Heiligabend allein zu Haus

In Berlin habe ich vor Jahren meinen bislang einzigen Heiligabend alleine verbracht. Damals, jung und disko, hatte ich mich mit einem Brasilianer verabredet um mit ihm den Heilig Abend auf irgendeiner Model-Party zu feiern. Der Brasilianer war selbst Model und dank seiner Hilfe war ich auf unglaublichen Festivitäten mit unfassbar schönen Menschen in größtenteils surrealen Locations. Großes Kino.

Aus Gründen wollte ich damals Heiligabend nicht bei der Familie sondern in Berlin feiern. Das war auch alles eine gute Idee, bis, ja bis der Brasilianer nicht zum Treffen erschien.

Das war dann doof. Merke: Es ist grenzdebil bekloppt, sich am Heilig Abend um 22 Uhr zu verabreden und dann alleine herumzustehen. Das macht gar keinen Spaß, schlägt merklich aufs Gemüt und führt unmittelbar zu erhöhtem Alkoholkonsum.

Aber, wo viel Schatten ist manchmal auch viel Licht. Nachdem ich eine Stunde verzweifelt an der U-Bahn-Station gewartet habe, hatte ich eine der denkwürdigsten U-Bahn-Fahrten überhaupt.

Am Heiligabend ist die U-Bahn ein Auffangbecken für Menschen, die eben auch aus Gründen am Heilig Abend alleine sind. Da wurden Geschenke an wildfremde Menschen verteilt, Weihnachtsmänner kamen in die Bahn und hier und da wurde ich zum Getränk eingeladen. Alles in der Bahn. Sensationell, so scheiße der Abend eigentlich war.

(Den anschließenden sehr lustigen Teil mit der Reisegruppe aus Schweden in einer Kaschemme bis zum nächsten Morgen lasse ich aus Gründen mal weg.)

Dieses Jahr wird es das in Hamburg auch geben.
Heiligabend in Hamburg allein zu Haus. Ich bin sehr gespannt wie das wird.

Bis dahin bekommt Berlin vorab Punkte.

Heiligabend allein zu Haus Hamburg vs. Berlin 0:100

Nachtrag.
Kent ihr „Nächtliches Rezept für Städter“ von Erich Kästner?
„Man nehme irgendeinen Autobus.
Es kann nicht schaden, einmal umzusteigen. …“
Das trifft diese U-Bahn Nummer ziemlich gut. Für den Rest bitte Google fragen.

24 comments

  1. jet says:

    …mal unter http://www.kirche-hamburg.de unter dem 24.12. nachsehen, da gibt es über 200 Termine in ganz Hamburg, und danach in ein Fischlokal an den Elbterassen bei nem guten Tropfen Lichter gugge, hilft net wirklich aber ein bisschen, oder mit einer Gruppe feiern die auch allein sind…..

  2. Anna says:

    2007 habe ich das erste Mal alleine Weihnachten gefeiert. Ich dachte, es würde ganz grausam, aber es war perfekt. Keine schlechtgelaunte Familie, keine hingerotze Feier (Familie wusste immer vorher, dass es doof würde, also gab sie sich gleich keine Mühe) und dergleichen. Ab dem Folgejahr habe ich jedes Weihnachten ohne Familie mit meinem besseren Drittel gefeiert. Dieses Jahr wieder mit Familie, da ich mit dem besseren Drittel seit Juni verheiratet bin und wir nun eine neue Familie darstellen.
    Merke: Weihnachten alleine muss nicht zwangsläufig zum Suizid führen. :)

  3. CarolinN says:

    Vielleicht bin ich ’ne traditionsbesessene Spießerin, was Weihnachten angeht, aber der Gedanke an Alleine Feiern macht mich traurig. Ich bin versucht, dich zu uns einzuladen :D

  4. Girgl says:

    Ich bin ca. 300 Tage im Jahr allein zu Haus. An den meisten Tagen finde ich das nicht nur gut, sondern wäre zutiefst genervt, wäre es anders. Warum soll mich das Alleinsein ausgerechnet am 24.12. stören ?
    Ach ja, das TV-Programm ist an diesem Tag meist noch schlimmer als an den anderen Tagen, aber das muss ja nicht gucken- oder ?

  5. DJ Doena says:

    Mein Mutter ist dieses Jahr über Weihnachten zur Kur, was heißt, das Weihnachten ausfällt.

    Und was soll ich sagen: Yay! Ich bin eh am liebsten für mich alleine, da passt mir das wunderbar in den Kram. 9h Gesellschaft am Tag (auf Arbeit) reichen mir völlig aus.

