Carsharing Hamburg vs Berlin

Berlin geht ab in Sachen Carsharing. Zufällig habe ich heute den Carsharing: Berlin ist die Free Floating Hauptstadt Artikel gelesen.

Das ist eine spannende Sache.

Berlin hat die größte Flotte in Deutschland und verfügt aktuell über 2.350 Fahrzeuge. Allein im Mai 2013 wurden über 60.000 Fahrten gebucht, laut dem Innoz sind dies 377 Prozent mehr als vor einem Jahr. Hinter Berlin folgen Hamburg mit aktuell 21.300 Buchungen.

Was der Artikel nicht sagt, ist das Verhältnis der Einwohner und der Zahl der Buchungen. Da ist noch viel Luft nach oben.

In Berlin sind es pro Einwohner 0,017 Fahrten im Monat.
In Hamburg sind es immerhin 0,012 Buchungen im Mai 2013.

In Hamburg und Berlin gibt es im Verhältnis eine ähnliche Nutzungsquote für Carsharing Angebote.
Was mich doch wundert, denn es gibt, absolut gesehen, in Berlin doppelt so viele Fahrzeuge als in Hamburg.

Der Platzhirsch Car2go ist in Berlin mit 1.200, in Hamburg aber nur mit 600 Fahrzeugen vertreten.

Carsharing ist preiswert, praktisch und liegt ganz im Trend der Zeit. Ob das ökologisch jetzt wirklich das absolut ultimative tolle Ding ist, sei mal dahingestellt, aber es ist offensichtlich eine effiziente Sache, wenn ein Auto genutzt wird, anstatt den ganzen Tag auf dem Parkplatz zu verschimmeln. Noch besser ist, dass etliche Fahrzeuge von Car2go inzwischen elektrisch betrieben werden. Das ist was ganz feines, ich begrüße das ausdrücklich.

Auch toll: Ein Carsharing-Auto ersetzt rund 16 private Fahrzeuge. Angesichts der Parkplatzproblematik verstehe ich nicht, warum das nicht MASSIV von der Politik gefördert wird. Die Vorstellung, nur noch einen Bruchteil der Fahrzeuge in der Stadt zu haben ist doch verlockend, oder?

Carsharing und ÖPNV

Hamburg

In Hamburg gibt es in Sachen Carsharing eine Neuigkeit. Der HVV bietet seit August ein neues Ding namens Switchh. Das beinhaltet im wesentlichen folgendes:

screenshot switchh

Das ist, wenn man einen Moment darüber nachdenkt, ein ziemlich gutes Angebot. Wie das funktioniert, zeigen sie in einem Video. Ob das die Zukunft des Stadtverkehr ist?

Berlin

Berlin ist nicht nur in absoluten Zahlen führend in Sachen Carsharing. Immerhin gab es in Berlin derdiedas erste Carsharing, damals noch von StattAuto.

Die BVG bietet ihren Kunden Rabatte und Kooperationen für etliche Carsharing-Anbieter:

Einer der wenigen Dinge, die in Berlin etwas besser sind als in Hamburg.
In Berlin gibt es eben deutlich mehr Anbieter.

Der Haken

Wie man z.B. bei Car2Go in Echtzeit sehen kann, die stehen leider nur in der Innenstadt.
Bei mir da draussen, am Stadtrand, gibt es kein Car2Go.

Überhaupt fehlen RIESIGE Flächen von Hamburg im carsharing Netz.

In Berlin sieht das etwas besser aus, aber auch dort fehlen ganze Stadtteile im Netz.

Ich überlege mir jetzt, ob ich bei switchh mitmache. Für zehn Euro im Monat, bzw 120 im Jahr jederzeit auf ein Auto zugreifen zu können und es eine Stunde im Monat zu nutzen klingt erstmal verlockend.

Berlin gewinnt.

Berlin ist tatsächlich die deutsche Carsharing-Hauptstadt.


Am geschrieben

Wie funktioniert die Kurzstrecke in deutschen Städten?

Ich beschäftige mich gerade mit der Kurzstrecke in Hamburg. Die Details, die der HVV sich dazu ausgedacht hat, sind so unlogisch, dass ich Kopfschmerzen davon bekomme.

