8:30 Uhr. Gut Karlshöhe. Stroh. Schaf.

Am Sonntag waren wir auf Gut Karlshöhe in Hamburg Farmsen. Es gab dort ein Maifest mit Schafschur mit dem üblichen Programm für Stadtkinder und deren Eltern auf einem Bauernhof.

Die Schafschur war soweit ganz nett, wenn man das noch nie zuvor gesehen hat, dann ist das sicherlich ganz spannend, besonders für die Kinder. Die hatten Spaß, habe tolle Fragen gestellt (30x gestellte Lieblingsfrage war „friert das Schaf jetzt?“) und jedes Kind konnte frische Wolle mit nach Hause nehmen.

Wobei „frisch“ bei frisch geschorener Wolle bedeutet: stinkt nach Schaf, ist fettig, dreckig und jede Menge Tiere leben darin.

Gut Karlshöhe - Maifest 2015 mit Schafschur
Gut Karlshöhe – Maifest 2015 mit Schafschur

Ich fand das toll. Ich konnte sitzen, Leute gucken, die Kinder waren ruhig und glücklich, das war für diesen Sonntag schon sehr viel.

Gut Karlshöhe - Schaf vor der Schur
Schafe vor der Schur

Leute gucken ist bei jeglichen Veranstaltungen auf einem Bauernhof mein absolutes Highlight. Wie wir Eltern bei solchen Gelegenheiten plötzlich Zeug vom Bauernhof wissen müssen. Es ist jedesmal ein Traum und nahezu alle scheitern daran.

Gut Karlshöhe - Schaf nach der Schur
Schaf nach der Schur

Ein einfaches Beispiel.

Es gab dort ein paar Strohballen zum zerrupfen und spielen. Die Kinder gehen darauf voll ab, wildes Strohwerfen und harte Tränen sind angesichts des Stroh in der Unterhose jedesmal garantiert.

Witzig ist, dass ALLE Eltern zu Stroh nicht Stroh sagen, sondern Heu. „guck mal Charlotte-Amber-Eve, hier kannst du mit Heu spielen, wie schön“, so oder ähnlich klingen ALLE Eltern, die auf den Hof kommen.

Da lacht mein Herz, denn obwohl bei vielen Gästen sicherlich alles sehr, sehr Bio, Saisonal, aus der Region, frisch und ganzheitlich ist, kennen sie den Unterschied zwischen Stroh und Heu nicht.

Diese Meinung wurde gestern von unabhängiger Stelle bestätigt, was mir auch noch nie passiert ist.

Danke dafür.

Grob zusammengefasst ist der Unterschied zwischen Heu und Stroh wie folgt:

Ein Besuch auf dem Gut Karlshöhe lohnt sich auch abseits solcher Feste. Die haben dort z.B. einen ganz bezaubernden Garten, eine Art Showroom mit Pflanzen. Der Garten ist empfehlenswert und bietet diverse Inspirationen.

Was war noch gut?
Die Bratwurst war tatsächlich erstaunlich lecker. Abgesehen davon war das kulinarische Angebot ehe so naja.
Es war wie immer: viel zu viele Besucher treffen auf unerfahrene Leute am Tresen. Egal ob bei der Wurst, beim Crepe oder Kaffee, es ist jedesmal ein großer Spaß. Über die Eltern, die angesichts dessen sämtliche Contenance verlieren, schreibe ich ein anderes Mal.

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