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Geburt Hamburg vs. Berlin

Liebe Familie, Freunde, Internetfuzzies, Blogleser, Kollegen, Ex-Kollegen und Google-Besucher. Voller Stolz kann ich verkünden, dass am 5.12.08 um 2:04 Uhr mein Sohn H. Dietrich im Elim Krankenhaus in Hamburg geboren wurde.

Scheinbar interessieren sich alle für das Gewicht und die Größe. Das Kind wog bei der Geburt 3820 Gramm, ist immer noch 51cm groß und an ihm ist alles dran und drin, was Mensch zum Leben braucht.

Ich wollte die Geburt auf Twitter mitschreiben, aber das war alles entweder so langweilig oder so aufregend, dass ich nicht twittern konnte. Darum gibt es jetzt die kleine Geburtsgeschichte. Für euch total langweilig, für mich mit die größte Geschichte überhaupt. Ich mache das, damit ich die jetzt folgende Aneinanderreihung von Ereignissen nicht jedem Horst doppelt und dreifach erzählen muss.

Das war so.

Am Donnerstag morgen wurde ich mit den freundlichen Worten die Fruchtblase ist geplatzt geweckt. Innerhalb von nur 4 Sekunden war ich angezogen, habe entspannt einen Kaffee getrunken, dreimal die Autoschlüssel verloren und bin über die Katze gestolpert. Nach einer Stunde lag meine Mitbewohnerin im Elim Krankenhaus. Kreissaal 1. Da gibt es zwar keine Badewanne, aber er ist näher an der Kaffeemaschine im Hebammen-Dienstzimmer.

Eine halbe Stunde später gab es dann Ultraschall und CTG. Das knuffige Gerät hat ein Gewicht von 4400 Gramm für das Baby ausgerechnet und einen Kopfumfangdurchmesser (?) von 13cm gemessen. Bei 13cm wurde der Chefarzt zu Rate gezogen. Netter Kerl, er erzählte etwas davon, dass die Schulter stecken bleiben könne. Ich habe da die Klappe gehalten und auf die Hebammen gehört. Die sind ja so cool und messen von außen mit dem Maßband die Größe des Kindes. Beschlossen wurde, dass es erstmal nix mit Kaiserschnitt gibt, sondern so versucht wird.

Um 9 Uhr bekamen wir ein Zimmer auf der Station zum Warten. Es passierte ja noch nichts. Keine Wehen, kein Hü und kein Hott. Nach der Ansage, dass wir auch kurz raus könnten zum Spazieren gehen, sind wir nach Hause gefahren. Haben da den Abwasch gemacht, die Katze gefüttert, etwas gegessen und waren pünktlich um 10.30 Uhr zum nächsten CTG wieder im Elim Krankenhaus.

Baustelle am Elim Krankenhaus

Baustelle am Elim Krankenhaus
uploaded by svensonsan

Praktisch, wenn man um die Ecke wohnt. Um halb Eins gab es Mittag und spätestens da wurden wir daran erinnert, dass wir in einem Krankenhaus waren. Schonkost mit gedünstetem Gemüse und so. Danach wieder ein kleiner Spaziergang um den Block. Langsam machte sich Langeweile breit, es gab ja keine Wehen, aber die Langeweile wurde um 14 Uhr vom nächsten CTG unterbrochen. Danach dann wieder Langeweile mit Baustelle gucken (super! 6 verschiedene Bagger!), Löcher in die Wand starren und auf dem Flur auf und ab laufen. Am schwierigsten in dieser Phase war sicherlich das Ausstrahlen von Ruhe, war ich doch so unglaublich aufgeregt.

Darum fuhr ich um 15 Uhr kurz nach Hause zum Rumschreien, Duschen, Klamotten wechseln, Katze bespaßen und Mails lesen. Da hatte ich noch die Spitzenidee das Laptop einzupacken und alle „Shaun das Schaaf“ Folgen mit zu nehmen. Wir richteten uns auf eine lange Nacht ein. Um 16.30 Uhr war ich wieder im Elim Krankenhaus. Inzwischen war es dunkel, wir machten noch einen kurzen Bummel durch den Hof und dann ab zum nächsten CTG um 17.30 Uhr.