  6. A.P. says:

    Hallo, netter Text… aber an Deiner Rechtschreibung, Sprache und/oder Sorgfalt müsstest du vielleicht etwas arbeiten:

    – „Heilig Abend“ schreibt man „Heiligabend“
    – „Lokations“ mit „c“
    – bei „Es grenzdebil bekloppt“ fehlt ein „ist“
    – „herum zu stehen“ schreibt man zusammen
    – „Nach einer Stunde verzweifeltem Warten“ – Genitiv statt Dativ
    – „U-Bahn Station“ fehlt ein Bindestrich
    – „U-Bahnfahrten“ würde ich dann entsprechend „U-Bahn-Fahrten“ schreiben
    – „so Scheisse der Abend eigentlich war“ – „scheiße“ (also klein und mit ß)
    – (den – (Den
    – anschliessenden – anschließenden
    – näcsten – nächsten
    – weg) – weg.)

    Außerdem fehlen einige Kommas.
    Entweder bist du Legastheniker oder arbeitets recht schlampig – in beiden Fällen hält sich der Lesegenuss in engen Grenzen…

    Nichts für ungut! :)

  7. mikey says:

    hallo A.P. – bei dir hapert es aber auch an einigen stellen, guck doch am besten nochmal genau hin. über mein annähernd konsequentes kleinschreiben brauchst du dich übrigens nicht beklagen, ich bin schon seit ende der 80er im internet :-) weiterhin viel spass beim trollen.

  8. Uwe says:

    Mit einem „An Sylvester um Mitternacht auf der Autobahn zwischen Ulm und Stuttgart unterwegs, weil wir einen Termin verpasst haben“.

    Das war auch sehr seltsam.

    Oder das andere Sylvester, dass ich mit dieser Internet-Bekanntschaft verabredet war in meiner Wohnung. Sie kam dann auch und 2 Stunden vor Mitternacht fand sie auf einmal das sie heim müsse…

    Ich glaube die hatte das Borderline-Syndrom, Holgis Definition nach zumindest.

    Seit ich einen Hund habe, war übrigens jedes „alleine“ kein alleine mehr.

    Hunde FTW!

  9. A.P. says:

    @echt und mickey: Es gibt eben auch Menschen, deren größtes Hobby besteht nicht darin, unkritischer Blog-Fan oder bereits seit Ende der 80er im Internet zu sein. Das sind dann bspw. Menschen, deren Hobbys/Beruf mit Lesen und Schreiben zu tun haben/hat.

    Um es mal so zu sagen: Gute Texte/Blogs werden durch nachlässige Rechtschreibung sicher nicht besser. Und da muss man auch nicht rummeckern, wenn die Kommentarfunktion unter einem solchermaßen „schlechten“ Text mal genutzt wird, um darauf hinzuweisen… Es findet ja auch niemand Tippfehler in der „Qualitätszeitung“ schön. Warum sollte die massive Häufung in einem Blog dann akzetabel sein?

  10. ChrisNM says:

    Seit 5 Jahren ohne Freundin wird auch dieses Weihnachten ein einsames werden. Bevor ich 2006 und 2007 mit meiner letzten Freundin und ihren Eltern Feiern durfte (richtig mit Glöckchen, wenn man zur Bescherung kommen durfte :) ) war ich seit 2001 ebenfalls alleine. Man gewöhnt sich leider an die Einsamkeit, „nur“ die Seele macht mir langsam einen Strich durch die Rechnung.
    Frohes Fest :)

  11. Paramantus says:

    Ach, was soll dieses „Heiligabend feiern“ denn überhaupt bedeuten? Feiern kann man immer. Diesem tag sollte nicht mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden als nötig… Dann spart man sich u.U. eine Menge Stress ;)

  12. Christian says:

    @A.P.
    Ob Kritik als hilfreich empfunden wird oder als peinlichste Erbsenzählerei hängt auch davon ab, wie sie geäußert wird. In Deinem Fall gilt Variante 2 – und die wirkt obendrein schlicht frech. Da hilft auch kein Smiley – erst recht nicht, wenn man Satzteil-Monster abliefert wie „deren Hobbys/Beruf mit Lesen und Schreiben zu tun haben/hat“. Wirklich peinlich.

  13. Hab schon seit Jahren keine „richtiges“ Weihnachten mehr gefeiert. Könnte nicht behaupten, daß mir etwas fehlen würde. Im Gegenteil. Ich mag es, daß mir um Heiligabend herum keiner auf den Sack geht. :)

  14. mikey says:

    guten tag A.P., ich möchte nochmals darauf hinweisen dass dein eigener text diverse fehler enthält. wenn dein „hobby/beruf“ (ja was denn nun? beides? herzlichen glückwunsch!) mit schreiben zu tun hat/hatte (noch gegenwart? oder doch schon vergangenheit?), kannst du dir darauf gerne ein eis backen. du bist schön in der defensive gelandet und schlägst jetzt wild um dich, ich habe nichts anderes erwartet. vielleicht gehst du noch zur schule und hast einfach nicht viele freunde.