Aus purer Verzweiflung habe ich mir angesehen, wie die anderen Städte in Deutschland das machen. Erstaunlicherweise machen die das alle besser als Hamburg.

Tickets
Foto: Tickets by Steffen with Some rights reserved

Selbst der RMV in Hessen und sogar der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (mit seinen völlig beknackten Tarifen. SchokoTicket? Bärenticket? Ticket1000? Hallo? Jemand zu Hause?) schaffen es, mit Abstrichen, in ihren riesigen Fläche eine halbwegs verständliche und, wichtig, nachvollziehbare Kurzstrecke anzubieten.

Hamburg ist die einzige Stadt in Deutschland, die das nicht schafft. Bevor ich mich freudig erregt über den HVV auslasse, hier der Überblick. So funktioniert die Kurzstrecke in Deutschland.

Berlin hat, mit großem Abstand, das verständlichste Kurzstreckenticket in Deutschland.

Die Städte sind absteigend nach Einwohnerzahl sortiert

Kurzstrecke Berlin BVG

  • kostet 1,50 €
  • bis zu drei Stationen mit U-Bahn und / oder S-Bahn
  • bis zu sechs Haltestellen mit Bus oder Straßenbahn
  • umsteigen erlaubt

Quelle: BVG.de – Tickets & Tarife – Mobil bei jeder Gelegenheit – Gelegenheitsfahrer – Fahrschein für Kurzstrecken – Kurzstreckenfahrschein

Kurzstrecke Hamburg HVV

  • kostet 1,40 €
  • es ist nicht möglich, die Kurzstrecke in Hamburg in vier Aufzählungspunkten zu erklären
  • ich schreibe einen eigenen Artikel dazu
  • der Artikel wird später hier verlinkt

Kurzstrecke München MVV

  • kostet 1,30 € oder 1,25 € mit Streifenkarte
  • bis zu vier Haltestellen
  • davon höchstens zwei mit S- oder U-Bahn

Quelle: MVV – Kurzstrecke

Kurzstrecke Köln KVB

  • kostet 1,90 € oder 1,75 € als 4er Karte
  • Einstiegshaltestelle plus 4 Haltestellen
  • gilt nicht in Nahverkehrszügen & einigen Schnellbuslinien

Quelle: 2013: Tickets & Preise als PDF auf Kölner Verkehrs-Betriebe AG

Kurzstrecke Frankfurt RMV

  • kostet 1,60 €
  • bis maximal 2000m (yep, die machen das nach Entfernung)
  • Anzahl möglicher Haltestellen variiert

Quelle: Preisliste 2012_12_09 Presse.xlsx – 120627_aufsichtsrat_preisliste.pdf

Kurzstrecke Stuttgart VVS

  • kostet 1,20 €
  • bis zur nächsten Station (= eine Station) mit S-Bahn und Züge des Nahverkehrs (DB, WEG)
  • bis zu drei Haltestellen mit Bus oder Stadtbahn
  • maximalen Fahrtentfernung 5,0 km

Quelle: VVS Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS): KurzstreckenTicket 2013

Kurzstrecke Düsseldorf, Dortmund, Essen VRR

  • kostet 1,50 €
  • bis 3-4 Haltestellen (siehe Haltestellenaushang)
  • bis max. 1,5 Kilometer
  • bis 30 Minuten ab Entwertung
  • Umsteigen nicht erlaubt

Quelle: Verkehrsverbund Rhein-Ruhr – EinzelTicket

Kurzstrecke BSAG Bremen

  • kostet 1,20 €
  • Einstiegshaltestelle plus drei Stationen
  • nur auf BSAG-Linien in den Zonen 100 und 101
  • Schnell-(S-)Linien sind ausgenommen
  • Umsteigen erlaubt

Quelle: BSAG – Tickets

Kurzstrecke Dresden DVB

  • kostet 1,25 €, nur als 4er Karte erhältlich
  • bis zur vierten Haltestelle nach Zustieg
  • bis zu 2 km Entfernung
  • Umsteigen ist nicht zugelassen

