Anmerkungen zur Social Media Week Hamburg

1. Vortrag.
Enterprise Social Media

Da kommen mir immer die Tränen und ich will einen neuen Job. Es ist so kompliziert, denn vieles, sehr vieles funktioniert gar nicht und wenn man im Konzern sitzt und von den vielen tollen Sache hört, die andere Unternehmen machen, da darf man ruhig verzweifeln.
Profile für alle im Konzern. Dokumentemanagement, das die Doks mit den Profilen verknüpft, und Inhalte, die für alle zugänglich und (besonders wichtig) auch änderbar sind. Wissen, das bleibt und nicht abwandern. Wikis, die Wissen sammeln und zugänglich machen und die elenden, von mir gehassten Outlook-Wissens-Silos auflöst. Eine Suche, die Ergebnisse liefert und kein proprietäres Microsoft Usability-Desaster, dass nix kann und niemandem hilft.
Ein Traum, der so schwer zu verwirklichen ist. Allein das Wiki und das Intranet ach, ich konnte Geschichten erzählen, aber ich kann nicht, da es selbstverständlich, auch nach Jahren, immer noch keine Social Media Guideline gibt. Nix. Nada. Und da wundern sich Konzerne, dass neue Leute gar nicht mehr bei Ihnen arbeiten wollen. Denn aus der Sicht der Bewerber „kann“ der Konzern nix. Alle Tools, mit denen die Leute da draußen arbeiten, funktionieren im Konzern plötzlich nicht mehr. Skype, Screensharing, Chat, Projekte auf Facebook bearbeiten, all die vielen Kommunikationstools (egal ob Facebook oder sonstwo) sind im Konzern in der Regel nicht vorhanden, werden nicht genutzt.
Oder die Möglichkeit,ein Dokument mit mehreren Personen zu bearbeiten,ein unfassbar großes Problem, auch im Jahr 2013. Ein Drama.
Wer das Glück hat, einen CEO zu haben, der dieses ganze Geraffel aktiv fördert, kann sich sehr glücklich schätzen.
Schöner Vortrag von Dingens, den Namen schreibe ich morgen hier rein, wenn ich wieder am Rechner sitze.

2. Social Media Manager Weiterbildung
Das war erst auf den zweiten Blick spannend. Ein Panel mit vier Frauen und drei Herren zum Thema Social Media Manager und die zahlreichen Aus- und Weiterbildungen zum Thema, die, nach einhellige Meinung, alle nur einen rudimentären Überblick liefern. Einen Junior, sozusagen.
Das kann ich bestätigen.

Es dauert Monate, bis man PraktikantInnen auf die Sozialen Netzwerke loslassen kann. Worum geht es? Was erwarten die Kunden? In welchem Ton? Wie sind die nachgelagerten Prozesse für konkrete Abfragen? Wer kann helfen und wie?
Das sind dann aber einfache Communitymanager-Aufgaben. Lichtjahre entfernt von einer Kampagne auf Facebook, die die teuren Klicks konvertieren lässt, zu was auch immer, je nach Metric.

Es wird schnell kompliziert, wenn man sich ein wenig mit dem Thema auskennt. Eigentlich ist die Bezeichnung „Social Media Manager“ Stuss. INTERNET-MANAGER wäre genauso konsequent falsch, aber da hier und da die Experten bereits vom Ende des Social Media schreiben und dessen Aufgehen im Oberbegriff Internet prophezeien, passt das doch wieder ganz gut.

Ein schöner Vergleich aus der Praxis. Ich habe neulich einen tollen Excel-Kurs gemacht. Es gab sogar einen Schein. Trotzdem weiß ich, dass ich eigentlich nix kann in Excel. Sicherlich verstehe ich Excel deutlich besser als Muddi, aber eben nur so, wie der Kurs das vermitteln kann. Ähnlich ist es mit solche Sachen Social Media Weiterbildungen.

Wie damals, als das Internet neu war und jeder einen vierwöchigen Webdesign-Kurs besuchte, damals war auch klar, dass ein solcher Kurs nur ein absolut rudimentären Wissen vermittelt.
Das ist nicht schlecht, so ein Überblick macht absolut Sinn und es hilft sehr, jemanden zuzusehen, der den Rechner in Lichtgeschwindigkeit bedient und Sachen macht, die man nur aus dem Fernsehen kennt. Aber es ist eben nur ein Überblick über die Tools die es gibt.
Das war damals so und ist heute bei den Social Media Managern nicht anders.

Fazit Tag eins.
Zwei gute Vorträge gesehen. Haben mich beide nicht richtig umgehauen, waren aber beide gut und boten mir etliche Ideen & Anregungen.

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