#rp17 Denke: Fake News & co

Faszinierend, aber es passiert schon wieder. Kurz vor der Re:publica springt die netzpolitische Denke an.

Was ist mir wichtig? Was läuft gerade falsch? Wo wird viel Quatsch erzählt? Womit wird Meinung gemacht und welche, darauf aufbauenden, falschen und folgenschweren Entscheidungen werden getroffen?

Symbolbild: Das sollte ne runde Sache werden, habe ich aber verpasst und dann ging es einfach immer weiter, obwohl es falsch war.

Dafür liebe ich die Republica, denn für so etwas ist in meinem Alltag selten Platz.

Fake News

Aktuell sind es Fake News. Das gesamte Thema geht mir nicht aus dem Kopf.

Wahnsinn, wie viel Quatsch dazu erzählt wird, insbesondere in Sachen Google Suche.

Bevor ich die Politik und alle bereits getroffenen Maßnahmen (und das ist an dieser Stelle bewusst pauschal) bezüglich Fake News ernst nehmen kann, habe ich eine Frage.

Depublikation

Warum wird über Falschmeldungen diskutiert wenn es gleichzeitig den Rundfunkstaatsvertrag gibt, der die Öffentlich-Rechtlichen Sender zwingt, ihre Inhalte aus dem Netz zu nehmen?

Die Unsitte des Depublizierens gibt es bereits seit 2009, die Älteren erinnern sich vielleicht noch.

Wir haben hierzulande Berge an guten Inhalten, sogar von uns bezahlt, dürfen die größtenteils nicht im Internet zeigen und diskutieren gleichzeitig, wie man gegen Falschmeldungen von irgendwelchen Spinnern im Internet vorgehen kann.

Da bekomme ich Kopfschmerzen

Vereinfacht gesagt: man sieht den ganzen Schrott nur, weil nix anderes da ist (das ist technisch und im Detail anders, ist hier aber egal).

Denn damals wollte die Wirtschaft, dass die Öffentlich-Rechtlichen Sender sich aus dem Internet zurück ziehen.

Siehe, z.B. Harsche Kritik an Internet-Expansion von ARD und ZDF

Und heute wundern sich alle, dass nur noch Quatsch im Internet steht.

Kein Wunder, denn diejenigen, die qualitativ hochwertigen Content produzieren können, dürfen ihn nicht zeigen und machen „Platz“ (auch hier: das zu erklären ist nicht Thema) für den ganzen Schrott.

Das ist schade und witziger Weise sollen jetzt ausgerechnet Unternehmen das Thema Fake News lösen und entsprechend löschen.

Da wird aber leider übersehen, dass Löschen eine Lücke hinterlässt. Und diese Lücken wollen gefüllt werden. Jedes Mal wieder. Und ratet, was passieren wird? Es wird neuer Quatsch auftauchen und die Lücken füllen, denn es gibt zu wenig guten Content.

Ja, das klingt albern, aber guter Content, also Inhalte ohne Absicht einen finanziellen Gewinn damit zu erzielen, den gibt es kaum noch. Warum sollte das jemand machen?

Und dann wieder zu den Öffentlich-Rechtlichen. Da sitzen tausenden Leute, die guten Inhalt erstellen und manchmal geht es da nicht nur ums Geld, sondern um die Sache an sich, aber nichts davon taucht im Internet auf.

Ich verstehe das nicht

Warum sind alle von uns bezahlten Personen (nicht die Tagesschau oder andere Marken, sondern Personen) der Sender in sozialen Netzwerken kaum sichtbar? Warum bekommen die dazu keinen Auftrag, als Teil ihrer Arbeit? Eine Job Description kann man ändern und eine Guideline für Social Media ist schnell gemacht (wenn der Betriebsrat mitspielt).

Da bekomme ich eben Kopfschmerzen, denn wir haben tausende Leute hierzulande, die die Nachrichtenlage kennen und einschätzen können, die aber nur vereinzelt etwas dazu sagen und gleichzeitig ihre Arbeit nicht im Internet zeigen können.

Denn das ist der Trick an der Sache. Demnächst gibt es nur noch online als Kanal für politische Meinungsbildung.

Die Zeitungen sterben, die liegen in den letzten Atemzügen, die gibt es bald nicht mehr. Siehe Bild“ verliert erneut zweistellig, „Handelsblatt“ legt gegen den Trend zu. Vorbei. Ende. Aus.

Das, was die Experten seit ca 15 Jahren sagen passiert tatsächlich, bei den Zeitungen (und auch beim TV, da aber anders) kann man es sehen.

Es passiert alles nur noch online.

Danke für nichts, Rundfunkstaatsvertrag (und alle Beteiligten).

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