Tektonische Plattenverschiebung in Browserversionen

Anmerkung für alle Internetpeople.
Ihr wisst es vielleicht schon, für alle die es noch nicht mitbekommen haben:

Google Chrome hat dem IE als Hauptbrowser den Rang abgelaufen.
Siehe thenextweb.com: Google Chrome overtakes Internet Explorer as the Web’s most used browser und googlewatchblog: StatCounter: Google Chrome ist weltweit meistgenutzter Browser. Das Internet schreibt darüber und alle freuen sich einen Keks. Ich bin diesbezüglich wertfrei, habe aber eine Anmerkung aus meinem Arbeitsleben dazu.

Der eigentliche Witz und besonders bemerkenswert an dieser Meldung ist, dass der IE selbst zu Bürozeiten nicht mehr Browser No.1 ist.
Für die Geschichtsbücher:
In KW 20 im Jahr 2012 hat Chrome den IE als Arbeitsplatzbrowser überholt.

Bislang war der IE im Berufsleben ganz klar und deutlich Nr. 1. Am Wochenende, zu Hause, nutzen die Leute dann Google Chrome. Siehe royal.pingdom.com: IE, the office browser – Used significantly less at home.
Das macht auch Sinn, ist das „Internet“ als solches mit Google Chrome doch messbar schneller und fluffiger als mit dem IE. Die Unterscheide sind zwar nicht mehr so groß, aber hey, Google Chrome hat einen App-Store mit Spielen (Angry Birds, Sinuous, Plants vs. Zombies, Wo ist mein Wasser, from dust, Bastion, etc.) und Spiele hat der IE eben nicht.

Das alles sieht man sehr schön auf diesem Chart:

Vollbildaufzeichnung 21.05.2012 114454

Foto: Global Stats from Statcounter 21.05.2012. Quelle.

Die Mehrzahl der Menschen, die sich mit dem Internet beschäftigen, haben mit Browserversionen erst einmal nichts zu tun und das ist auch gut so. Generell gilt hier: Ja, dieses neue Chrome Browser-Dings ist eine gute Sache (Buzzwords: HTML5, CSS3) hat aber auch Nachteile.

Chrome Ultra-Nachteil No.1: die drölf Schrillionen verschiedenen Versionen.
Auf einer stärker frequentierten Seite, die ich betreue, schlagen 167 versch. Versionen von Chrome auf. Das will man eigentlich nicht, dass kann im Detail unfassbar nerven. Die Theorie des „entwickelt nur für eine Version, für die aktuelle Version“ ist nett gemeint, im debugging-Fall bekomme ich aber regelmäßig Pickel am Arsch angesichts der vielen Chrome-Versionen.

Aber.

Chrome Ultra-Vorteil No.1: Sicherheit.
Aus zahlreichen Gründen ist Chrome sicherer als andere Browser und hat zusätzlich noch die Möglichkeit, in den Einstellungen Plugins sehr einfach auf „Click to play“ zu stellen. Damit verschließt man 99% der Einfallstore durch böse Scripte im Internet. Click to play ist eine der Einstellungen, die ich Vaddi und Muddi am Rechner einstellen werde.
Quelle: Protip against driveby infections (the ones in the browsers) und BSI-Empfehlungen zur Cyber-Sicherheit (sperriger Titel, aber Eltern und Bekannte hören evtl auf das BSI, ist es doch ein Amt).

Dieses moderne Internet ist eine spannende Sache, kann man damit doch sehr hübsche Sachen bauen. Wohin die Reise geht, tja, es gibt viele Seiten mit Demos und HTML5 & CSS3 Readiness und HTML5websites gibt einen schnellen Überblick über die aktuelle Unterstützung. Zahlreiche Spiele in Google Chrome sind HTML5 Basteleien und die Technik dahinter ist eindrucksvoll (chrome.angrybirds.com oder Agent 008 Ball als Beispiel)

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