  15. Struppi says:

    Früher war ich am 24.12. immer besoffen :-)
    Für mich war das ein Ersatz für Rosenmontag. Da bin ich immer genervt, weil ich dieses „jeder ist lustig“ schlimm finde. Ich bin’s am 24.12. weil die Leute mich Ruhe lassen, jeder ist im Geschenke und Familien Streß.

    Seit ein paar Jahren bin ich hin und wieder auch mal alleine. Ein guter Tag die Wohnung gründlich zu putzen und den Rechner mal wieder auf Vordermann zu bringen. Auf die Idee Nachts durch die Stadt zu ziehen, bin ich noch nicht gekommen.

    Meine Furcht wäre, dass ich nur auf Leute treffe, die traurig sind, weil sie dieses sinnlose Fest alleine verbringen müssen. Und die nerven mich fast so sehr, wie die, die am Rosenmontag fröhlich sind, weil man dann fröhlich sein muss.

    Helau! ;-)

  16. Jule says:

    Alter Lachs, A.P., wenn Sie nun schon als Klugscheißer daherkommen: Die Mehrzahl von Komma ist Kommata.

    Zum Thema: Weihnachten in Berlin ist super, ich teile Ihre Erfahrungen, Sven. Ich hoffe, Ihr Blog ermutigt einige, dem vielleicht empfundenen Familien- und Fresszwang an Weihnachten zu entsagen und sich alleine hinauszuwagen.

  17. Germanistin says:

    A.P. hat vollkommen recht. Dass er/sie ausgerechnet von Kommentatoren angegriffen wird, die selber offenbar seit Jahrzehnten keinen Blick mehr in einen Duden geworfen haben, ist das eigentlich Peinliche an der ganzen Sache.

    Und auch Jule hätte durch den besagten Blick in den Duden vor ihrem falschen Hinweis erfahren können, dass sowohl der Plural „Kommas“, als auch die (ältere) Form „Kommata“ korrekt ist.

    http://www.duden.de/rechtschreibung/Komma

    Und das nennt sich nun „Wissens-“ oder „Informationsgesellschaft“ – wie absurd! Jede/r behauptet einfach frank und frei etwas, das sich nach nur 30sekündiger „Recherche“ als falsch entlarven lässt. Was sind das für Menschen, die einfach falsche Behauptungen in die Welt posaunen, ohne diese vorher nachzuprüfen? Oder handelt es sich dabei um schlechte Politikerkopien – denn solche Gesellen sagen ja oftmals gerne trotz besseren Wissens die Unwahrheit?

    Ich frage mich das seit Langem, denn auf diesen Typus trifft man ja überall – nicht nur im Netz.

    Das anlässlich dieses Posts zugrundeliegende Problem – nämlich die zunehmende Nichtlesbarkeit bzw. der zunehmende Drang zum Leseabbruch aufgrund sich häufender Fehler – bleibt indes unverändert bestehen. Das betrifft den ursprünglichen Beitrag von Sven, genauso aber manche Kommentare – insbesondere die von mickey, dessen Beiträge durch die vielen Fehler nicht nur schlecht lesbar, sondern aufgrund der ebenfalls fehlenden Zeichen und der offenbar abhanden gekommenen Shift-Taste auch recht unverständlich sind.

    Nur mal als Anregung für Sven: Ich bin hier über den BILDblog gelandet, wie wohl auch viele, viele andere Leser auch. Die trotzdem recht verhaltene Anzahl an Kommentaren sollte Dir zu denken geben – denn üblicher Weise hat eine Verlinkung in einem so stark frequentierten Medium eine ausufernde Anzahl von Kommentaren zur Folge. Nicht zuletzt dürfte auch die nicht vorhandene Diskussionskultur Deiner Gäste mickey, echt und Christian da eine Rolle gespielt haben. Mich jedenfalls hat der Besuch auf dieser Seite nicht dazu animiert, hier alsbald ein zweites Mal vorbeizuschauen.

    Liebe Grüße dennoch!
    Ronia

    • Danke fuer das Feedback. Ich mache dieses Blog seit sieben Jahren, inzwischen bin ich bezueglich der Anzahl der Kommentare entspannt. Es gibt immer wieder mal Themen, die ordentlich scheppern, in der Masse aber bleibt es ruhig. Ich freue mich ueber jedes Feedback, es macht mir aber nichts, wenn es nur wenige oder gar keine Kommentare gibt.

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