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Kurze Anmerkung zu den Presse und Twitterdings

Nachtrag: Es gibt inzwischen das ganze als Video.
carta.info – Das Unbehagen der Hauptstadtjournalisten mit dem twitternden Regierungssprecher – Das Video.

Meine kurze Anmerkung zu wenn der Regierungssprecher twittert.

Das, was da zur Zeit durch die deutschen Blogs (und viel zu viel durch Facebook) kopiert wird, ist ganz normaler Alltag in Deutschland.

Egal ob der Altherrenclub auf der Bundespressekonferenz oder der Vorstand deines Arbeitgeber mit Twitter (und einer Änderung, darum geht es im Kern) überfordert ist. Das ist Alltag und ich verstehe ehrlich gesagt nicht, was daran jetzt so dramatisch ist.

Natürlich lesen alle, dass Twitter unsicher ist, die Presse schreibt nur über die Skandale und Alarme auf Twitter.

Natürlich denken alle, dass Twitter unsicher ist, fragen sie mal ihren Datenschutzbeauftragten nach Twitter. Wenn ihnen hinterher kein Blut aus dem Ohr läuft und sie noch nicht durchgedreht sind, fragen sie ihren Betriebsrat nach Twitter. Falls dann, wieder erwarten, noch Motivation vorhanden ist, fragen sie einen aus der IT, der Ahnung hat.

Fragen sie keinen Social Media irgendwas zu diesem Thema.

Fragen sie ihre Mutter, den Feuerwehrmann um die Ecke, einen Pastor, den Bäcker, den Busfahrer, ihre Sachbearbeiterin auf der Arge, den Typ (oder Frau), die gerade in der Bahn (oder sonstwo) neben ihnen sitzt nach diesem Twitter.

Das erdet ungemein, kann man mal machen, das hilft weiter.

Dieses rumjammern über die Unsicherheit der Menschen gegenüber dem %DienstName% im Internet ist so 2009. Sind wir inzwischen nicht ein wenig weiter?

Genug Moralapostelt. Und komme mir jetzt niemand mit dem „aber es sind doch Journalisten, die müssen das doch können“ Argument. Ja, sie sollten sich damit auseinandersetzen, aber das Aussitzen hat doch die letzten 30 Jahre so gut funktioniert, warum sollte es jetzt anders sein?

Ja, ich habe auch gelacht, klar, ist trotz allem auch lustig. Aber wir, die an Twitter und dem ganzen Kram partizipieren, wir sind und bleiben eine Minderheit.

Grandios finde ich allerdings, dass jetzt die lähmende Blogs vs Journalisten Diskussion zu Ende ist.

Wir sind endlich im nächsten Level angekommen.

Twitter vs Journalisten.

Insofern ist es dann wieder eine gute Sache.

Wer selbst lesen will:
Regierungspressekonferenz vom 25. März.
@regsprecher – Steffen Seibert, Sprecher der Bundesregierung und Chef des Bundespresseamtes (BPA) auf Twitter.
Auslösender Tweet von @regsprecher am 5:20 PM Mar 22nd via Twitter for iPad.

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One comment

  1. Markus says:

    Nur kurz, weil Du sagst, Du verstündest nicht, was daran jetzt so dramatisch ist:

    Das sind die Leute, die uns de Politik der Bundesregierung vermitteln sollen und – viel wichtiger – die diese kritisch hinterfragen sollen. Und die machen sich vor Angst in die Hose, weil es da jetzt mit Twitter einen – btw längst etablierten – Kommunikationsdienst gibt, den sie nicht verstehen. Vor dem sie Angst haben (vermutlich weil sie ihre Mittlerrolle schwinden sehen).

    Hat ja niemand gesagt, dass das vollkommen neu ist. Aber ob so viel Arroganz gepaart mit (gespielter?) Naivität muss man sich einfach an den Kopf fassen. Darum geht es denen, die drüber bloggen.

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