Hier ging dann was. 12 Stunden nach Platzen der Fruchtblase gibt es 50 Mikrogramm von irgendwas Wehen auslösendem. Dank einer komischen Zimmernachbarin (bzw. ihrem komischen Kerl) auf Station haben uns die Hebammen das Wehenzimmer gegeben. Mit großem Bett, viel Platz zum DVD schauen auf dem Laptop und der Einsicht, dass die Lange „Shaun das Schaaf“ Nacht im Wehenzimmer die dümmste Idee des Jahres war.

Schließlich ging es Punkt 19 Uhr los mit den Wehen. Von nichts auf Wehen alle sechs Minuten. Das war beeindruckend. Um 20.30 Uhr dann wieder CTG, diesmal mit Wehen. Um 20.54 Uhr zum ersten Mal der Wunsch nach Ich will sterben, das sind solche Schmerzen, den ich sogar noch aufgeschrieben habe. Mit Uhrzeit.

Danach ging alles relativ schnell. Gegen 22.30 Uhr klang die Mitbewohnerin wie ein Dampfschiff mit Kohlenkessel kurz vor der Explosion. Eindrucksvoll und für mich als Kerl alles unvorstellbar. Gegen 23.11 Uhr ertönten die AH AH AH AH Arien, das zog sich eine Weile, in den verschiedensten Positionen ging das weiter, dann wurde gepresst, Sauerstoff gab es auch noch, am Ende kam die Saugglocke und mit viel Tam-Tam und diversen Press-Alarmen mit dem lustigen Kerze-auspusten Uff-Uff-Uff war um 2.04 Uhr das Baby da.

Plötzlich war ich Vater mit einem Sohn Namens H. Dietrich (das ist alles total Wahnsinn. Das geht einfach so. Schwuppst, schon bin ich Vater).

Ich kann mich an den Blick auf die Uhr erinnern, die folgende Stunde fehlt aber größtenteils in meiner Erinnerung. Ich habe geweint, Fotos gemacht, die Nabelschnur durchgeschnitten, das Kind gewogen und irgendwie total viel gemacht. Um 4.30 sind wir ins Bett, um 7 Uhr wieder aufgestanden und um 7.40 Uhr hatte meine Mitbewohnerin unfassbar großen Hunger und ich weiterhin einen Sohn.

Das sehr nette Team im Elim-Krankenhaus hat am Morgen die Mitbewohnerin und das Kind untersucht. Alles ok und wir waren gegen 11 Uhr wieder zu Hause.

Wenn irgendetwas in meinem Leben jemals ganz, ganz großes Kino war, dann die Geburt.

Geburt Hamburg vs. Berlin. Es gewinnt Hamburg. Berlin irgendwie auch. Es gibt keine Punkte, mir ist gerade nicht nach Punkten, ich gehe lieber wieder das Kind knuddeln.

66 comments

  1. Karla says:

    Lieber Sven & Mitbewohnerin,

    herzlichen Glückwunsch zu so einem wunderschönen Kind (zugegebenermaßen sehen Eltern das immer so und es entspricht nicht immer den Tatsachen, in diesem Fall überzeugen die Bilder aber deutlich) und der anscheinend relativ guten Geburt!
    Erst vor wenigen Tagen konnte ich einem anderen Blogger zu diesem unglaublich tollen und einzigartigen Ereignis gratulieren:
    http://www.podschnack.de/
    Noch bin ich keine Mutter, übe erst als Tante und trotzdem treten mir bei sowas immer die Tränen in die Augen und ich freue mich tierisch mit!

    Alles Gute und Liebe mit dem neuen Erdenbürger!!!!

    Viele Grüße aus München,

    Karla

  2. OlsenHH says:

    Na dann wünsche ich mal alles Gute und viel Spass in der Zukunft. Es wird eine sehr sehr schöne Zeit. Ich spreche da aus Erfahrung.

    Viel Glück
    OlsenHH

  3. Christian says:

    Lieber Kollege,
    meinen herzlichen Glückwunsch Dir und Deiner Familie!! Ich freue mich für Euch und hoffe, Euch, besonders Hannes, bald mal im Büro sehen zu können.
    Gaaaanz liebe Grüsse an Deine Mitbewohnerin und Deinen Sohn! Habt Ihr spitze gemacht!!!
    Christian

  4. Moe says:

    Sehr schöner und auch fesselnder Bericht. Da bleibt mir nur noch Euch dreien auch hier nochmal alles Gute zu wünschen! :)

  5. Nils says:

    Dickes, fettes: Glückwunsch!

