Berlin hat den größten. Den größten Wetterpilz der Welt.

Neulich las ich Mein schönstes Wetterpilz-Erlebnis » Das Blog von Manuel Andrack und war erstaunt, dass es, mal wieder, für das mir bis dahin völlig unbekannte Phänomen und Thema „Wetterpilze“ selbstverständlich eine wundervolle Webseite mit zahlreichen Informationen gibt.

Wetterpilze sind diese Dinger, die in der Landschaft stehen, irgendwie wie ein Pilz aussehen und bei Regen, also Wetter, etwas Schutz bieten.

Berlin

Was sie und ich bis eben nicht wussten: Berlin ist Weltmeister der Wetterpilze.

Denn in Berlin steht der größte Wetterpilz der Welt und in Berlin gibt es die meisten bekannten Wetterpilze.

Wetterpilz Frohnau

Dies ist der größere der beiden „Carl Stahl-Urach – Pilze“ in Berlin. Der für seine Bauten in zwei Dr. Marbuse-Filmen von Fritz Lang bekannte Architekt, der u. a. 1926 in Babelsberg das damals größte Filmatelier Europas konstruiert hat, hat in Frohnau zwei ausserordentlich schöne und mitlerweile auch über 100 Jahre alte Wetterpilze geschaffen. Diesen Pilz kann man mit Fug und Recht als den größten Pilz der Welt bezeichnen. Mit freundlicher Genehmigung von: Wetterpilz in Berlin-Frohnau / Sigismundkorso

In Berlin gibt es tatsächlich viele Wetterpilze, auf der Übersicht der Berliner Wetterpilze können sie sich „ihren“ nächsten Wetterpilz suchen.

Hamburg

Und was ist mit Hamburg? Müsste es hier nicht an jeder Ecke so einen Wetterpilz geben? Immerhin regnet es in Hamburg an gefühlt 364 von 365 Tagen im Jahr.

Leider gibt es in Hamburg nur zwei bekannte Wetterpilze. Einer davon ist der Wetterpilz in Hamburg-Wandsbek Eichtalpark, da ist es tatsächlich sehr schön, eine dieser dramatisch, ja unfassbar und völlig unverständlich unterbewerteten Gegenden in Hamburg.

Aber warum gibt es in Hamburg so wenige Wetterpilze?
Ganz einfach. Der Hanseat an sich wird bekanntlich mit regenfester Kleidung geboren, der braucht keinen Schutz vor Regen, der zieht seine Kapuze über den Kopf, murmelt etwas von „ist nur erhöhte Luftfeuchtigkeit“ und geht weiter. In Sachen Regen sind die Leute hier definitiv anders gestrickt als in Berlin.

Ein klarer Fall von Unentschieden.

Berlin hat mal wieder den Größten, aber die Berliner Regen-Weicheier müssen sich bei jedem Hauch von Regen unterstellen. Der Berliner an sich ist bekanntlich immer schlecht oder zumindest unpraktisch gekleidet, wahrscheinlich hat es etwas damit zu tun, ich weiß es aber nicht.

Hamburg bleibt sich treu und zieht ne Kapuze auf.

ps.
Ich empfehle einen Besuch der Was sind Wetterpilze? Seite. Es ist faszinierend, was dort unter „Form und Wirkung“, „Ihre Geschichte“ und „Erforschung“ alles gesammelt wurde.

Für solche Sachen liebe ich das Internet.
Danke

2 comments

  1. Liebe kunstbeflissene Hamburger und Berliner, Schöngeister an Spree und Elbe, Freunde des Wetterpilzes!
    Ja, Berlin hat den Größten und in Hamburg – OK, das ist nun wirklich traurig…
    Aber die meisten Wetterpilze stehen immer noch in Köln. Mit 33 der bizarren Stammbauten befindet sich die größte Kolonie bislang entdeckter Wetterpilze in der Colonia am Rhein. Und wenn die hier auch sonst nichts können, da hatte doch mal einer einen der wenigen stadtplanerischen lichten Momente, als vor 50 Jahren unzerstörbare Betonpilze quer in der Stadt verbaut wurden.
    Ich bin mir aber sicher, dass Berlin und Hamburg auch noch den ein oder anderen Pilz verstecken…
    Gruß Klaus

  2. Zahnwart says:

    Ja, in Hamburg gibt es verhältnismäßig wenig Wetterpilze. Aber! In Hamburg steht einer der letzten verbleibenden Milchpilze, und zwar im Eingangsbereich des Freilichtmuseums Kiekeberg: http://bit.ly/1dTtZkD (Die Seite behauptet, der Pilz stünde nur temporär dort, ich sehe ihn allerdings immer wieder.)

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