, der mit GDPR zu tun hat.

Mit Agentur telefoniert.

Die waren erstaunt, als ich die nächsten Schritte präsentierte. „Ihr seid unser erster Kunde, der das so macht“. Gut so. Alles richtig gemacht.

Was ich mache, kann ich natürlich nicht schreiben, Betriebsergeheimnis.

14 Gedanken zu “Abmahnung, DSGV, StVO, Milch, #plastikfrei, Wald,

  1. Jepp. Da geht’s dann nur noch ums Gefühl. (Mein Gefühl: Flüssigkeiten zu fahren ist ziemlich fies. Deshalb nehm ich z.B. auch Seife statt Duschgel, Shampoo etc. Ist dazu auch noch viel billiger.)

  2. Falls da jemand gerade gestolpert ist, es heißt im Original bei Schiller tatsächlich Denkart, nicht Denkungsart, wie alle immer sagen, ich natürlich auch bis gerade eben. Immer Zitate googeln, bevor man sie schreibt, dann merkt man so etwas. Aber sowieso geht es heute um Milch, nicht um Klassiker.Adelhaid schreibt hier auch über Plastik und Einkauf, das ist natürlich immer großartig, wenn andere da so mitspielen, “Wie früher!”möchte ich da immer rufen, “Wie früher!”. Blogstöckchen, die Älteren erinnern sich. Bei Sven ist die Milch auch noch einmal Thema, und die Milch haben wir familienintern reichlich diskutiert, denn der Rahm in der Flaschenmilch stört die Kinder hier auch. Was etwas seltsam ist, denn im Heimatdorf der Herzdame trinken sie die Milch ganz frisch, sehr fett und quasi euterwarm auf dem Hof nebenan, aber egal. Milch in der Flasche ist jedenfalls schwierig. Und schwer.Und weil es alles so schwierig ist, habe ich gestern einen Experten befragt, das soll ab und zu ja weiterhelfen. Ulf Schönheim ist auch als Regionalulf bekannt, ferner Vorstand der nördlichen Regionalwert AG (nein, keine Werbekooperation) und er war auch schon einmal bei “Was machen die da”.MB: Das Tetrapak-Dilemma – hat der laienhafte Privatkonsument eine Chance, bei Themen wie Milchverpackung etc. etwas richtig zu machen – oder reicht das Richtigmachen nur bis zur Regionalentscheidung, weil man weiter einfach nicht kommt?US: Grundsätzlich gilt: Je näher dran, desto besser ist Mehrweg. Denn Glas und Flüssigkeiten durch die Gegend zu fahren verbraucht viel Energie. Man muss dabei auch berücksichtigen, dass große Molkereien auch große Einzugsgebiete haben. Das heißt, die Milch fährt im Extremfall schon mal 200 Kilometer, bevor sie überhaupt in der Molkerei ist. Und: Die Pfandflaschen müssen ja auch zurück.Mein persönlicher Tipp für Normalkäuferinnen und Normalkäufer in Hamburg, die keinen Hofladen und keine Milchtankstelle um die Ecke haben, ist die Vier-Jahreszeiten-Milch von De Öko Melkburen. Die ist zwar im Tetrapak, kommt aber von drei Bio-Höfen direkt vor der Stadt und wird in der Meierei Horst abgefüllt. Leider hat die Meierei keine Flaschenabfüllung, aber das kann sich eines Tages bestimmt ändern. So lange finde ich es wichtig, kleine regionale Projekte zu unterstützen, die ziemlich viel richtig machen, bis hin zur muttergebundenen Kälberaufzucht.Und mein allgemeiner Tipp für andere Regionen: Möglichst bio, möglichst nah, möglichst kleine Molkerei, möglichst Mehrweg. In Hessen zum Beispiel von der Upländer Bauernmolkerei, in Schwaben und Franken von den Schrozberger Milchbauern, im Norden von der Meierei Horst, den genannten Öko-Melkburen oder von der Bauerngemeinschaft Hamfelder Hof. Und noch ein Tipp: Viele der genannten Erzeuger bieten Besichtigungen und Veranstaltungen an. Dort kann man direkt mit den Menschen sprechen und ein Gefühl dafür bekommen, wieso sie so arbeiten wie sie es tun.MB: Hat das Regionalthema mit dem Unverpackt-Thema und dem Plastikfrei-Thema überhaupt einen Sinnzusammenhang?US: Naja, Sinn kann man sich ja überall basteln, sagt der Soziologe in mir. Aber ja, natürlich: je verpackungsärmer desto besser, und je plastikfreier desto besser. Denn bei Lebensmitteln und insbesondere bei Flüssigkeiten, die sich länger in Plastik aufhalten wie etwa Säften, ist eine Glasverpackung auch aus geschmacklicher und gesundheitlicher Sicht in der Regel besser. Und meistens kommt die Verpackung ja auch nicht aus der Region, das sollte man beachten im Sinne einer regionalen Ernährungssouveränität – was ja ein Ziel der Regionalwert-Bewegung ist.Langfristig sollte es möglich sein, auch Verpackungen bio-regional zu erzeugen, zum Beispiel aus Abfällen der