Arbeits-Ausreden Hamburg vs. Berlin

Neulich, in einer Internet-Agentur irgendwo ganz woanders.

Ich so am Morgen, frag‘ ich so den Kollegen „Sag mal, wo ist denn der Praktikant geblieben?“
Sagt der Kollege „Weiß ich nicht, der fehlt irgendwie öfter oder?“

Ich so „ruf ihn doch mal an, vielleicht ist ihm was passiert auf der langen Bahnfahrt“.
Er so „ich hab seine Nummer nicht“, ich so „denn ist auch egal“, er so „ja Meister-Yoda-Sven“. Anschliessend habe ich das sofort vergessen und mich nicht weiter drum gekümmert.

Um 19 Uhr, knappe zehn Stunden später, schickt er die Entschuldigungsmail mit dem unfassbar coolen Hinweis, dass, Achtung, voll spitzenmässige Entschuldigung, dass seine Fahrkartehinter den Schreibtisch gefallen ist„.

Das ist so cool, das habe ich mich selbst im Stahlwerk, als Stift, nicht getraut. Da musste ich mich immer offiziell Krank schreiben lassen.

Fahrkarte nicht gefunden und denn zehn Stunden zu spät Bescheid sagen, ehrlich, ganz schön Punk für einen, ich sag mal, Vollblut-Informatiker.

Nur zu toppen von diversen Ausreden im Wohnheim in Berlin, da war die Dauerbrenner (was für ein Wortspiel): „Entschuldigung, ich musste noch ’n Bier mit den Jungs am Kiosk trinken.„,
gefolgt von „ich hab‘ nen Flummi gefunden„, „mein Schatten war verschwunden, ich musste ihn suchen“ oder, auch sehr nett „da kam Wasser vom Himmel und ich habe doch ne Wasserallergie„.

Spitzenmässig ausgedacht und daher Punkt für Berlin. Oder für Hamburg? Ich weiß es nicht. Ist auch egal.

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