Wahl Zwaa Pungd Null am Kombuder in Hessen

Das ist komisch, ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll.
Als alter Hesse verfolge ich die Geschichten aus der Heimat natürlich und lese heute die vielen Berichte über die Wahl am heutigen Sonntag.

Eigentlich berichtet man ja nicht über eine Wahl am Wahltag, zumindest nicht bis 18 Uhr. aber bei der Wahl laufen einige Sachen falsch.

Zur Erinnerung: In Hessen wird in einigen Orten mit Wahlcomputern gewählt. Das überfordert die Wähler und Wahlhelfer gleichermaßen und ein Wahlcomputer öffnet einer Manipulation der Wahlergebnisse Tür und Tor. Im Prinzip kann jedes Kind das Wahlergebnis beeinflussen, es muss sich nur kreativ damit auseinandersetzen.

Politiker der verschiedensten Parteien sagen zwar, dass ein Wahlcomputer sich ist, aber als Techniker muss ich sagen, dass das leider vollkommener Quatsch ist. Die Sicherheit steht und fällt mit den Menschen, die solche Geräte bedienen und betreuen und da sieht es ganz finster aus auf dem Land.

Woher soll der kleine DAU (dümmster anzunehmender User) auch wissen, wie er mit so einem Kombudder umgehen soll?

Dann noch so Sachen wie Wahlrecht und motivierten Menschen, die sich ansehen wollen, ob die Geräte manipuliert wurden, das überfordert den ländlichen Kleingeist vollkommen.
Leute aus dem Nachbardorf sind in Hessen immer die Bösen, Leute aus der Stadt, die dann auch noch zusehen wollen, was da passiert sind dann natürlich Verbrecher, Terroristen und alles.
Die Leute auf dem Land sind so und bleiben es auch, selbst wenn man denen das Wahlrecht auf die Stirn tackert.

Die DAUs sind mit dem Drücken von zwei Knöpfen überfordert und diskutieren wild rum, wie denn jetzt eigentlich gezählt wird.

Sie einigten sich dann darauf, dass auch die abgegebene Stimme dadurch ungültig werden würde, weil man im Gerät eben entweder zwei Stimmen oder gar keine eingibt. Das wäre dann eben Pech für den Wähler.

Quelle: scytale.name – Wahlbeobachtung Hessen, erste Eindrücke Klicken und lesen.

Spannend oder?
Leider ist das da kein Videospiel bei dem ich rum diskutiere, ob es nun einen oder zwei Punkte gibt, sondern eine Wahl.

Dann ist da noch die Bedienung eines Computers. Man muss zwar nur auf ein paar Knöpfe drücken, aber die Leute neigen ja dazu einen an der Waffel zu haben und schaffen selbst so einfache Sachen wie das drücken eines Knopfes nicht.

~30% der Wähler heute morgen konnten oder durften nicht ohne Intervention von aussen ihre Stimme abgeben. Meistens scheiterte es daran, dass sie nicht fest genug drücken oder an der falschen stelle oder die reihenfolge nicht einhalten

Quelle Kommentar von Wahlbeobachter

Kein Wunder, meine Oma würde einen Herzinfarkt bekommen, wenn ich sie vor eine Maschine stelle.

In echt sieht das dann so aus:

ging sie in die “Kabine” und auch da musste der Wahlhelfer ihr von halbe drinnen/draußen helfen. Als sie dann raus kam sagte sie nur: “Wissen sie was?! Das ist alles so kompliziert und hecktisch hier, ich habe einfach irgendjemanden gewählt” und verließ das Wahllokal.

Quelle: Kommentar von OnkelMark

Über den Kommentaren steht:

ich höre ständig von Behördenleuten, dass wer nichts zu verbergen hat, auch nichts befürchten muss. Was habt ihr also zu verbergen? Soll in Obertshausen, „der liebevollen Kleinstadt“, etwa die Wahl manipuliert werden?

Quelle: blogs.hr-online.de – Hey Obertshausen,

Scheint eine tolle Stadt zu sein:

Die Stadt Obertshausen würde alle rechtlichen Mittel ausschöpfen um gegen uns vorzugehen.

Quelle: Kommentar von chaotika

Feine Sache oder?

Mehr Berichte zur Wahl am Kombudder in Hessen gibt es bei: Netzpolitik – Erste Berichte von der Wahlbeobachtung in Hessen und bei frank.geekheim – Eine kleine Demokratur in Westeuropa….
Beides lesen und sich wundern.

Ich bin sehr gespannt, ob das jemanden interessiert, wenn man als Zuschauer einer Wahl gleich angezeigt wird. Oder einen Bericht darüber, dass die Leute zu dusselig zum Knöpfchendrücken sind.

Umfassende Information zur gesamten Wahlcomputer-Problematik gibt es im Wiki des CCCB – Wahlbeobachtungen

Gesetz über die Wahlen zum Landtag des Landes Hessen
(Landtagswahlgesetz – LWG -)
§ 29 – Öffentlichkeit der Wahl

Wahlhandlung und Ermittlung des Wahlergebnisses sind öffentlich. Der Wahlvorstand kann Personen, die die Ruhe und Ordnung stören, aus dem Wahlraum verweisen.

via Rivva und überall

5 comments

  1. Pingback: Gepflegter Onlinepatriotismus » Blog Archive » Wahl in Hessen und der fade Beigeschmack
  2. Pingback: links for 2008-01-28 at Florian Altherr
  3. Christian says:

    Schon traurig – als Geburts-Hesse fern der Heimat verfolgt man die ganzen Blog-Berichte zu den diversen Wahlpannen und kann nur immer wieder betrübt den Kopf schütteln. Hoffen wir mal, dass unsere Demokratie die „Wahl 2.0“ mittelfristig unbeschadet übersteht…

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