DVB | Dresdner Verkehrsbetriebe AG – Einzelfahrscheine

Kurzstrecke Leipzig LVB

  • kostet 1,60 € in Leipzig
  • bis zu vier Haltestellen auf städtischen Straßenbahn- und Buslinien
  • in Regionalbussen bis zu 4 km mit Toleranzen
  • in Nahverkehrszügen zwischen 2 benachbarten Haltestellen
  • Umsteigen nicht erlaubt

Quelle: lvl.de – Erwachsene

Weltweit

Kurzstrecke Tokyo Metro

  • kostet 160 yen, tagesaktuell sind das 1,25 €
  • gilt für 1km~6km

Quelle: Tokyo Metro | Regular Tickets

Kurzstrecke London Underground

  • Keine Ahnung. Da gibt es so viele Tarife, ich kapiere es nicht

Quelle: Tickets | Transport for London

In New York gibt es keine Kurzstrecke, da ist es ganz einfach:
Einzelfahrt 2,50 $ und bei Einzelkauf 2,75 $


Am geschrieben

Spree besteht nur aus Eisen, Abwasser und fliesst rückwärts

Hamburg hat die Elbe.
Berlin hat die Spree und um die geht es heute hier.

Beide Flüsse haben jede Menge Wasser und Schiffe. Je nach Tagesform sitzen Massen von Menschen mit Pils oder der aktuellen Hipster-Limo am Ufer und fotografieren den Sonnenuntergang oder die Spree mit fieskitschigen Instagram-Filtern.

Spree Sunset.
Foto Spree Sunset. by VRGuy with Some rights reserved

Hach.
Am Wasser sitzen.
Tolle Sache.
Egal ob in Hamburg oder Berlin.

Wenn da nicht diese Kleinigkeit wäre, die ich eben gelesen habe.

Die Spree hat Probleme, Experten sprechen inzwischen vom Problem-Fluß. Die Spree fliesst sehr langsam, sie ist der Trabant unter den Flüssen in Deutschland. Der Fluß hat so wenig Gefälle, der fliesst nicht, der kriecht.
Das bringt dann mit sich, dass im Sommer, wenn es richtig heiß ist und nur wenig Wasser in der Spree ist, die Spree plötzlich RÜCKWÄRTS fliesst. Muss man sich mal vorstellen, das wäre in Hamburg der Untergang des Abendlandes, wenn die Elbe plötzlich rückwärts fliesst.

Sundown by river Spree #foundinberlin
Foto Sundown by river Spree #foundinberlin by paulamarttila with Some rights reserved

Aber in Berlin stört das niemanden, denn, und jetzt kommt das Problem, in Berlin wird fleissig Wasser in die Spree geschüttet. Und zwar die gereinigten Abwässer, davon gibt es in Berlin bekanntlich genug.

Im Sommer besteht die Spree in Berlin nur aus geklärtem Abwasser.

Wenn ihr im nächsten Sommer, am einem Morgen nach Kaffee und Kippe, ein Zippen in der Kimme verspürt, auf 17 rennt, ins Porzelan schallert und anschliessend spült, dann füllt ihr mit euren 12 Litern Klospülung direkt die Spree auf. Die hätte sonst nicht genug Wasser.

Irre oder?
Berlin füllt sich die Spree selbst mit Wasser auf und niemand weiß es.

Der what-the-fuck mit der Spree ist aber noch nicht zu Ende, nein, das geht noch weiter.

Die Spree wird zu einem braunen Durchfall-Fluss.

Hat jetzt nix mit Nazis zu tun, sonder liegt am ehem. Bergbau irgendwo da im Osten.
Tagesspiegel.de: Die Spree ertrinkt im Eisen und Sulfat und das ist nicht schön, im Gegenteil, das ist total kaputt. Die Fotos beim Tagesspiegel sind beeindruckend, die Spree ist in Teilen eine kackbraune Brühe, verseucht mit Sulfat und Eisen. Die schreiben, dass JEDEN TAG 6,8 Tonnen Eisen im Fluss in die Stadt gespült werden. Dazu kommt das Sulfat, dass aus dem Bergbau angeschwemmt wird und das hat einen Nebeneffekt:

Tagesspiegel.de: Sulfat im Trinkwasser ist nicht verträglich, es erzeugt Durchfall und Erbrechen.

