So war es in Berlin – republica 2015

Mein schönster Tweet jemals auf einer re:publica:

Ich finde das immer noch sehr faszinierend, denn ICH HABE EINEN ASTRONAUTEN AUFM HERRENKLO GETROFFEN.

Wie cool ist das bitte? Mit dieser Geschichte werde ich noch meine Enkel erfreuen und sogar Kind 1 findet das gut.

Auch auf der ISS gibt es nicht überall WLAN.

Das fand ich sehr beruhigend. Die teuerste, größte und was weiß ich Maschine, die die Menscheit je gebaut hat (100.000 Ingenieure haben daran gearbeitet) und selbst da gibt es nicht überall WLAN.
Meine Wohnung hat diesbezüglich etwas mit der ISS gemeinsam. Ein sehr schöner und beruhigender Gedanke.
Quelle: @astro_alex in seiner wundervollen Blue Dot Mission – Sechs Monate Leben und Arbeiten auf der ISS Session.

Der heiße Scheiß

Ja, den gab es. Anders als sonst gab es diesmal ein Ding, dass mich völlig geflasht hat. Bislang schreibt kaum jemand darüber, daß war auch sehr versteckt, in der Berlin Web Week Halle.
Ich habe dort dieses Orculus Rift ausprobiert.
Das ist so neu, dafür gibt es noch nicht mal geeignete Worte. Bin ich geriftet? Abgetaucht? Eingetaucht? Ich weiß es nicht.
Mal unter uns.
Das ist ganz krasse Technik, die die Welt tiefgreifend ändern wird.

Orculus Rift

Ich habe mir ein 360 Grad Video angesehen. Es war nur ein simples Showreel aber selbst das war zutiefst beeindruckend, denn da läuft eine Büffel Herde an mir (an mir, nur an mir, wichtiges Detail) vorbei und ich kann links schauen, rechts schauen, hoch oder runter schauen und überall sehe ich die Prärie mit den Büffeln.

In der heutigen Ich bezogenen Zeit wird das ein Knaller. Egal ob im Blockbuster, Videochat, e-learning, Porno oder sonstwo, mit diesem Ding bin ICH mitten drin und voll dabei. Wenn Sie die Möglichkeit haben, probieren Sie das unbedingt aus, insbesondere die Videos. Die 3D Anwendungen sind auch faszinierend, aber die Videos, die sind echt krass. Gesehen habe ich den Trailer, bzw die Demo dieses Films: Zero Point (Link zum Steam Store).

Re:publica an sich

  • Diesmal gab es Suppe. Ich bin bekennender Freund von Suppen, denn eine gute Suppe rettet meinen Tag. Eine sehr gute Sache, Suppe kann es nächstes Jahr gerne wieder geben.
  • Die rp-App war sehr gut. Großes Lob dafür.
  • Ich habe auf der re:publica nicht eine Apple Watch gesehen und das sagt eigentlich alles, was ich über die Apple Watch wissen muss.
  • Organisation, Anmeldung, Hopfensmoothieversorgung, alles ganz hervorragend.

Gespräche

Wie immer, stand ich zwischendurch alleine auf dem Hof herum und erwartete, dass mich jemand erkennt, anspricht und in ein bezauberndes Gespräch verwickelt. Das klappte nur noch vereinzelt, es sind schlicht zu viele Leute da, darum folgte ich diesmal einer wagemutigen Mischung aus Anschreiben auf Twitter und anquatschen bei irgendwas. Das war diesmal anders als sonst.

Ich hatte das Glück, mich mit etlichen Studenten zu unterhalten und das war wirklich ganz wundervoll. So viele Ideen, so viel Motivation, ein völlig anderes Selbstverständnis von diesem digitalen Geraffel um uns herum, es war super.

Statistik. Aus unbekannten Gründen lernte ich über Twitter nur Frauen in persona kennen, bei den Studenten waren es nur Jungs.

Falls ihr das Lesen solltet. Vielen Dank für die Gespräche, ich habe mich jedesmal sehr gefreut.

