Social Media fasten 

Neulich kottke.org – My social media fast gelesen. Als kottke fanboy habe ich das natürlich sofort nachgemacht, wenn auch aus anderen Gründen.

Spannend fand ich seinen Hinweis, dass niemand bemerkte, dass er nicht mehr online war. Das wollte ich auch ausprobieren. Merkt jemand, wenn ich gar nichts mehr machen auf Social-Dingenskirchen?

Facebook, Twitter, Instagram aufm Handy deinstalliert und gewartet.

Super, wie viel Zeit ohne das Geraffel plötzlich ist.

Buch gelesen. Präsentationen gemacht, langen Blogartikel geschrieben, mehr mit den Kindern gespielt. Mehr Übungen für den Rücken gemacht. Nur sinnvolles Zeug auf dem Handy gelesen, insgesamt aber erheblich weniger Zeit das Handy in der Hand gehabt.

Mein Vater hat als erster (und Einziger) gemerkt, dass ich offline bin.

Gifs in WhatsApp einfügen ist so super mit der google Tastatur. Großer Spaß, jedesmal.

Faszinierend, wie „Social“ Media dann nicht mehr funktioniert.

Ich kann das nur empfehlen. Einfach Mal den ganzen Kram deinstallieren und eine Woche lang schauen, was passiert.

Ich verpasse nichts, im Job bin ich weiterhin sehr viel auf Facebook, allerdings mache ich da Werbung und gebe viel Geld aus.

Im Gegenteil, ich freue mich, dass „Diskussionen“ zu Manchester, Gender, Politik, oder sonstigen Reizthemen auf Facebook, die Essensbilder und tausenden, gleich aussehenden Selfies der Instagram Girls, die Äußerungen und Diskussionen zu Trump auf Twitter komplett an mir vorbei laufen.

Das tut gut, mehr als erwartet, das ist alles plötzlich sehr entspannt.

Nächste Woche kommen sehr viele Kollegen aus der ganzen Welt nach Hamburg und es wird sehr viele Fotos und Aktivitäten geben. Im Rahmen dieses Meetings kommt der Kram dann wieder auf das Handy, aber bis dahin und evtl auch danach?

Ich vermisse es tatsächlich nicht. Und das ist das spannende daran.

14 Gedanken zu “Social Media fasten 

  1. Oh, drei Tage gelten auch schon als Fasten? Hhm.

    (Bei anderen ist es mir kürzlich nach etwa drei Wochen aufgefallen, dass sie gar nicht mehr posten. Ein paar Tage Ruhe kommen doch bei jede/m immer mal vor, oder?)

    • Fasten im Sinne von „nicht mehr Mitlesen“. Kein Twitter lesen, kein Facebook, etc. Nicht nur verzichten zu schreiben, sondern auch zu konsumieren. Das ist der Trick.



  2. Eine etwas längere Ausgabe als sonst, offensichtlich habe ich in den letzten Tagen anderes gemacht. So war ich etwa bei einem Treffen meines 87er Abiturjahrgangs, zack, schon sind dreißig Jahre vorbei. Da sitzt man dann und staunt, aber dazu vielleicht später einmal mehr.
    Ich habe für die GLS Bank einige Links zum Thema bedingungsloses Grundeinkommen gesammelt. In den dort verlinkten Blogs findet man gute, sachliche und konstruktive Diskussionen zum Thema, das gibt es ja heute kaum noch.
    Und dann, das ist eigentlich auch ein Thema für den Wirtschaftsteil, diese kleine Meldung heute zur irreführenden Bezeichnung “Klimawandel”. Im Kontext dieser Meldung brachte mich der Herr Bielinski auf einen Vortrag zum Thema Framing, und dieses Thema muss man ja aus gleich mehreren Gründen spannend finden, als Vater, Wähler, Angestellter usw. Das Ding ist 56 Minuten lang, aber es lohnt sich tatsächlich. Eine erhellende Geschichte, sehr empfehlenswert.

    Jetzt etwas kultureller weiter: Frisch und Dürrenmatt und ein sehr kurzer Auftritt in einem Film.
    Sven ist raus und keiner merkt was.
    Mimimi – ein Ausdruck und seine vermutliche Herkunft. Wer hat’s erfunden? Nicht die Schweizer.
    Schiffe gucken ist schön, man sollte nur nicht dabei atmen.
    Patricia über Verhandlungen, Abmachungen und Kommunikation in Beziehungen. Die Herzdame und ich hatten neulich erst ein ungeplantes und ergiebiges “Was machen wir hier eigentlich?”-Gespräch, das war überaus sinnvoll. Ab und zu mal gemeinsam überlegen, sich gegenseitig der völligen Planlosigkeit versichern und dann dennoch mal eben abstimmen, wie die nächsten Meter aussehen könnten. Weitermachen und auf Sicht fahren. Läuft.
    Ruedi und die Eritreer. Eine Geschichte von der Integration.
    Ich lese in Max Frischs “Montauk”, ein Buch, in dem ich etliche Sätze finde, die ich markieren möchte, wozu ich sonst überhaupt nicht neige. Etwa: “Je älter ich werde, um so weniger halte ich mich aus, wenn ich nicht arbeite.” Danach kann man doch glatt mal den Computer ausmachen und etwas nachdenken gehen, nicht wahr. Auf dem Balkon oder so.

    Ein Beitrag geteilt von maximilian buddenbohm (@buddenbohm) am 21. Mai 2017 um 12:58 Uhr

    Später auf dem Balkon habe ich dann Frischs “Entwurf zu einem dritten Tagebuch” gelesen, nach Montauk ist das der logische und erhellende Anschluss. Noch später saß mir in der S-Bahn jemand gegenüber, auf dessen T-Shirt “Montauk” stand. Der Passagier zum Buch! Ich machte auf dem Handy Instagram auf, ein Exkollege postete da gerade Bilder von einem Strand in den USA – der Hashtag sagte: Montauk. Und im Bahnhof hingen Bilder, die den anlaufenden “Montauk”-Film bewarben. Manchmal ist es ja etwas unheimlich.
    Der eher unergiebige Briefwechsel Frisch-Dürrenmatt dagegen ist wohl nur etwas für Hardcore-Fans der beiden, der sagte mir gar nichts. Jetzt bin ich bei Homo Faber angekommen (in der schönen Büchergildenausgabe mit Bildern von Felix Scheinberger), den ich seltsamerweise nie in der Schule gelesen habe. Nanu.

    Ein Beitrag geteilt von maximilian buddenbohm (@buddenbohm) am 27. Mai 2017 um 6:41 Uhr

    Und hier noch völlig zusammenhangslos der unlängst erwähnte Fabrizio de André, von dem auf Youtube ziemlich wenig zu finden ist. Seltsam.

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