Rückblick 30 Jahre Klassentreffen mit Exra Special Hidden Bonus Track

Schön war’s gewesen.

So viele Leute nach so langer Zeit wiederzusehen war ganz wunderbar. Ehrlich, es war wirklich toll, alle zu treffen.

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Abendessen

Das war eine recht homogene Gruppe, die sich sofort verstanden hat und sehr gut miteinander unterhalten konnte. Tolles Ding, denn das kann mit so vielen Leuten auch völlig, ja desaströs anders laufen.

In dieser Gruppe haben, soweit bekannt, alle einen Job, alle stehen mitten im Leben (ich hasse diese Ausdruck, aber mir fällt keine anderer ein), einige haben ein Händchen für Mode, andere bekamen sehr früh Kinder, wieder andere bekamen erst vor kurzem Kinder, es gibt bei den Kerlen tendenziell eher weniger Haare auf dem Kopf und die, ähm, Gesamtmasse nimmt zu, hingegen die Damen alle toll aussehen und wir alle witziger weise die Damen eher wiedererkannt haben als die Kerle. Faszinierend, denn keine Ahnung wieso. Fazit bei mir war, dass ich aussehe, wie mein Vater, aber das gilt wohl bei fast allen, oder?

Es gibt welche mit Gehältern aus der völlig anderen Liga, es gibt welche mit sehr ehrlichen Jobs, einige arbeiten viel, andere sehr wenig, bei allen mit Familie ist klar, dass sie ein vierköpfiger (oder so) Familienunternehmen leiten. Es gibt viele Kinder (eine Tochter ist schon 21! Toll), alle können wundervolle Geschichten über die Kinder erzählen, einige sind viel rumgekommen, andere haben an Ort und Stelle viel erlebt, es gibt Vielreisende und sesshafte Häuslebauer.

Es wird in Köln und Düsseldorf gewohnt, im Ausland, im Osten, im Westen, im Norden, im Süden von Deutschland, einige haben kurze Wege, andere sitzen jetzt stundenlang im Zug, von roten Stiefeln über Manschettenknöpfen bis zu Turnschuhen und Kapuzenpulli war alles dabei.

Ich fange schon wieder an zu vergessen, wer wo wie wohnt, wie viele Kinder hat, geschieden war ist demnächst sein wird, wer früher woanders wohnte und dann aus Gründen wieder nach Dings ging, es waren einfach sehr viele Geschichten.

Früher gab es mehr Bier und Drinks, zum Klassentreffen dann doch eher Cola und Wasser, denn irgendwie waren fast alle mit dem Auto da. Es gab einen Absacker im Little Rock (und wir haben da den Altersdurchschnitt spürbar verändert. Meine Güte, waren die alle jung. Teilweise echt hübsch, aber eben total klein, auf dem „Äh, musst du nicht mal langsam nach Hause? Es ist schon zwei Uhr?“ Level. Ich werde alt).

Ich habe mein Blog meiner Grundschullehrerin gezeigt, bin mir aber unsicher, ob sie weiß, was ein Blog ist. Ist aber auch total egal. Es war ein Abend ohne Politik, das haben wir am Anfang gleich geklärt und da fällt dann auch mein „aber die digitale Bildung in Deutschland EINSEINSELF!!11!!“ Kiste mit rein. Ach ja, einige lesen mein Blog, andere nicht.

Ihr mitlesenden habt Glück, denn ich fasse das nochmal zusammen, ihr müsst also nicht die vorhandenen 2.500 Beiträge lesen.

Das mit dem Abi hat bei mir nicht geklappt, ich habe eine Ausbildung im Stahlwerk gemacht, als Elektriker und da dann auch ein Jahr gearbeitet. Ich bin froh, dass ich das gemacht habe.

Ja, ich war danach lange in Berlin, die damalige Freundin und ich zogen von Herborn in die große Stadt. Ich musste meinen Zivildienst ableisten und es ergab sich, dass wir nach Berlin gingen. Klingt ungeplant, war es auch, denn wir waren jung.

In Berlin passierte dann, dass, was immer passiert, wenn ein junges, naives Paar vom Dorf nach Berlin zieht: es wurde kompliziert.
In diesen drei Worten steckt sehr sehr sehr viel privates Zeug, dass ich nicht bloggen kann.

Aber ich kann bloggen, dass wir aus finanziellen Gründen geheiratet haben und das wir die Scheidung noch vor dem 1. Hochzeitstag eingereicht haben.

Berlin war zum Leben ausgesprochen toll, ich hatte da eine geile Zeit. Zum Arbeiten ist Berlin ein Desaster, völliges Drama, kann man sich nicht vorstellen. Ich bin vor 12 Jahren von Berlin nach Hamburg gezogen, habe zu diesem Anlass dieses Blog hier gestartet und wohne dort inzwischen nach diversen Zwischenstationen, am Stadtrand, mit Familie, in einem Haus und bin froh, nicht mehr in Berlin zu wohnen. Berlin nervt.

