Mein erster Vampir. 3000 Seiten und ein absolutes Fest.

Gestern habe ich über meine Tätigkeit als Lesementor an einer Hamburger Grundschule geschrieben. Über Liebe zu Büchern und wie toll es ist, diese Begeisterung an ein Kind weiterzugeben. Heute geht es wieder um Bücher. Allerdings um welche, die ich meinem Lesekind eher nicht vorlesen würde.

Liebes Internet. Ich habe es getan. Nach Jahrzehnten habe ich mein erstes richtiges Vampirbuch gelesen. Nicht nur ein Buch, sogar eine Trilogie. 3 × 1000 Seiten lang hatte ich Spaß mit dem „Reich der Vampire“ von Jay Kristoff.

Das war ein wilder Ritt.

Ich hatte keine Erwartungen. Ich habe noch nie ein Vampirbuch gelesen, hatte es nur zufällig aus der Bücherhalle mitgenommen und es war ein absolutes Fest.

Völlig unerwartet hat mich diese Serie abgeholt wie selten zuvor. Es ist keine Weltliteratur und hat auch keine geschliffenen Sätze, die du tagelang mit dir herumträgst. Trotzdem war ich richtig am Haken.

Die Geschichte wird in einer Art Rückblick während eines Verhörs erzählt. Ein Silberwächter berichtet aus seinem arg gescheiterten Leben. Silberwächter verkloppen eigentlich Vampire und andere Monster.

Selten zuvor hatte ich so viel Spaß mit den vielen Wendungen und Twists einer Geschichte. Immer wieder dachte ich, ich wüsste, wohin die Reise geht. Und immer wieder lag ich, laut WTF quietschend, daneben. Alles ist eingebettet in eine dichte, trostlose Welt voller Begierde, Gewalt und Verzweiflung.

Ab und an wird auch mal gebumst. Und wie das heutzutage in Fantasy eben so ist, nicht nur angedeutet, sondern so richtig. Die Bücher sind eher nicht jugendfrei. Die wenigen Szenen passten größtenteils in die Geschichte und fielen auch nicht groß auf. Dafür passiert einfach zu viel. Der Takt ist hoch, es geht schnell weiter und langweilig wurde mir auf den rund 3000 Seiten erstaunlicherweise nie.

Falls ich jemals noch eine Vampirgeschichte oder Vampirtrilogie lesen will, lese ich die hier noch einmal.

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Lesementor Hamburg.

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Sven Dietrich
Director Digital Marketing
Sven Dietrich ist Director Digital Marketing, Blogger und selbsternannter Experte für alles Moderne. Er schreibt seit ziemlich langer Zeit auf pop64 über Internet, Alltag, Hamburg-Meiendorf, Familie, digitalen Kram und Dinge, die besser funktionieren könnten. Persönlich, direkt, manchmal genervt, meistens mit Meinung. Nebenbei fährt er Rad, spielt Badminton, mag Brett- und Videospiele, gärtnert und kocht gern.