Mit dem Rad in Hamburg zur Arbeit. Teil 1.

Heute mache ich etwas Neues. Ich fahre zum ersten Mal mit dem Rad zur Arbeit.

Klingt für viele Leser sicherlich albern, aber ich habe 18km Weg vor mir und in den letzten zehn Jahren bin ich die Strecke immer mit dem ÖPNV gefahren.

Ich fahre mit einem geliehenen E-Bike, bzw Pedelec (sagt irgendjemand ernsthaft Pedelec anstatt ebike?) durch die halbe Stadt.

Nicht genau diese von Google Maps vorgeschlagene Route, ich möchte an der Wandse entlang fahren.

Falls mich auf dem Weg jemand über den Haufen fährt (was im Berufsverkehr an einem Montag Morgen in Hamburg nicht ganz abwegig ist), es war toll, ich bereue nix und ich will keine kitschige Musik zur Beerdigung, der Rest ist mir egal.

Allein das ich darüber Nachdenke zeigt sehr schön, wie derbe überhaupt ganz und gar nicht Hamburg eine Fahrradstadt ist.

Bei der Gelegenheit.

Der Scientists4Future Typ hier sagt erstaunliche Sachen, z.B. „…in der Stadt NUR ÖPNV, Fahrrad und zu Fuß…“ um die Welt zu retten, denn die Welt ist echt am Arsch und Dienste wie Moia, Uber und co helfen explizit nicht weiter.

Sehr sehenswert.

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8 Gedanken zu “Mit dem Rad in Hamburg zur Arbeit. Teil 1.”

  1. Alles eine Frage der Perspektive: Ich bin immer wieder erstaunt, wie fahrradfreundlich Hamburg im Vergleich zu meiner Studienzeit geworden ist. Gut, die liegt schon ein paar Jahrzehnte zurück, aber damals gabs nirgendwo breite Fahrradspuren, wie heute z.B. auf der Max-Brauer-Allee oder anderen Durchgangsstraßen. Auch die StadtRAD-Infrastruktur, die man für die meisten Strecken sogar kostenlos nutzen kann, ist im Vergleich zu anderen Städten sensationell. Da hat sich in den letzten Jahre doch einiges getan. Klar ist immer Luft nach oben, aber man muss die Situation auch nicht schlechter reden als sie ist.

    Und zum Thema Moia & Co: Nachdem ich letzte Woche zum ersten mal mit Clevershuttle unterwegs war bin ich sicher, sowas ist Teil der Lösung. Denn nicht jeder wird auf Rad oder Bahn umsteigen, vor allen Dingen nicht nachts und/oder bei schlechtem Wetter. Da sind elektrisch angetriebene Sammeltaxis, in denen nicht einzelne Leute von A nach B fahren sondern Fahrten (lokal emissionsfrei) kombiniert werden, schon eine extrem sinnvolle Ergänzung der städtischen Mobilität.

    • Ich glaube gar nicht an Moia. Jeder Linienbus ist besser. Außerdem wohne ich ausserhalb der Moia Gebietes. Ich habe zu Hause Null Nutzen von diesem Service. Und ja, Stadtrad ist toll und wird viel genutzt. Aber die Strecke, die ich heute gefahren bin, ist in sehr großen Teilen garantiert seit Jahrzehnten so kaputt wie sie aktuell ist. Es muss schlicht drastisch viel mehr passieren, als ein Radweg in der Max Brauer Allee.

  2. Es ging ja nicht um deinen persönlichen Nutzen sondern um den fürs Klima :) Aber klar, die ganzen schönen neuen Mobilitätsangebote funktionieren für Pendler/Speckgürtelbewohner eher nur so mittel. Für jemanden in Altona oder Eimsbüttel können solche Dienste aber vielleicht genau die Lücke schließen, die bislang noch das eigene Auto gerechtfertigt hat.

    Ich war wirklich erstaunt, wie gut das Ride-Sharing Konzept zu funktionieren scheint: Zwei Fahrten mit Clevershuttle gemacht, in beiden Fällen ähnlich schnell und komfortabel wie MyTaxi, obwohl während der Fahrt auf der Strecke noch ein weiterer Fahrgast „aufgelesen“ wurde.

    Zur Wahrheit gehört allerdings auch, was mir der Clevershuttle-Fahrer erzählte: Angeblich sei es verbreitet, gleich drei Personen fürs Clevershuttle zu buchen, auch wenn man alleine fährt. Denn dann hat man den Wagen für sich und fährt immer noch günstiger ist als mit dem Taxi.

  3. Dieses Radweg-Desaster ist übrigens kein Hamburger Phänomen sondern ein deutsches. Ich wohne im östlichen Münsterland und fahre täglich mit der Stromleeze 14 km durch die Pampas. Also vom Südosten Warendorfs nach Greffen. Kennt eh keiner. Aber WarenDORF ist ne Kreisstadt. Mit Autostrassen wie jede andere gleichartige Stadt Deutschlands auch. Die Radwege im Münsterland bekommen regelmäßig die Goldene Radgabel von ADFC verliehen. Man kann hier echt toll radwandern. Wer Radfahren als Urlaub versteht, ist hier genau richtig.
    Jo.. Aber jeden Tag zur Arbeit… Nun. Die Radwege für Touris führen nicht zu meinem Arbeitsplatz. Ich fahre kürzeste Strecke. Also durchs Gewerbegebiet.. Über einen Schleichweg für Mautflüchtlinge.. über Wirtschaftwege entlang von Feldern, die gepflegter sind als die Straßen dazwischen. Das hindert aber nicht den einen oder anderen SUV-Fahrer seine Formel1-Fähigkeit auszutesten.
    Am besten fährt es sich im Winter. Dann ist es zwar kalt und glatt, aber man ist alleine. Also wirklich allein. Wie Robinson. Für den Zeitraum von 35 Minuten 🙂
    Trotzdem fahr ich aber weiter Rad.. Allein schon weil ich inzwischen einen Urlaub durch Nichtkauf von Superbenzin erspart habe und meine Blutwerte sind auch wieder im Lot… Sagt mein Arzt.

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