Die Kunst der großen Reden

Ich war beim Netzpolitischen Abend der SPD und sah und hörte dort zum ersten mal Herrn Gabriel reden. Irgendwas mit Internet, Mittelstand, Datenschutz und digitalem Wandel, das übliche halt, inhaltlich war das alles Standard. Erfolge hier, müssen was machen da, erreicht haben wir dies, Probleme gibt es da, etc. Ich kann mich sogar an seinen „für die meisten Mittelständler klingt Cloud nach Diebstahl“ Witz erinnern.

Nachhaltig beeindruckt bin ich angesichts der Tatsache, dass Herr Gabriel nur limitiertes Verständnis für all die digitalen Themen hat (als Experte hört man das dann doch raus und ich drücke mich hier explizit höflich aus), aber das fällt überhaupt nicht auf, denn er spricht so gut, dass wahrscheinlich alle im Raum mit einem „Jawoll, die machen das“ Gefühl nach Hause gingen. Ein sensationeller Redner, ich bin wirklich beeindruckt, denn noch nie habe ich jemanden so gut und so viel zu so wenig reden gehört. Das trifft es nicht ganz. Egal. Er ist einfach ein begnadeter Sprecher.

Kinder

Die Leute werden älter und, Überraschung, es gibt immer mehr Kinder. Es gibt Twitter-Babies, welch schöne Sache eigentlich, es gibt Kinder auf der republica und es gab eine Kinderbetreuung. Alle Eltern haben im Gespräch darüber gemeckert, aber ehrlich gesagt war die Kinderbetreuung mehr als sonst.
Ich habe mich sehr gefreut, dass die Kinder mittendrin mit Lego gespielt haben. Überall wahnsinnig wichtige Leute, Themen, NSA, alles schlimm und dann sitzen da zwei Kids und bauen Lego. Das erdet, beruhigt und macht mich froh.

Abendprogramm

Gefühlt sind alle Leute, die ich ausm Internet kenne, jeden Abend auf irgendwelchen wahnsinnig tollen Events. Ich nicht, ich war essen, Fussball schauen oder so und bin danach dann jeweils nochmal auf nen Absacker zur republica 2015.
Die üblichen Verdächtigungen waren am Abend nicht mehr da, aber sehr viele internationale Gäste waren noch vor Ort. Das ist super, denn die waren entspannt, nett und haben, im Gegensatz zu vielen Internetfuzzies, sogar getanzt.

Zum Fussball schauen am Mittwoch ergab sich ein Eckkneipen Besuch. Das war deutlich anders als mit den digitalen Hipstern, aber der Service war spitze und ich war mind seit 15 Jahren nicht mehr in so einem Laden in Berlin.

Berlin

Alter Schwede. Bin ich froh, dass ich nicht mehr in Berlin wohne. Diese ganze wer mit wem und wer nicht mehr, weil doof, das ist mir alles viel zu kompliziert. Dazu kommt die Stadt an sich. Für einen Besuch ganz nett, aber wohnen will ich da nicht mehr.

Überraschung

Ich kam auf die republica 2015 und gleich am zweiten Stand, bei vamos, traf einen alten Bekannten, von früher. Das früher, als ich noch in Hessen wohnte, einen VW Bus hatte und irgendwann nach Berlin zog. Das war eine tolle Überraschung, ich habe mich sehr gefreut und danach war die re:publica schon nahezu perfekt.

Sessions und die „haste was gelernt“ Frage

  • Es gab die Session über online im Mittelstand. Die war super, denn die zeigt die vielen Probleme, die wir hier haben.
  • Bildungstrinken (Video ansehen) war sensationell gut und hat meinen Horizont erweitert, geistig und sprirituosig, ich wünsche mir so etwas als Veranstaltung in Hamburg. Ich würde sofort hingehen. Es gab folgende Drinks: Pimm’s Cup, Sazerac, Brainstorm, Tequila Negroni.
  • Die Kinderfoto Session war schlimm, dazu schreibe ich später noch etwas.
  • In Sachen Netzpolitik und NSA ist weiterhin in der Fläche alles vollkommen im Eimer. Es wird nicht besser, im Gegenteil, es wird immer schlimmer.

Sehr sehenswert, unterhaltsam und lehrreich auf der republica 2015

Funfact.

Veröffentlicht mit WordPress für Android aus der U-Bahn.

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