Aus der ubahn

Liebes Tagebuch

Ich stehe in der S-Bahn und steige gleich in die Ubahn. Mein Internet habe ich leer gelesen, darum schreibe ich dir.
Gleich kommt die SUPERKRASSVERSTOPFTE Treppe am Jungfernstieg.

Die Treppe zwischen S-Bahn und U1. Falls Sie einen Ort suchen, um an jeglicher Intelligenz der Menschheit zu zweifeln – diese Treppe ist dafür perfekt.

Wenn oben eine Ubahn kommt, besser sogar noch zwei Ubahnen, und unten eine S-Bahn, dann ist die Treppe voll mit Menschenmassen. Die eine Masse will nach oben, die andere Masse will nach unten.
Da wird es spannend, denn in solchen Momenten sind viele Menschen am LIMIT. Brüllende Vollpfosten, fluchende Omas, schreiende Kinder und kichernde Japaner, da ist alles dabei, alle schieben sich ineinander und aneinander vorbei und fast jeder denkt nur an sich selbst.
Jedesmal ein großer Spaß, ich kann diese Treppe zur Hauptverkehrszeit nur empfehlen, als Fahrradfahrender Hipster verpassen sie eine Sternstunde der Menschheit im fünf Minuten Takt.

Dinge an denen ich heute gescheitert bin.

Eine Geschäftsreise buchen.
Ich kann dazu keine Details bloggen, immerhin arbeite ich in einem Reisebüro für Geschäftsreisen, aber ich war ernsthaft kurz vorm Wahnsinn. Ich würde mich als Internetaffinen Menschen bezeichnen und trotzdem habe ich STUNDEN gebraucht, um ZEHN Formularfelder in einem Tool auszufüllen. Dazu noch ein Excel, es war sensationell. Ein Traum. Herrlich.

Danach dann WordPress.

Mal eben das Multisite von Subdomain auf Subdirectory umstellen und alles lüppt? Jetzt kann ich das, ist allerdings auch ziemlich einfach. Verstehe nicht, warum WordPress darum so ein Bohei macht. Falls ich das nochmal machen muss: das hilft. http://wordpress.stackexchange.com/questions/76913/moving-a-wp-multisite-to-a-subdirectory

Was an WordPress weiterhin desaströs nervt: die Nutzerverwaltung. Kann das mal jemand hübsch machen? Was für ein Nerv. Ich überlege ernsthaft, ob ich mir das beibringen und diesen Mist selbst repariere oder ein Plugin schreibe. Scheint ja nicht so schwer zu sein, Angesicht der vielen Schrott-Plugins da draußen.

Viel besser waren die Telefonate mit den Kindern. Jedesmal eine Freude, wenn der kleine anruft.

Telefonate mit Kind 2 laufen oft wie folgt ab.
#düdeldidüdeldidööö #mudeldimudeldimöö
*Kopfhörer abnehmen, Telefon in die Hand nehmen # klick
„Hallo“
„(lautstärke: Brüll) HALLO? PAPA. TSCHÜÜÜÜSS“
#klickaufleggeräusch

Manchmal rede ich dann noch ein wenig mit mir selbst, damit es für die Kollegen nicht ganz so bescheuert aussieht. „Hallo. Ja. Ich auch. Bis später. Tschüß“ #tutsoalsoberauflegt
Wobei ich mir jetzt gerade unsicher bin, was bescheuerter wirkt, aber egal.

Ansonsten, liebes Tagebuch, Sport ist ein Desaster. Ich spüre noch alles von gestern Abend.
So anstrengend, so demütigend, ich bin so unbeweglich, es ist sensationell scheiße. Diese Rücken Gruppe ist toll, sehr nette Leute, der Sport an sich ist auch super, eine sehr gute Trainerin, sie macht so ein Gymnastik Ding, so eine Art intensives Aufwärmen mit einmal Dehnen von oben bis unten und etwas Muskelaufbau. Gut, dass ich inzwischen dahin gehe, schlimm, dass ich mich dabei im Spiegel sehe und mich frage, was aus dem Badminton Spieler geworden ist, der früher so fit und schnell war. Es ist so demütigend.

Jetzt eine Unterbrechung im Trott.
Die U1 endet in farmsen. Alle aussteigen und gegenüber wieder einsteigen. Die Pendler machen das ohne jeden Kommentar, das passiert alle paar Tage mal, nur die Ubahn Laien stöhnen auf und beschweren sich.

Lobend erwähnen muss ich die Oma in der Bahn. Modell „können Sie das Fenster da hinten zu machen? Ja dass Fenster in 30 Meter Entfernung, es zieht!“. Ich muss sie deswegen Lobend erwähnen, denn sie hat das diesmal selbst gemacht. Laut stampfte sie durch die Bahn und knallte mit unerwarteter Energie die Fenster und sogar die Türen zu, stampfte zurück und stöhnte, weil war ja anstrengend und die Welt und alles.

Vielleicht sollte ich auch mehr stöhnen?
Ah. Meiendorfer Weg.
Bitte alle aussteigen.

Geschrieben auf dem Handy in der U-Bahn, veröffentlicht mit WordPress für Android

One comment

  1. Opa says:

    ….warum funktioniert es mit wesentlich mehr Menschenmassen in der Metro in Paris oder London u New York, es sind oft Kleinigkeiten in den Abläufen u. Der Einstellung der Leute….

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