Hamburg hingegen ist toll. Es dauerte eine Weile, bis ich mit Hamburg warm wurde, aber jetzt lebe ich da ein Leben mit den üblichen Höhen und Tiefen des Alltags, habe aber mehr Höhen als Tiefen. In Hamburg ist viel zu tun, immer etwas zu tun, quasi zu viel zu tun, aber ich kann mich nicht beklagen, denn egal worüber ich aus meinem Leben jammern würde, es wäre jammern auf hohem Niveau.

Es gibt zwei Jungs bei uns, sie sind drei und acht Jahre alt.
Wir sind nicht verheiratet.
Wir haben nicht gebaut, sondern einen Bungalow am Stadtrand gekauft.

Ich arbeite in einer Art Reisebüro, für Geschäftsreisende aus großen Firmen wie die, die im DAX gelistet sind. Mein Arbeitgeber ist ein globales Unternehmen, ich rede und schreibe größtenteils nur in Englisch (eat this Mr. Bernhardt!) und obwohl ich in der Reisebranche arbeite, verreise ich sehr selten.

Was ich mache ist mit „Internet Fuzzi“ umfassend beschrieben, wer es genau wissen will, kann sich freuen, dass ich ein Team mit „Digital Marketing“ Spezialisten aus Dänemark, Niederlanden und Deutschland leite und wir so Sachen betreuen wie Suchmaschinenoptimierung, Suchmaschinenmarketing, Social Media Marketing, E-Mail Marketing, Marketing Automation, Content Strategien, wir betreuen sehr viele Webseiten und diesen ganzen Kram mit diesen komischen Namen kann man unter „Digital Marketing“ zusammenfassen. Oder eben Internet Fuzzi.

Von Reisen habe leider ich nur wenig Ahnung, ich kann nur Internet.

Meine to do Liste für das nächste Treffen:

  • Ich selbst muss zwingend einen Ordner mit Fotos auf dem Handy haben, den ich sofort zeigen kann. Lustige Kinderbilder und sowas. Da waren insbesondere die Damen extrem (EXTREM) viel besser vorbereitet. Kinderfotos ohne Ende und bei mir nur Stuss, weil unsortiert. Da geht noch was.

Exra Special Hidden Bonus Track

Die Schule. Erinnert ihr euch noch daran?

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Nein? Na, dann mal los, so so sieht es aktuell dort aus. Hier der Blick vom Frühstückstisch nach dem Klassentreffen auf die Schule.

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Der Schule selbst geht es nicht mehr so gut. Die Gründe, über die wir auf dem Klassentreffen gesprochen haben, kann ich nicht bloggen, denn aus rechtlichen Gründen könnte das teuer für mich werden, aber ich kann Fotos zeigen.

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So sieht es im November 2016 in der Grundschule in Merkenbach aus ; die Schule hat erkennbaren Sanierungsbedarf. Schade, wie kaputt und, naja, trostlos es da teilweise aussieht. Warum da niemand mal zumindest die Dinger auf dem Schulhof neu malt, ist mir ein Rätsel. Man sieht richtig, dass alles einfach weiter genutzt wird, bis es eben kaputtgeht und dann auch kaputt bleibt.

Fotos

 

Die Schule steht in Teilen leer. Der ganze Neubaukram mit der Realschule, das steht alles leer, es gibt nur noch die Grundschule.

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Es gibt viele Baumstümpfe auf dem Gelände. Die Kletterbäume, die wir früher hatten, sind schon lange weg. Der untere Schulhof wird wohl nicht mehr genutzt, da liegt zurzeit nur sehr viel Laub.

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Im letzten oder vorletzten Schuljahr gab es nur vier Kinder für eine 1. Klasse. Das wird in den nächsten Jahren anders, aber die Schule ist weit entfernt von den 28 Kindern für die 1. Klasse, wie es bei uns der Fall war.

Das ist etwas schade, dass die Schule in Teilen verrottet. Gibt es da keinen Elternrat? Ich verstehe es wirklich nicht, warum da nicht wenigstens mit Farbe gearbeitet wird und es zumindest bunt und frisch aussieht.

Innenpolitische Details sind bekannt, können aber nicht gebloggt werden.

One comment

  1. eva says:

    Das hast du sehr schön geschrieben und das Foto mit dem Blick aus dem Esszimmer zur Schule rüber tut, wenn man so ganz im nordigsten Norden, ja fast schon im Ausland wohnt, richtig gut. Hoffentlich organisieren die bei uns auch sowas, wenn die Schule dann noch steht.

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