HASPA und behinderte Kunden

Die HASPA verliert gerade innerhalb von Stunden jegliches bei mir aufgebautes Vertrauen. Und der Kenner weiß, dass eine Bank NUR durch Vertrauen (aus Gründen) funktioniert.

Respekt. Sensationelles Timing, so kurz vor den Paralympics. Ich bin generell auch der Meinung, dass wir alle „nur noch nicht behindert“ sind.

So schnell geht das mit der Haspa. Faszinierend. Und beschämend. Ich wünsche beiden Seiten eine gütliche Einigung (und hoffe, dass das SocialMediaTeam bei der Haspa nicht nur auf dem Papier existiert).
Denn völlig egal wie die Umstände sind: Einem Kunden in diesem Ton nach 20 Jahren so vor den Kopf zu stossen ist maximal bescheuert.

Rote Bank

Foto: Rote Bank by fishy_ with Some rights reserved

Ein langer Artikel voller Details, der die Erlebnisse eines behinderten Kunden mit einer Haspa-Filiale beschreibt.

Herr W. ist Kunde bei der Hamburger Sparkasse, bei der, wie sie alle in Hamburg nennen, Haspa. Seit über 20 Jahren und fast immer bei der gleichen Filiale in Hamburg-Bramfeld. Letzte Woche kam es zu einem Vorfall, den er selbst so beschreibt …

Weiterlesen auf Der Ekel vor behinderten Haspa-Kunden
(ja, man muss das gelesen haben, sonst funktioniert der Rest hier nicht. Bis gleich).

Danach schreibt das Internet: Geht so gar nicht!

Dem stimme ich soweit zu. Das ist doch jenseits der sonst üblichen benachteiligung, die man mit Rollstuhl erlebt. Das Internet schreibt weiter:

Dies hier ist ein Vorkommnis, das ich mir in Deutschland kaum noch habe vorstellen können. Im Grunde hätte der Mitarbeiterin der Sparkasse sofort fristlos gekündigt werden müssen. Das gilt übrigens auch für alle anderen Kolleginnen und Kollegen, die sich abgesprochen haben, Herrn W. nicht mehr zu bedienen.

Quelle: Aus Gerlefs Blog: Der Ekel vor behinderten Haspa-Kunden

Bei solchen Aufreger-Themen sind die Kommentare lesenswert. So auch hier:

Ich kann Marcos Bericht bestätigen. Als mein Freund (blind) nach Hamburg zog, verweigerte man ihm bei der Haspa ein Konto mit der Begründung, Leute die Blindengeld empfangen, bekämen bei ihnen kein Konto. Das betrifft de facto alle Blinden, denn Blindengeld ist eine einkommensunabhängige Leistung. Mein Freund hat eine 1A Schufa.

Kommentiert Christiane von Behindertenparkplatz auf

Nachtrag: Christiane bloggt lesenswert zu diesem Fall auf behindertenparkplatz.de

Auf facebook gibt es auch eine Meinung dazu. Beiträge von anderen. Dort wird gerade die Pinnwand mit Beiträgen zugepinnt. Ob das jetzt so sinnvoll ist, sei mal dahingestellt, aber da geht was.

Dazu kommt noch Twitter, ebenfalls mit der einen oder anderen Meinung, die man, anders als Facebook, auch hier anzeigen kann. Eine willkürliche Auswahl einer simplen Suche nach „haspa“ auf Twitter.

Wie bereits erwähnt.
Ich bin gespannt, wie das weitergeht, wie sich die Haspa dem Kunden gegenüber verhält und was mit den Mitarbeitern passiert, die scheinbar ein Problem mit dem Kunden haben.

Ich kenne keinen der Beteiligten, aber ich lese im Internet mit. ich freue mich, dass das Internet so etwas wie das hier kann. Danke Internet. Morgen überlege ich mir, ob ich mein Geschäftskonto endlich von der Haspa abziehe. Das steht schon sehr lange auf meiner irgendwann-machen-Liste.

Nachtrag.
Auf rivva kann man sich die Meinungen und die Tweets anschauen.
Der Ekel vor behinderten Haspa-Kunden
Aus Gerlefs Blog: Der Ekel vor behinderten Haspa-Kunden
Was bei der Haspa und anderen schief läft
HASPA und behinderte Kunden
Die Kommentare im Artikel Der Ekel vor behinderten Haspa-Kunden sind inzwischen in Höchstform. Die Haspa hat sich dort zu Wort gemeldet.

Ich verfolge das weiter.

Das Internet und die Kombination BANK und BEHINDERTER ist, ich sag‘ mal, spannend.

Ich kann sehr gut verstehen, dass viele Menschen sofort auf 180 sind (mal ehrlich, es ist eine Bank und natürlich sind alle sauer auf die Bank, das war schon immer so), aber mir fehlt die andere Seite, die der Haspa. Ich bin gespannt, wie die Haspa aus dieser Sache rauskommt, was die Mitarbeiter sagen und zu welcher Bank der Kunde wechselt.

2. Nachtrag
Bitte beachten Sie:
Ich vermeide bewusst das Wort Shitstorm. Das hier ist kein Shitstorm, eher ein Pups, maximal ein Lüftchen, noch nicht einmal ein Stürmchen. Genauer gesagt ist dies ganz normale Kritik an einem Unternehmen. Wer etwas anderes behauptet, hat keine Ahnung.

Es wird wie folgt ablaufen:

Die Haspa lässt den Alarm passieren und versucht, nichts zu vertuschen. Nach einer gewissen Zeit jedoch macht sie von ihrem „Hausrecht“ auf der Facebookseite Gebrauch und beendet die Sache. Damit vermeidet sie einen Reputationsschaden, den viele andere Shitstürmchen bereits nach sich gezogen haben.

Kann man sich anlesen in drölftausend Artikeln, z.B. auf Was ist eigentlich ein Shitstorm?. Von da habe ich das kopiert. Danke.

One comment

  1. Frank Unsinn says:

    Ich weiß nicht, wie es bei der Deutschen Bank aussieht, aber ich habe diese gerade vor 14 Tagen zugunsten der Ethikbank verlassen. Mal schauen.

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