Urlaubstagebuch. Tag 2. Sonntag

Warm spielen im Wohnzimmer

Früh aufgestanden. Wie immer dann doch erst in letzter Minute mit dem Packen fertig geworden. Ein großer Koffer. Ein Rucksack. Alles voll, hauptsächlich mit Kindersachen. Packen für Kinder auf Reisen widerspricht sämtlichen physikalischen Gesetzen. Das Volumen und insbesondere das Gewicht vermehrt sich auf magische Weise im Koffer.

Mit dem Auto zum Bahnhof. Mutter mit im Zug und auf dem Bahnsteig. Tränen, als Kind die Schuhe auszog und sofort nasse Socken hatte, da der Boden im Abteil nass war. Mit Gummibären getröstet. Mutter steht draussen. Dieser kurze Moment des Lachen und gleichzeitig Weinen, als der Zug los fuhr und die Mutter nicht mit kommt. Da wusste er nicht, wohin mit allem. Gummibären helfen auch dann. Gummibären helfen sowieso auf langen Bahnreisen. Allerdings mit dem Nachteil, dass irgendwann eine kleine, von Zucker aufgeputschte Bombe in Langeweile zu explodieren droht. Wir sind durch den Zug gerannt.

Erkenntnis aus der Bahnfahrt: 1. Klasse im IC ist völlig für den Fuß. Es ist nicht so voll. Das ist nett, aber das ist auch alles. Im IC lohnt das nicht. Es gibt im IC einen erste Klasse Abteil-Wagen direkt hinter der Lok, da kann Kind prima rennen. Viel besser als in der zweiten Klasse. Falls Sie mal mit Kind nach Bewegung im Zug suchen. In der ersten Klasse ist Platz zum rennen und solange kein Schaffner kommt, geht das schon, sie haben ja das Kind dabei und wollen „Lok gucken“. Lok gucken funktioniert im Zug nur mäßig gut. Entweder starrt man auf eine große, rote Lok und sieht sonst nix, oder man sieht den Lokführer, aber es sieht aus wie eine U-Bahn. Wieder gelernt: Die Schaffner sind in der Regel sehr nett.

In Gießen umsteigen. Nicht bedacht, dass der Zug ab Gießen am Sonntag nur alle zwei Stunden fährt. Wir haben gewartet und er ist vor dem Bahnhof mit dem Laufrad gefahren. Irgendwann im Zug und den kleinen Raben gelesen. Dem Kind im vorbeifahren das Stahlwerk gezeigt, in dem ich gearbeitet habe (damals). Kind fand das natürlich öde, man sieht ja nix.

Oma und Opa am Bahnhof. Mit Hund. Spielzeug im Haus zusammen gesucht. Playmobil geht los. Innerhalb von Stunden die Wohnung in den „Kind zu Besuch“ Modus gewechselt. Schaufel hier, Laufrad da, überall liegt plötzlich Zeug. Der Hund ist verwirrt. Ist er ohne uns auch, aber jetzt ist er noch verwirrter.

Kind kann sehr laut hämmern. Das findet der Hund doof. Er kann dafür sehr laut bellen, das findet das Kind doof. Sie ergänzen sich sehr gut.

Abendessen. Müde. Durch. Bett.

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