Lebensmittelproduktion. Die Forschung ist da schon recht weit – unter anderem mit Milchfasern Dann sorgt die Milch nachher womöglich für ihre eigene Verpackung. Aber natürlich braucht man dann erstmal die Produktionskapazitäten. Und die kosten ziemlich viel Geld. Aber auch da wollen wir ja mithelfen.MB: Warum eigentlich gibt es nicht mehr Märkte mit regionalen Zulieferern in der Stadt und gibt es dazu irgendwo Modellprojekte?US: Ja, bald im Hamburger Oberhafen. Dazu kann ich in zwei, drei Wochen mehr erzählen. Oder in der Markthalle Neun in Berlin.Aber grundsätzlich: Die klassischen Wochenmärkte leiden unter drei Dingen. Erstens: sozialer Wandel. Freitags und sonnabends funktionieren Wochenmärkte nach wie vor gut. Aber wer hat heute noch Zeit, zum Beispiel dienstagsvormittags auf den Markt zu gehen? Selbst auf dem Hamburger Isemarkt gibt es zu dieser Zeit Lücken, weil zu wenig Kunden kommen. Zweitens: Die Anbieter auf dem Wochenmarkt oder in Markthallen haben relativ hohe Personalkosten. Insbesondere im Vergleich zum normalen Supermarkt, der auf großen Flächen mit wenig Personal hohe Umsätze erzielt. Und: Wochenmarktstände müssen ihren kompletten Umsatz mit Lebensmitteln machen. Für viele Supermärkte sind frische Lebensmittel dagegen häufig nur noch Sonderangebotswerbung, damit die Kunden in den Laden kommen. Ihr Geld verdienen sie dann mit Convenienceprodukten, Aktionsware, Duschgel oder Kosmetik. Da kann eigentlich kein Wochenmarktstand mithalten, es sei denn, er kauft beim billigsten Großhändler.Bei Markthallen kommt drittens dazu, dass die Mieten an guten Standorten in der Regel so hoch sind, dass sie kein kleiner Standinhaber zusätzlich zu den Personalkosten bezahlen kann. Oder dass die Lebensmittel dann furchtbar teuer werden. Eigentlich wäre das eine städtische Aufgabe: Neben sozialem Wohnungsbau für sozialen Markthallenbau zu sorgen, wo sich die Bewohnerinnen und Bewohner zu vernünftigen Preisen bei kleinen Erzeugern eindecken können. Solange das nicht der Fall ist, muss man es eben selber machen, zum Beispiel über Marktschwärmereien, Solawis und Mitgliederläden oder im größeren Zusammenhang über die Regionalwert-AGs, die es bald in fünf Regionen Deutschlands gibt. Und weitere Regionen haben Interesse.Nach dem Interview fiel noch ein Satz, den ich hier mit aufnehme, weil er auch für die Experimentzeit bei uns wichtig ist: US: Persönliches Engagement ist immer super. Aber man sollte sich damit nicht überlasten und nicht versuchen perfekt zu sein. Das macht nämlich unglücklich. Letztlich wäre das Plastikproblem auch eine Aufgabe der Politik. Irgendwo habe ich mal den Vorschlag gelesen, Kraftstoffpreise im Vorhinein langsam und berechenbar steigend festzusetzen. Liegen die realen Preise drunter, geht das Geld in einen Fonds. Liegen sie drüber, nimmt man Geld wieder raus. Dann wissen Verbraucher und Wirtschaft Bescheid und können sich darauf einstellen. Das sollte man dann praktischerweise nicht nur für Kraftstoffe, sondern gleich für alle Mineralölprodukte machen.Soweit Ulf Schönheim. Wir halten währenddessen für die Mich das Zitat fest: “Möglichst bio, möglichst nah, möglichst kleine Molkerei, möglichst Mehrweg.” Das sage ich dann am Regal einfach auf und zähle ab. Easy.Es wurde Regen für den Nachmittag angekündigt, vielleicht komme ich dann noch einmal zum Schreiben, denn es fehlt hier weiterhin der Dienstag, es fehlt mittlerweile auch der Mittwoch, es fehlt die Antwort auf die Frage, wo die Kartoffeln hin sind, was eine Knoblauchsrauke ist, warum ich mittlerweile fast gar nichts mehr einkaufe und warum das sehr erhellend ist, ich möchte fast sagen, es ist erschreckend erhellend. Aber keine Sorge, ich habe gestern und vorgestern alles stichwortartig mitgeschrieben, kommt alles. Währenddessen wird im Garten die Laube gebaut, wir sind daher ein wenig abgelenkt, pardon. Immerhin aber ist die Laube nicht aus Plastik, Schwein gehabt! Allerdings: Die Holzstapel waren in Plastik verpackt. Schlimm.

    Ein Beitrag geteilt von Maret Buddenbohm (@hildchen77) am Mai 9, 2018 um 2:07 PDT

  3. Ungefragt Info aufgedrängt: Milchflasche im Kühlschrank liegend lagern. Macht die Rahmschicht groß und dünn. Dann vor Gebrauch schütteln. Gibt nur noch kleine Rahmflöckchen.

Schreibe einen Kommentar