Craft Bier mit Gin Tonic?

Neulich war ich aus. Wir waren etwas trinken. So wie früher.

Sie erinnern sich bestimmt. Man geht irgendwo hin, kippt sich, zumeist gekühlte, Getränke in den Rachen und ist früher oder später, mehr oder weniger betrunken.

Zwischen den Pinkelpausen kann man viel über die anderen Leute in der Bar, auf Arbeit, zu Hause oder auf der Straße reden und falls man willens ist, kann man sogar mit Fremden sprechen. Manchmal ist die Fremde auch vom anderen Geschlecht, aber da wird es schnell kompliziert und ist jetzt auch nicht Thema.

Denn es geht um Bier und Gin.

Früher war Bier trinken so: du gingst irgendwo hin, sagst „mach mal bitte n Pils“ und ca sieben Minuten später stand ein kaltes Getränk vor dir.

Zuerst kam es aus der Dose, dann aus der Flasche und irgendwann ausm Glas. Die Qualität des Getränke wurde anhand der Servier-Zeit definiert (das ging entweder zu schnell oder das dauerte ewig), Feinschmecker bestanden auf ein Pilsdeckchen, Bierrosette, Pilsrosette, Pilskragen oder Tropfenfänger (suchen Sie sich das selbst in der Wikipedia).

Das war soweit eigentlich ganz toll, hat funktioniert, ist auch bekannt und viel mehr war es auch nicht.

Dann kam vor etlichen Jahren bei mir die Zeit in einem Startup, es war ähnlich wie yelp, und da waren Gasthausbrauereien ein sensationelles Nischenthema.

Davon gab es in Hamburg vier Stück und ich hatte zuvor davon noch nie gehört. Irgendwann gingen alle ausm Startup mal in eine Gasthausbrauerei, zu Gröninger, und auch wenn sie jetzt denken, dass deren Bier nicht gut sei, fand ich das damals ziemlich gut, denn es war süffig, lecker und ein sehr sehr sehr lustiger Abend.

Dann, Sprung ins neulich, kam plötzlich Craft Bier in mein Leben.

Es war ein Vatertag, wir wollten etwas trinken gehen (siehe oben) und landeten zufällig in einem Laden mit vielen völlig unbekannten Bierflaschen / Sorten an der Bar.

Das war ebenfalls sensationell, denn zum ersten Mal trank ich eine nicht unerhebliche Anzahl mir bislang völlig unbekannten Bieren und die waren fast alle sensationell gut.

Anders. Mit Geschmack. Und vor allem stark unterschiedlich im Geschmack. Das war echt erhellend, faszinierend und auch dezent teuer, denn plötzlich kostete jede Flasche Bier fünf oder sieben Euro. Aber, Naja, egal, war halt Bier saufen mit Genuss.

Dazu gibt es auch eine App! Stellen Sie sich das vor, es gibt eine „ich habe gerade dieses Bier getrunken, das war vier Komma zwei fünf Sterne lecker“ App, mit Badgets, Freunden, Locations und allem.

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Eigentlich unfassbar lustig. Alles an diesem Abend gelernt und für lustig und gut befunden.

Seitdem achte ich auf Craft Biere beim halbjährlich Bierkauf (es gibt hier zu Hause Probleme mit Bier im Haus, aber das ist ebenfalls nicht Thema) und für mich als Bewohner des relativ unhippen Stadtrand ist es dann eigentlich immer irgendetwas von Ratsherren, denn nur deren Biere gibt es hier. Besser als nichts, bitte immer positiv bleiben liebe Leser.

Zwischendurch war ich beruflich in Belgien und habe dort gelernt, dass quasi jede Pommesbude in Belgien ca 12 Sorten Bier auf der Karte hat. Das war ebenfalls sehr sehr lustig. Wenn Sie mal nach Antwerpen kommen, trinken Sie ein Quak. Oder Kwak? Egal. Die wissen schon, was sie meinen.

Dann, wieder ein Sprung, diesmal ins jetzt, waren wir wieder aus um etwas zu trinken (siehe oben).

Wir trafen uns im alten Mädchen, ein Laden der Ratsherren Brauerei. Da gibt es Bier, essen und verdammt wenig Platz. Ein echtes Manko, denn selbst mit zwei Leuten bekommt man da keinen Platz. Großer Mist ist das, aber dafür haben sie einen Laden auf dem Hof.

Ein richtiges Geschäft. Sie ahnen sicherlich, was es dort gibt. Richtig. Da gibt es sehr sehr viele, unterschiedliche Biere. Wir kauften uns eine Auswahl zusammen, tranken sie am Feuer im Hof aus und gingen weiter zu bereits oben erwähnten Bar, denn dort gibt es ja auch eine Auswahl an Bier.

Meine Begleitung ist inzwischen DEUTLICH fachkundiger in Sachen Craft Bier als ich und kennt die ganzen Begriffe wie Ipa und so. Ich kenne sie nicht, ich trinke weiterhin Bier, habe aber gelernt, dass die Brauereien sogenannte Microbrews haben. Da machen die quasi einmal den Kessel voll, füllen das ab und danach gibt es das Bier nicht mehr.

Abgesehen davon, dass das ein tolles Geschaftsmodell ist, war das Bier tatsächlich sehr lecker und es hieß auch noch Matrosenschluck. Super, oder?

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Der Abend plätscherte so vor sich hin, primär aus Flaschen, und nach einem kurzen Zwischenstopp beim Schawarma Stern Dings waren wir in der Bar. Wieder diverse Getränke, Gespräche und sogar kennenlernen von Fremden (siehe oben) kam das Thema auf Gin.

Und da war ich dann raus. Denn jetzt gibt es nicht nur hunderte unterschiedliche Craft Biere, nein, es gibt auch noch zig Sorten Gin. Und Tonic Water. Alles handgemacht und was weiß ich.

Und endlich bin ich alt genug um sagen zu können, dass ich nicht jeden Scheiß mitmachen muss. Wobei, neugierig bin ich schon und möchte eigentlich wissen, was der Unterschied ist, aber für dreimal im Jahr in einer Bar zu landen ist mir das insgesamt zu sehr unnützen Wissen.

Darum die Frage an Sie.

Lohnt es sich, die unterschiedlichen Gin und Tonic Sorten zu testen? Oder ist das totaler Stuss.

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