Teil 3 – wlan für Flüchtlinge – langsam geht es los.

Der dritte Teil. Anders als neulich noch angekündigt gibt es kein wieso-weshalb-warum ist das alles so kompliziert Artikel (der würde inzwischen ein kleines Buch füllen) sondern es gibt ein Update zur Situation Ort.

Dieser Artikel ist gleichzeitig auch ein Update für die Koordinierungsgruppe.

Nach diversen Gesprächen und allem Zipp und Zapp gibt es inzwischen, endlich, gleich zwei Internet-Zugänge in akzeptabler Entfernung, die Internet, bzw Bandbreite mit den Flüchtlingen teilen wollen.

ENDLICH!
(bitte jetzt einen Freudenschrei oder so etwas machen. Alternativ auch anstoßen. Was eben gerade passt)

Das ist ein Meilenstein. Das ok dafür war die beste Email seit Wochen. Endlich kann es losgehen.

Die Situation ist wie folgt.

Es gibt jetzt, vereinfacht gesagt, zwei Internet Steckdosen, in die wir jeweils ein Kabel stecken. Die beiden Kabel, eines wird lang, eines eher kurz, legen wir am Zaun, in der Erde, bis zum Globetrotter Gebäude.

Im Gebäude stecken wir, wieder vereinfacht gesagt, unsere beiden Kabel in die noch von Globetrotter vorhandene Infrastruktur (da liegen Kabel in der Wand) und leiten das Internet innerhalb der Gebäude zu zwei Punkten weiter.

Die uns zur Verfügung gestellten Zugänge haben sehr unterschiedliche Bandbreiten, vereinfacht gesagt und als Gartenschlauch betrachtet: aus einem Kabel fließt viel Internet, aus dem anderen nicht so viel. So wie bei einem dicken Gartenschlauch eben viel Wasser fließt, beim dünnen dann weniger.

Das wenige Internet sind in unserem Fall 9 MBit und was das heißt, kann ich nicht vereinfachen. Das ist halt deutlich mehr als gar kein Internet aber richtig viel ist das auch nicht.

Dieses dünne Internet wird zum Empfang gelegt und versorgt dort die Mitarbeiter, die Security und eine Teil des Innenhofes, den Teil, in dem neulich am Abend Fussball gespielt wurde. Das ist eine Idee, die jederzeit geändert werden kann, aber aktuell ist das der Plan. Dort wird einer der schnelleren Router mit Freifunk aufgestellt, der hat dann solche Rundstrahlantennen und das sollte erstmal reichen.

Das dicke Internet wird in eine Halle gelegt. Wie das genau aussieht, weiß ich noch nicht, denn ich weiß gar nicht, wie es jetzt dort drinnen aussieht. Ich muss mir das erst Ansehen.
Plan ist, am Ende des dicken Internet zwei der schnelleren Router mit freifunk aufzustellen.
Je nach Räumlichkeiten evtl auch eine dieser 60 Grad Winkel Antennen, deren Namen ich gerade vergessen habe. Das dicke Internet versorgt dann einen Großteil der Halle mit Internet und evtl, je nach Gebäude und Wandstärke, einen Teil des Innenhof.

image

In diesem Text versteckten sich Kosten für ca 150 Meter Outdoor Ethernet Kabel, drei
TP-Link WR1043ND Router und zahlreiche Kleinteile wie Flachbandkabel für die Fenster, diverse Dosen, Stecker, Silikon zum abdichten, etc.

Was das Kabel kostet, weiß ich nicht, aber falls sie gerade eine 100 Meter Rolle Outdoor Ethernet Kabel übrig haben und die verleihen wollen, nur zu.
Wir freuen uns sehr darüber.

Die Router kosten zusammen 150 €, die Kosten für die Kleinteile sind auch noch unbekannt.

Gelernt habe ich das alle heute Abend, bei einem Treffen von freifunk Hamburg. Die versorgen in letzter Zeit öfter Einrichtungen für Flüchtlinge mit Internet und die dort gesammelten Erfahrungen sind Gold wert. Da sind schon Nerds wie aus dem Bilderbuch. Es gab Pizza und Club Mate und ich habe nur einen kleinen Teil der Gespräche verstanden, aber das war alles gut so.

Tipp.
Für solche Nicht-Programmierer Menschen wie mich könntet ihr ja mal einen „Freifunk, da lang“ Zettel unten aufhängen, dann findet man euch auch. Aber das sind Details.

Danke fürs teilen. Hat Spaß gemacht, ich habe heute sehr viel gelernt. Vielen Dank dafür.

Die nächsten Schritte sind ein Termin vor Ort, und dann weiß ich auch noch nicht wie es weiter gehen wird, aber mir wurde massiv Hilfe angeboten und ich glaube sehr, dass das alles klappen wird.

Soeben kommt die U-Bahn am Meiendorfer Weg an und dieser Artikel ist zu Ende.

