Dienstag, 29.6.2010

Liebes Internet-Tagebuch.
Es ist soweit.
Sogar meine Freundin sagt, dass ich wieder mehr bloggen soll.

Das ist ein Zeichen, hiess es doch bislang immer nur ‚du und dein Internet‘, ‚du bist Blogsüchtig‘ oder ’ständig sitzt du vor dem Computer, nie machen wir etwas zusammen‘.

Darum habe ich mir damals dieses tolle Motorola Milestone Handy gekauft. In der Ubahn ein wenig Stuss ins Internet schreiben und dann zu Hause die Finger vom Rechner lassen und den Familienfrieden wahren.

Klappt ganz gut, hat aber zwei Schönheitsfehler. Ich lese ständig nur auf dem Handy und vergesse das Bloggen und zu Hause wird statt des Rechners seit einer Weile die Playstation3 angeworfen (Ratchet und Clank – Crack in time ist absolut großartig, Resident Evil 5 auch).

Wie das so ist mit Plänen, sie sind zum ändern da.

Jetzt habe ich vergessen, was ich eigentlich schreiben wollte, eben war der Text im Geiste schon fix und fertig vorformuliert. Jetzt ist er weg. Egal, dann eben Stand-up.

Heute ist Dienstag.
Der Tag begann ganz zauberhaft mit einer Blumenspritze in des Kindeshand. Was gibt es besseres als ein vor Freude juchzendes Kind, dass um 6 Uhr wasserspritzend durch die Wohnung rennt und dabei die Katze jagt.

Das er danach pitschepatsche nass war gehört eben dazu, umziehen auch. Die Erdbeermatsche, die er sich dann in die frischen Klamotten schmierte wohl auch.

Diese Deadlines am Morgen sind manchmal schwer einzuhalten. Glücklicherweise war alle Eile umsonst, hatte der HVV die U1 aufgrund von irgendwas ausfallen lassen. Ich konnte 20 Minuten lang den Baggern an der Ubahn zusehen.

‚New Holland‘ hiess der eine der beiden Bagger, siehste, das wollte ich auch noch Googeln, warum der so heisst.

In der Ubahn habe ich gelesen, dass eine Pampers 500ml Flüssigkeit fasst und das ca. 300 Forscher knapp zehn Jahre benötigten um die neueste Pampersgeneration zu entwickeln.

Zehn Jahre! Da frage ich mich, was die da den ganzen Tag machen, aber egal.

Den Job muss ich im Tagebuch auslassen, wäre auch langweilig.

Es gab zum Mittag ein Eis, ich habe die immer kürzer werdenden Klamotten der damenwelt bewundert und mich gefreut, wie ein wenig Sonne die Welt wieder hübsch macht. Erstaunlich, dass vor drei Monaten noch alles zugefroren war. Erinnert sich noch jemand daran?

Im Internet ist zur Zeit auch Sommerloch. Verständlich. Die Blogger machen jetzt Fernsehen (herzdamegeschichten) oder essen Eis, schreiben über Fussball oder erklären, warum sie nicht über Fussball schreiben.

Einen Sonnenstich haben sich auch die deutschen Verleger geholt. Die wollen so eine Art GEZ für Verlage schaffen. Richtig verstanden habe six deren Forderung allerdings nicht, was wahrscheinlich daran liegt, dass sie das Internet selbst noch nicht verstanden haben.

Kurz überlegt, wieviel Traffic die Verlage auf ihren Angeboten von Google bekommen und gesagt, dass ich sehr dafür bin, dass Google die Verlage einfach komplett aus dem Index wirft.

Danach geärgert, gibt es bei den Verlagen doch auch jede Menge sehr gute Onlinemenschen, die eben unter den üblichen Problemen mit dem Internet leiden.

Die Jungen haben es verstanden, die Alten wollen unbedingt an ihrem klassischen Geschäftsmodell festhalten. Bewundernswert, dass es überhaupt Onlinetravel in den Verlagen gibt, die diesen Kampf gegen die Windmühlen noch mitmachen.

Zwischendurch eine Marktlücke gefunden, fällt mir soeben beim tippen ein, darf ich nicht vergessen.

Jetzt ist die Ubahn fast am Meiendorfer Weg. Ich haue das jetzt raus, egal, wieviele Vertipper hier drin sind. Auf dem Handy geht das alles eben nur so mässig, aber es geht.

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