Geld verdienen mit Stuss im Internet

Es gibt ein paar Neuigkeiten in Sachen „wie bekomme ich Kohle für den ganzen Quatsch, den ich im Netz veröffentliche“. Langer Artikel, aber man muss eben was tun für sein Geld …

Zur Erinnerung: 99% der Webseiten dieser Welt überlegen, wie sie mehr Geld verdienen können, am Besten noch mit Inhalten, die sie von Usern für umme bekommen haben. Nur sehr wenige Webseiten geben ihren Usern wieder einen Teil der Einnahmen zurück.

Seit kurzem machen Flickr, Last.fm und selbst diese komische VG-Wort bei spannenden Thema „Geld verdienen in diesem Internet“ mit.

Los geht es mit einer typisch deutschen Lösung.

Kompliziert, man muss sich anmelden, es ist so ein Vereinsding, bei dem nicht jeder mit machen darf und es hat einen Namen, der nach einem Drittliga Verein klingt. Geld verdienen mit der VG Wort.

Ich kannte die VG Wort bis eben noch nicht. Die machen das da:

Diese Institution (die VG Wort) nimmt seit vielen Jahren im Auftrag Rechte von Journalisten und Autoren wahr und bietet seit 2007 auch ein Programm für Blogger. Man muss in Artikel Zählpixel integrieren und bestimmte Mindestwerte erreichen, dann gibt es Geld.

Quelle: upload-magazin.de – Kaum bekannt: Geldsegen von der VG Wort für Blogger

Das klingt soweit ganz gut, ich kann also als Stuss-ins-Internet-Schreiber Geld verdienen. Super Sache und wenn ich jetzt noch deren komisches Zählpixel installiere, kann es los gehen mit den Millionen Hunderten Zehner Geld verdienen.

Man bestellt die Pixel etwa in Form einer Excel-Datei, kopiert den Code für das kleine Pixelbild in den Text – und fertig.

Quelle: blog.kooptech.de – VG Wort und der Pixelsegen

So geht das. Details zum Wie , Warum und Weshalb gibt es auf dem Link da:
blog.kooptech.de – VG Wort und der Pixelsegen

Geld verdienen mit gebloggtem Stuss – und das ist noch nicht alles.

Weiter geht es mit Flickr.
Flickr ist, wie die meisten hier wissen dürften, eine Webseite, auf der Zig-Billionen Bilder zu sehen sind. Alle Bilder kommen von den Usern, so auch von mir. Die Bilder bei Flickr können jetzt Geld bringen.

Gettyimages.com, eine Bildagentur, wird einzelne Fotografen und Bilder von Flickr ins Programm (sagt man das bei denen?) aufnehmen und entsprechend vergüten.

Das könnte für einige User vereinzelt eine Menge Geld bringen, sind die Preise für hochauflösende Bilder bei Getty doch recht hoch.

Ausgewählte Nutzer sollen die Möglichkeit erhalten, im Zuge des Projekts ihre Fotos als lizenziertes Profi-Material zu veröffentlichen. Die Quereinsteiger sollen zu denselben Konditionen bezahlt werden, wie die normalen Profi-Fotografen, die bei Getty Images unter Vertrag sind.

Quelle: derstandard.at – Getty Images rekrutiert Flickr-Nutzer

Aber man muss/sollte schon extrem gute Bilder bei Flickr haben, da gehören meine definitiv nicht dazu.
Generell ist es natürlich eine gute Idee, das Getty die Flickr-User anspricht und ihre Bilder verkauft. Ein tolles Prinzip, bekommt man doch Geld für Sachen, die man ’nur‘ als Service nutzt und da freut man sich über jeden Zu-Verdienst.
Details dazu gibt es (in englisch) bei der new York Times: bits.blogs.nytimes.com – Great Photo on Flickr? Getty Images Might Pay You for It

Das waren Text und Bilder, aber das war noch nicht alles, nein, man kann seit kurzem auch mit Musik Geld verdienen.

Ja, mit Musik, mit dieser Industrie, die seit Jahren nicht kapiert, was sie mit dem Internet machen soll und Apple mit iTunes komplett das Feld überlassen haben.

So wundervoll Flickr für Bilder ist, so unglaublich toll ist Last.fm für Musik.

Eine Webseite, auf der es um Musik, Musik hören, Musik Empfehlungen und Konzerte geht.

Ich bin da natürlich auch dabei und habe dank Last.fm unglaublich viel neue, tolle Musik entdecken dürfen. Last.fm ist eine der besten Erfindungen seit geschnitten Brot.

Wenn ich jetzt eine Band hätte, könnte ich deren Musik bei Last.fm hochladen und würde jedesmal, wenn einer meiner Songs gespielt wird, ein Stück vom großen Werbeeinnahmen-Kuchen abbekommen.

So verstehe ich zumindest die Ankündigung im Last.fm Blog – Calling All Musicians….

Das ist eine Änderung, die evtl. weit reichende Folgen hat.
Last.fm ist nicht irgendeine dusselige Musikwebseite. Last.fm ist DIE Musikwebseite im Netz, das sieht man schon an den Zahlen:

Since the company announced the program last January, 70,000 artists and small music labels have signed up for it and uploaded 450,000 tracks.

Quelle: techcrunch.com – Who Needs Music Labels? Last.fm Starts Paying Royalties To Unsigned Artists

Die Headline bei Techcrunch geht auch gleich in die richtige Richtung. Was soll ich mich mit einem Label rumärgern? Ich lade meine Hobby-Mukke auf Last.fm und bekomme Geld dafür.

Besser geht’s doch gar nicht, oder? Das wird nicht viel sein, aber immer noch besser als nix. So fasst das auch readwriteweb zusammen: Last.fm Starts Paying Royalties to Unsigned Bands

Bei diesem Musik-Ding muss man den Ball flach halten. Das ist keine Revolution oder so, das ist nur Kleinkram für Bands, die keinen Vertrag bei einem Major Label haben. Aber genau die freuen sich einen Keks darüber und darum ist das eine ganz wunderbare Sache. MySpace zahlt auch Geld, aber eben nur an die Großen, die kleinen bekommen nix. Da gewinnt Last.fm ganz klar.

Geld verdienen mit dem Longtail war gestern – heutzutage bekommt der Longtail auch etwas vom Kuchen ab.

5 comments

  1. nick says:

    Die Last fm Lösung ist einfach aber genial eigentlich die logische konsequenz wenn man versucht mit Werbung die Musik im Intenet zu finanzieren.

  2. Andreas says:

    Es sind zwar monatlich wahrscheinlich nur Centbeträge – dafür aber wohl ein Leben lang. Vielleicht wird das die neue, tragende Säule der Rentenversorgung.

  3. Silke says:

    Von der Flickr-Idee halte ich nicht besonders viel, da da ja inzwischen hunderte von Millionen Bildern gelistet sind und – selbst wenn 1000 Bilder bezhalt gesucht würden – das nahezu unwahrscheinlich ist, dass meines gewählt werden würde (ausserdem weiss ich ja auch gar nicht, ob ich mein Urlaubsbild auf einer Werbekampagne sehen nöchte, naja.) Aber der Last.fm-Ansatz gefällt mir

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