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1 Gedanke zu „Teil 3 – wlan für Flüchtlinge – langsam geht es los.“

  1. 6. Oktober 2015Woanders – die achte Sonderausgabe Flucht und Fremdenfeindlichkeit

    Deutschland: Jemand reicht ein paar Scheiben Käse über eine Theke und der Knoten ist geplatzt.
    Europa: John OIiver erklärt die Flüchtlingskrise. Selbstverständlich etwas speziell.
    Deutschland: Im Spiegel erzählen Prominente mit Fluchthintergrund von ihren Erfahrungen. Man beachte den Teil mit der Fremdheit bei Frau Weisband.
    Österreich: Tu felix austria – in Österreich geht der Präsident demonstrieren, ohne reflexmäßig in immer gleicher Weise von Freiheit und Verantwortung zu faseln. Auch mal schön.
    Hamburg: Eine Frau vom NDR erzählt von einer Nacht am Hauptbahnhof. Nach dem Bericht versteht man auch, wieso man, wenn man morgens durch den Bahnhof geht, manchmal gar nicht weiß, wer da eigentlich fertiger aussieht, die Helferinnen oder die Menschen auf der langen Reise.
    Deutschland: Apropos Dank, das ist auch ein neues Bild in diesem Land: Dankesdemos. Klingt wie ein griechischer Philosoph, hm?
    Deutschland: Und in der taz bedankt sich Hilal Szegin und stellt dabei noch so einiges richtig, was “Helferkritiker” gerade von sich geben.
    Sachsen: Und ich danke Neli, die per Kommentar zur letzten dieser Sammlungen auf diesen Artikel von Kitty Koma hinwies, ein weiterer Versuch, die Lage in und um Dresden zu erklären.
    Deutschland: Zur Frage, ob das Gutmenschentum sich mit Willkommensaktionen an Bahnhöfen gefeiert habe, lang , ausführlich und recht besonnen die FAZ.
    Deutschland: Gute Menschen auch in den kleinen Zeitungen, teils mit Begriffen benannt, die man so noch gar nicht wahrgenommen hat, etwa ehrenamtliche Makler.
    Hamburg: Es herrscht weiterhin Chaos in der Stadt, wobei sich, wenn man genau aufpasst und mit Leuten spricht, die mit der Hilfe etwas zu tun haben, etwas abzeichnet, was man vielleicht auf den ersten Blick falsch verstehen könnte. Es liegt sehr oft gar nicht daran, dass irgendeine Ressource nicht da ist, erschöpft ist, verbraucht ist, wenn etwas nicht funktioniert. Es liegt oft schlicht daran, dass Behörden die Absprache untereinander nicht auf die Reihe kriegen und nach wie vor niemand zentral und übergreifend zuständig für die Lage ist, es liegt auch daran, dass der Bürgermeister im frühzeitigen Winterschlaf ist und ein funktionierendes Staatswesen einfach etwas anderes ist. Das finde ich schon wichtig.
    Deutschland: Meike Winnemuth schreibt über das Aber und die Hilfe und Menschen, die von Tiefgarage zu Tiefgarage fahren, ein Bild übrigens, das vermutlich erschreckend wörtlich zutrifft.
    Hamburg: Wie viel Arbeit und Engagement in scheinbar profanen Vorgängen steckt, das kann man wieder bei Sven nachlesen, der immer noch dabei ist, eine Unterkunft mit WLAN zu versorgen. Es ist sehr kompliziert.
    Hamburg: Eine Begegnung der besonderen Art: Obdachlose besuchen die Massenunterkunft in den Messehallen, die mittlerweile schon wieder aufgelöst wurde.
    Deutschland: Wer noch einmal über die Bürokratie in diesem Land staunen möchte – Näheres zum Märchen vom beschleunigten Asylverfahren.
    Deutschland: Der Bundesinnenminister gab Sätze von sich, die man auch beim dritten Nachlesen nicht für möglich halten möchte. Die taz schreibt ebenso überdeutlich wie nachvollziehbar: “Dieser Minister ist widerlich.” Die Zeit etwas gemäßigter: “De Mazière ist nüchtern besser.” Noch einmal zur Erinnerung: Der Herr Minister ist Nachfahre französischer Flüchtlinge, die womöglich damals mit Postkutschen durch das ganze Land gefahren sind. Schlimm!
    Deutschland: Der Spiegel kümmert sich derweil um Herrn Söder. Auch das völlig verdient.
    Deutschland: Passend dazu ein Komentar mit dem offensichtlich notwendigen Hinweis: Refugees und Migrantinnen sind handelnde Subjekte. Eine Sichtweise, die manchmal etwas zu kurz kommt.
    Deutschland: Etliche Texte zum Fremdsein bei einer Blogparade, alle gelistet beim sowieso immer lesenswerten Landlebenblog.
    Berlin: Wie Geflüchtete und Sofas zusammenfinden.
    Kosovo: Ein Migrationsforscher mit Hintergrundwissen zum Kosovo. Wer keine Zeit hat, liest vielleicht dennoch den letzten Absatz.
    Deutschland: Beim mehrsprachigen Refugee-Guide für Deutschland kann man mal den deutschen Text nachlesen und sich fragen: Sind wir so? Hätte man selbst das auch so geschrieben? Oder hätte man ganz andere Aspekte betont? Schöne Aufgabe auch für die Oberstufe, sollte man meinen. Wie erklärt man dieses Land?
    Deutschland: Die FAZ über die Situation der hochqualifizierten Flüchtlinge, die alle so dringend haben wollen.
    Deutschland: Einer von denen, die vielleicht noch hier ankommen werden: Ateeq, 12 Jahre alt.
    USA/Europa: Kann man eigentlich etwas von der Situation an der Südgrenze der USA lernen? Der Mediendienst-Integration mit Zahlen und Fakten.
    Fotos: Bilder aus Südeuropa.
    Fotos: Bei der Time gibt es nachkolorierte Bilder von Flüchtlingen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Und natürlich kommt man zur einzig möglichen Erkenntis: Es hat sich nichts geändert.

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