Zu Besuch in Aarhus

Neulich aus beruflichen Gründen Aarhus besucht und am Abend viel gelernt über Aarhus, Dänemark, meinen Kollegen und die Vorweihnachtszeit.

Zwei coole Typen

Man kann in Aarhus beispielsweise an jeder Bude, die gebrannte Mandeln oder Zuckerwatte verkauft, mit Karte zahlen. An. Jeder. Einzelnen. Bude.

Völlig unvorstellbar für Deutschland, das ist völlige, ja totale Science Fiction. Wahlweise mit Kreditkarte oder dieser dänischen DK Karte (Name vergessen), die das Bargeld ersetzt und so ein Handy- Bezahldingenskirchen gibt es auch noch.

Fix und fertig machte mich der Umstand, dass in Aarhus am 30. November tausende Leute am Freitagabend Draussen saßen. Draussen! Quasi im December! Klimawandel! Wahnsinn! Da komme ich nicht drüber weg, denn es waren wirklich Massen von Leuten, die Draussen saßen.

Herrlich auch der J-Day. Kannte ich noch nicht. Das ist der Tag, ab dem es das Weihnachtsbier zu kaufen gibt. Christmas beer gab es tatsächlich in jedem Laden, in dem wir in der Nacht waren und das war ganz lecker, wobei das nach dem vierten auch egal war…

Tuborg Weihnachtsbier

Tuborg Weihnachtsbier

Es war aufgrund Julefrokost (Weihnachtsfeier der Firmen) schwierig, eine anständige Location zu finden, die noch Platz hätte. Denn in Dänemark geht die Firma am Freitag oder Samstag in der Vorweihnachtszeit essen und trinken. Scheinbar machen das alle Firmen. Es wurde auch Schnaps erwähnt. Selbst in der Hotellobby (wieso waren wir eigentlich in der Lobby? Mmmh) waren überall Leute, die dieses Jule-Dingenskirchen feierten.

Steak in Aarhus

Dinner

Überhaupt wird in Dänemark viel gefeiert. Also, zumindest sieht das von außen so aus.

Alle sind gut gelaunt, alle sind freundlich, Aarhus ist tatsächlich eine sehr freundliche Stadt. Die Leute sind hier schlicht extrem nett. Keine Ahnung wieso, aber da könnte sich Hamburg eine Scheibe von abschneiden.

Das liegt möglicherweise daran, dass am 24. December um den Weihnachtsbaum getanzt wird. Im Kreis. Und alle machen mit.

Es gibt an Weihnachten auch irgendeinen Milchreis-ähnlichen Nachtisch, mit einer Mandel darin, und wer die Mandel findet, bekommt ein Geschenk.

Noch schöner als leicht betrunken um den Weihnachtsbaum zu tanzen finde ich aber die Art, wie die Kollegen hier die Geschenke am 24. December verteilen.

Denn der jüngste fängt an und sucht sich eines der Geschenke aus, die selbstverständlich allen unter dem Weihnachtsbaum liegen. Das „schenkt“ er dann demjenigen, der das eben bekommen soll und alle schauen zu, wie das Geschenk ausgepackt wird. Danach ist dann der Beschenkte dran und sucht das nächste aus und „schenkt“ es weiter, dito der nächste, und so weiter. Da wird also den ganzen Abend lang „verschenkt“.

Aarhus Weihnachts Beleuchtung

Das Ding in der Mitte ist eine Plattform mit Glasboden, die über der Fußgängerzone schwebt.

Wir machen ja immer etwas mit Würfel oder Karten diesbezüglich, aber evtl kann man das ergänzen um „Suche ein Geschenk aus, das nicht für dich ist und gibt es weiter“.

Das Hotel war auch völlig anders als sonst, denn da waren überall Kinder beim Frühstück.

Business Typen waren da auch, klar, aber es gab erheblich mehr Familien als alleinreisende Männer, die schweigend in ihr Handy starren und das war super. Es war laut, es wurde gerannt, gespielt, gelacht, es gab jede Menge süßes Frühstück und sehr, wirklich krass müde Eltern. Erkläre ich mir so, dass es dieses Julefrokost auch privat gibt und Freunde sich eben vor Weihnachten schon mal treffen, sich einen Anlöten und im Hotel übernachten. Einige Eltern waren aber auch zerstört, meine Güte. Die Kinder hatten totale Narrenfreiheit, weil Eltern müde, aber das hat alles geklappt, von diversen Überschwemmungen am Saft-Dings mal abgesehen.

Es war toll in Aarhus.

Viele Leute getroffen. Sensationell leckeres Steak gegessen. Nicht unerhebliche Mengen Bier getrunken. Die Stadt besichtigt. Gefreut, dass es in Aarhus drölfzighundert Millionen Weihmachtsbeleuchtungen gibt. Ich komme wieder. Keine Frage.

Danke für alles.

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