Arschloch

Bevor ich mich wieder mit dir vertragen konnte, hast Du dich mit Benzin übergossen und verbrannt.

Du warst die älteste Bekannte aus meinem Heimatstädtchen in Hessen.
Zu Niemanden sonst hatte ich so lange so viel Kontakt.

Als wir zusammen wohnten hatte ich mit dir die intensivste Zeit in Berlin. Ganz großes Tennis, nur Dinge, die ich nie im Leben in ein Blog schreiben kann.
Du warst der Meinung, dass du auf einem LSD-Trip geboren wurdest. Das war für die die Legitimation, so ziemlich alles zu konsumieren, was der Markt hergab. Irgendwann hattest du einen deutlichen Dachschaden und wir haben uns bis aufs Messer zerstritten.
Beim malern einer Wohnung haben wir uns gefetzt. Du warst so sauer, dass du den Kloreiniger, den ich Zwecks besserem Duft zwischen die Dielen kippen wollte, aus dem Fenster geworfen- und die Vermieterin getroffen hast. Da hatte ich dann keine Lust mehr auf dich.

Danach habe ich dir erst wieder am Re-publica Wochenende in Berlin getroffen.
Zufällig getroffen und 20 Minuten geredet.
Seitdem nicht mehr und ich werde dich erst an deinem Scheiss-Grabstein in einem Scheiss-Dorf mitten in der Scheiss-Pampa wiedersehen.

Ich werde nie wissen, warum du das gemacht hast, aber ich weiß zumindest, dass wir manchmal eine sehr gute Zeit hatten.

Alles Gute.