Ich mag es mir nicht vorstellen, aber 3,8 Millionen Menschen mit Flitzekacke will man nicht haben, oder?

Auf Berlin kommen großartige Zeiten zu.


Am geschrieben

Pony in S-Bahn Berlin

Da fährt ein PONY IN DER S-BAHN. Wie lustig ist das bitte?

UND WARUM INTERESSIERT DAS NIEMANDEN IN DER BAHN? Die Leute sitzen da, als ob es nichts selbstverständlicheres gibt, als ein Pony in der Bahn. Was ist mit denen los? Die gucken gar nicht, die lesen weiter ihre Bücher.

Manchnmal hat Berlin echt einen an der Waffel. Bonuspunkte für die BVG. Ich wusste nicht, dass es einen Fahrschein für Pony gibt.


A pony travelling with S-Bahn in Berlin!!!!! direkt Video Link

Woher das Pony stammt und ob es mit einer U-Bahn weiter fuhr, ist nicht bekannt. Klar ist aber, dass das eine S-Bahn mit 1 PS war.

via @mrschtief on twitter

ps.: Mit dem Pony nicht in den ersten Wagen …


Am geschrieben

Wohnungssuche

Tipp: Die ultimative Linkliste zur Wohnungssuche in Hamburg.

Es folgt eine bittere Geschichte.

Giraffe's Goofy Grin!

Foto: Giraffe’s Goofy Grin! by ucumari with Some rights reserved

2011 bin ich, aus privaten Gründen, gleich dreimal umgezogen.

Zuerst für einige Wochen in eine untervermietete Wohnung nach Barmbek.

Einige Zeit später für drei Monate in eine wundervolle WG in Eimsbüttel.

Von dort dann, nach desaströs anstrengender Wohnungssuche, in eine schöne zweieinhalb Zimmer Wohnung in Wandsbek-Gartenstadt.

Dankenswerterweise bin ich dieses Jahr, aus guten Gründen und mit viel Herz wieder dahin umgezogen, wo ich die Reise im Frühjahr 2011 begonnen hatte.

Das hatte alles seine guten Gründe (und hat alles leider auch deutlich zu viele Euros gekostet), hatte aber ein Happy End.

Dachte ich.

Neulich erfahren wir, dass unser Haus höchstwahrscheinlich (zu 99%) abgerissen wird. Ja, es wird kmplett platt gemacht. Eine dieser eher ungünstigen Ausgangssituationen für langfristiges Wohnen und Planen.

Es tut mir so Leid, aber ich suche schon wieder eine Wohnung.

Junge Familie sucht 3-4 Zi-Whg ab 80qm in Meiendorf / Volksdorf zum Altwerden.

oder auch

Familie sucht 3-4 Zi Whg in Meiendorf / Volksdorf bis 1200€, gerne mit Garten, für längerfristig.

Ich kann es auch kaum glauben, aber es ist so. Es tut mir jetz tschon leid, aber ich werde in den nächsten Wochen und Monaten mein Internet MASSIV mit meiner Wohnungssuche strapazieren. Eine drei-vier Zimmer Wohnung in unserer Ecke ist ein echtes Problem.

Von den vier bislang gesehenen Wohnungen war eine eine typische “nur das Bad saniert wg Mietspiegel, der schrottige Rest von 1950” Wohnung, eine war zu klein, eine war ein Neubau, sehr hübsch, aber zu teuer und ein Reihenhäuschen, das in Frage gekommen wäre, haben wir nicht bekommen.

Es ist die Pest. Dabei bin ich ein guter Mieter, siehe Hallo. Ich bin es. Ihr neuer Mieter, den Artikel aktualisiere ich dann bei Gelegenheit noch.

Ich habe in Hamburg kein Glück mit Wohnungen, das war in Berlin anders.

Falls Sie etwas hören: Schreiben Sie an sven.dietrich@gmail.com oder facebook.com/sven.dietrich


Am geschrieben