Restzeitampel Hamburg vs. Berlin

Hamburg ist eine Stadt der Autofahrer. Hier kümmert man sich um die Blechlawinen die jeden Tag aufs Neue durch die Stadt strömen. Um solch Gewäsch wie Fußgänger, Radfahrer oder Behinderte Verkehrsteilnehmer wird eher nicht eingegangen.

Als Rad fahrender Verkehrteilnehmer darf ich das jeden Tag aufs neue Erleben. Es sind die Kleinigkeiten die Hamburg zur Autostadt machen.




Schuhe an Ampel

uploaded by Merlix.

Im Gegensatz zu Berlin gibt es in Hamburg unglaublich viele so genannter „Bettelampeln“. Das sind Ampeln, an denen der Fußgänger erst einen Knopf oder Sensor betätigen muss, um dann Minuten später endlich sein Grünzeichen zu bekommen.

Das ist in Berlin Elementar anders, da funktioniert, zumindest in meiner Erinnerung, fast jede Ampel gleich. Es gibt diese Schwachsinnige Bettelfunktion nicht. Fußgänger haben immer ihr Grünzeichen. Einfache Geschichte. Funktioniert super. Als Radfahrer kann man entspannt auf solche Ampeln zu rollen, die Fußgängerampel wird demnächst Grün, immer und überall.

In Hamburg eben nicht, da kann man Stundenlang stehen und nichts passiert wenn eben dieser bekloppte Knopf nicht gedrückt wird.
Erkläre mir bitte jemand warum das sein muss? Eine Ampelschaltung ohne diese Funktion ist billiger im Einkauf, leichter zu warten da weniger Teile und einfacher aufzusetzen da weniger Eingaben.

Statt diesen vollkommen unnützen Quatsch zu entfernen wird lieber etwas für die Autofahrer getan. Sie führen die ganz wunderbaren „Restzeitampeln“ ein.

Das ist der allergrößte, Mega-Schwachsinn. An einer roten Autoampel gibt es dann einen Countdown bis zum nächsten Grün. Dadurch soll der Verkehrsfluss beschleunigt werden da Autofahrer frühzeitig den ersten Gang einlegen und zügiger losfahren. Einzig aus diesem Grund werden die Restzeitampeln angeschafft.

Alter Schwede. Zügiger losfahren um dann an der nächsten Ampel wieder auf den Countdown zu starren und wieder zügig losfahren um an der nächsten Ampel wieder zu stehen um dann wieder zügig losfahren.

So eine Unlogik, da zieht es einem die Schuhe aus. Wie viele Autos kommen da mehr durch die Grünphase? Eins? Zwei? Für zwei Autos mehr pro Grünphase bauen die so ein Ding dahin das bestimmt nicht billig ist, so eine Ampelkiste wird glücklicherweise nicht von Ein-Euro Jobbern programmiert, das kostet.

Macht es doch so wie in Berlin. Nahezu alle Ampeln funktionieren gleich, wenn die Ampel bei den Fußgängern auf Rot springt weiß ich, dass in wenigen Sekunden die Autofahrer ihr Grün bekommen. Funktioniert seit Jahren, ist kostengünstig und läuft und läuft und läuft. In Berlin hat man wohl einfach mehr Erfahrung mit Ampeln. Die erste Ampel Deutschlands stand in Berlin und scheinbar freut sich darüber jemand so sehr, dass es bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung eine recht umfangreiche Präsentation zum Thema Ampeln in Berlin gibt.

Allerdings kann man sich als Bausenator dann nicht mehr mit schicken Geräten im modernen Design fotografieren lassen. Daran wird es wohl liegen. Die einfachen Sachen klappen in Hamburg nicht, die lassen sich aber auch einen Quatsch andrehen, unglaublich.

Restzeitampel Hamburg vs. Berlin, braucht kein Mensch, kostet nur Geld, ist meiner Meinung nach völliger Schwachsinn und daher: 0:1000 für Berlin.

Das war der Auftakt zur „Ein Rad fahrender Verkehrsteilnehmer beschwert sich über Hamburg“.

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