Hamburg Berlin Gefühl für drei Tage.

Ach. Berlin. Auch mit drei Jahren Pause bleibt es kompliziert.

Du bist zu dreckig und zu laut. Kennt man, tausendfach gelesen (wenn man am Wasser sitzt, gehts).

Schön war es beim Frühstück. Tolles Restaurant. Sorry, es nennt sich Breakfast Club, nicht Restaurant. Die Bedienung denglischt hervorragend, es ist erstaunlich, dass niemand laut lacht. Aber alle sind super nett. Die Frauen links von mit ärgern sich, dass es kein veganes Angebot gibt. Die Frauen rechts von mir beschweren sich über den Slow-Mo Service. Das bringt Berlin auf den Punkt. Stört aber niemanden in Berlin. Das die Tische und Aschenbecher dreckig sind und es überall klebt – geschenkt. Dafür war mein Rührei exzellent, also so richtig gut, der Veggie-Bagel hingegen war krass überbewertet und lieblos.

Ich bin froh, dass ich nicht mehr in Berlin wohne.

Klar, hier sind alle irgendwie busy und sexy und jung und mobil und nachhaltig mit einem Strohalm aus Pappe. Aber meine Güte, ist Berlin immer noch kaputt. Überall Autos, dazwischen Todesmutige Radfahrer und diese „egal“ Haltung überall.

Mit Leuten gesprochen, die mit Verwaltung zu tun haben. Überall ähnlich: nichts, absolut nichts passiert, ohne dass jemand gesagt bekommt, etwas zu tun. Niemand ist verantwortlich, niemand kümmert sich, alles steht still.

Kann man in Berlin überall sehen. Der Fernsehturm ist ein schönes Beispiel. Da fahren Hunderttausende Menschen jeden Tag vorbei, aber das Zeug unten am Turm ist kaputt und sieht scheiße aus. Das ist eine der Top Attraktionen von Berlin. Verstehe ich nicht.

Oder die Bahn. Da wachsen Bäume in den Schienen. Nicht irgendwelchen Schienen, sondern die zentrale Ader der Stadt. Nicht so kleines Unkraut, sondern richtige Bäume und die wachsen da offensichtlich seit vielen Jahren und in der Infrastruktur willst du eigentlich auf gar keinen Fall Bäume und Wurzeln haben. Stört aber niemanden.

Oder am Hauptbahnhof. Tausende Menschen, überall Leute. Vor Gleis sieben, dem Gleis Richtung Hamburg, gibt es über Abschnitt A einen Ausgang. Wenn du da hoch und um die Ecke gehst, siehst du, dass das als Toilette für ganz große Geschäfte genutzt wird. Da liegen etliche fette Haufen unterschiedlichen Reifegrades direkt vor einem Eingang am Hauptbahnhof und auch hier stört es niemanden

Die Liste lässt sich beliebig fortsetzten. Stört auch niemanden …

Auf Wiedersehen

Es war toll für drei Tage durch Berlin zu hüpfen und ich freue mich sehr auf die nächste republica.

Nächstes Mal bringe ich Kind1 und Kind2 mit, gehe deutlich früher Schwimmen im Freischwimmer, wir übernachten privat und machen hoffentlich ein Gruppenfoto mit der Maus.

Älterer Beitrag

#rp22 Tag 3, re:publica 2022 Berlin