Kältebus Hamburg und Berlin. So funktioniert das.

Es ist kalt und zahlreiche Menschen machen sich Gedanken um Obdachlose auf der Strasse.

Facebook wird jedes Jahr geflutet von „Bitte seht nicht weg“ Meldungen, dass man, falls man einen Obdachlosen sieht, doch bitte den Kältebus rufen sollte, der sich dann um die Person kümmert und sie in eine Unterkunft bringt.

DAS IST (größtenteils) FALSCH.

Wenn ihr jemanden auf der Strasse liegen seht und die Person ist nicht ansprechbar, ruft ihr bitte IMMER die 112 an.

Nochmal.

Immer die 112 anrufen, nicht den Kältebus.

1. Person ansprechen.
2. Wenn Person nicht ansprechbar oder keine Reaktion die 112 anrufen
3. Wenn Person Hilfe akzeptiert (unwahrscheinlich) dann die 112 anrufen
4. Wenn Person keine Hilfe will bitte weitergehen und den Menschen zurücklassen. Viele Obdachlose wollen aus sehr guten Gründen nicht in einer Notunterkunft schlafen oder lehnen jegliche Hilfe von Fremden ab

Generell gilt: Nicht den Kältebus anrufen, sondern den Notruf 112 wählen.

Es gibt Kältebusse unter anderem in Hamburg und Berlin. Eigentlich eine tolle Sache dieser Kältebus.

Kältebus in Hamburg

In Hamburg nennt sich der Kältebus „Mitternachtsbus“, wird von der Diakonie betrieben und fährt eine feste Route ab. Details auf diakonie-hamburg.de: Mitternachtsbus. An bekannten Orten werden Bedürftige mit Essen, warmen Getränken, warmen Worten oder Decken und Schlafsäcken versorgt.

Kältebus in Berlin

In Berlin gibt es ebenfalls einen Kältebus von der Berliner Stadtmission. Der Bus fährt ohne feste Route aber es werden ebenfalls die üblichen und bekannte Orte angefahren um Bedürftige mit dem nötigsten zu versorgen.

Der Bus in Berlin fährt tatsächlich zusätzlich „auf Bestellung“ zu Bedürftigen. Aber mal ehrlich, wie soll EIN BUS in einer so großen Stadt wie Berlin alle Obdachlosen die ihr auf der Strasse seht versorgen? Da zweifel ich manchmal an der Intelligenz einiger Leute auf Facebook.

Wenn Ihr helfen wollt, dann könnt Ihr etwas spenden.

In Berlin gibt es etwas 11.000 Menschen die auf der Strasse, bzw ohne eigene Wohnung leben. In Hamburg sind es mind. 1.000.

Gesucht und benötigt werden warme, robuste Herrenkleidung, Schlafsäcke oder Geld. Der Berliner Kältebus, bzw die Berliner Stadtmission hat eine Sachspenden Seite, die auf einen Blick zeigt, woran es fehlt. Die Kollegen in Hamburg freuen sich ebenfalls über Sachspenden, die bei Spenda Bel, Weidenallee 38 in Eimsbüttel abgegeben werden können.

Bevor ihr also auf Facebook oder in irgendwelchen Foren weiterhin auf die Tränendrüse drückt und erzählt, dass sich doch alle bitte irgendwelche Telefonnummern abspeichern sollen: Ruft die 112 im Fall der Fälle und unterstützt die Kältebusse, Stadtmission, Mitternachtsbus, etc. mit Sach- und zweckungebundenen Geldspenden.

Danke.

Inspiriert von größtenteils falschen Beiträgen wie dem goolive-Forum, e-concierge.de blog, Piratenpartei Berlin, r3sq – Kältebus und mein halbes Facebook.

Danke an dobschat.de für Der Unterschied zwischen „gut gemeint“ und „gut gemacht“.

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1 Gedanke zu „Kältebus Hamburg und Berlin. So funktioniert das.“

  1. Hallo Sven, zunaechst einen super tollen Gruss an die Perle im Norden.

    Mit viel persoenlichem Einsatz von tollen Helfern, wurde der Kaeltebus in den Grossstaedten eingerichtet. Mit dem Zweck zu Helfen. Und nicht nur den Hilfesuchenden. Auch der 112 Feuerwehr eine Hilfestellung zu geben. Und es zum Thema in der Bevoelkerung zu machen.

    Wer spricht in Deutschland einen Obdachlosen an? Wer ruft sogleich die Feuerwehr? Wer will mit Behoerden zu tun haben. Wird meine Telefonnummer gespeichert, wenn es falscher Alarm war? Werde ich eine Rechnung erhalten? Diese Fakten mit einem introvertierten Deutschen Buerger verglichen – wir haben automatisch eine grosse Hemmschwelle aufgebaut.

    Auch mit dem Kaeltebus wird nicht die komplette Schwellen-Angst abgebaut. Doch die Initiative Menschen zu helfen, wird in den Herzen der Buerger geweckt. Das ist eines der wichtigesten Gruende, welche ich hinter der Aktion sehe.

    Ich kann beides empfehlen – die 112 und den Kaeltebus. Auf jeden Fall kann ich das Helfen empfehlen und dass wir hier kommunizieren. Tue Gutes – auch wenn es keiner sieht.

    Herzlichst aus der Hauptstadt dein Concierge Gerry

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