    Die Zeit der schlaflosen Nächte hält nur etwa 9 Monate an. :-P

    Schöner Name. Die Hommage an Yul Brynner ist etwas strange – aber wird durch die beiden wundervollen nordischen Namen abgefangen. :-D Viel Spaß mit dem Kleinen in den nächsten 18 Jahren!

  6. Nils says:

    Ein dickes: Glückwunsch!

    Und schöne Namen! Die Hommage an Yul Brynner ist ein wenig strange, aber die beiden, sehr nordischen Namen machen das alles wieder wett. :-)

    Viel Spaß mit dem Kleinen in den nächsten 18 Jahren. Die schlaflose Zeit dauert nur etwa 9 Monate… ;-)

  7. Nico says:

    Hey Sven! Glückwünsche aus Berlin :)

    Vielleicht kannst du ja eine Statistik machen, aus welcher Stadt mehr Glückwünsche kamen ;)

    Jetzt aber viel Spaß beim Knuddeln. Bei mir muss die Katze herhalten.

  8. Herzlichen Glückwunsch nochmal (neben dem auf Twitter ;-)) Yul von http://de.wikipedia.org/wiki/Yul_Brynner ?

    Und glaub mir: Die, die Kinder haben, hätten auch bei den ganzen ‚langweiligen‘ Kram spannend gefunden. Die haben in der Mehrheit nämlich auch schon dem nervigen CTG lauschen dürfen/müssen und haben Blut und Wasser geschwitzt, als die Frau eine PDA gesetzt bekommen hat.

    Naja – next time?

    Euch alles Gute vom Frankfurter!
    Karsten Ivan Sauer

  9. Nico says:

    Herzlichste Glückwünsche! Ich freue mich für Euch und glaub mir, die Maße interessieren nur Frauen, dafür werden die aber noch in 40 Jahren darüber diskutieren…

  10. Sibylle says:

    Herzlichen Glückwunsch an euch alle, süß ist er und das Eltern werden ist unglaublich beeindruckend und das Staunen darüber hält noch lange an :)
    Und was die Maße angeht, Nico sagt das nur, weil er sich die seiner Kinder nie merken kann, bin schon froh, wenn er deren Geburtstage weiß ;)

    Alles Liebe und genießt die Zeit!

  11. Timo says:

    Von mir auch herzlichen Glückwunsch! Ein tolles Gefühl, oder??? :D Morgen kommen meine beiden Damen nach Hause. Ich bin schon ganz aufgeregt!
    Viele Grüße, Timo

  12. Polly says:

    Herzlcihen Glückwunsch Family Dietrich ;o)
    LA LA LA LA LA LA der ist ja hübsch der kleine.

    Wünsche Euch alles liebe und mögen GEsundheit und Glück Hannes immer begleiten.

    Knuddel den kleinen von mir
    Polly

  13. Schön, dass Hamburg keine Punkte für dieset wunderschöne, irre suesse, herzallerliebste Baby bekommen hat.
    Die Welt ist wieder ein Stückchen reicher und glücklicher jeworden.
    Ick freue mich deutlichst mit.

    Herman Pachulke

  14. Kann mich meinem Vorgänger – Herrn Pachulke – nur anschliessen! Sehr gelungen das Menschlein.
    Und die Punkte gehen eindeutig an die Mitbewohnerin.
    Die hat es schließlich vollbracht.

    Gruß,

    Volker A. Gäng

  15. Hach,
    so schön selbstgemacht.
    (Blogpost zur Geburt, Name, Sohn)

    Klasse !
    Herzlichen Glückwunsch zu Sohn, Frau und Familie :)

    Ich hoffe nur, die Aussicht auf die Bagger wird Dir nicht allzu sehr fehlen.

    Gelungenes Zusammenfinden wünsche ich Euch.

    Kixka

  16. Pingback: blogring.org
  17. schasch says:

    Gut Sven, geile Geschichte. Und aufregender als unser dreifach-Kaiser. Von Family zu Family, von Eimsbusch nach Eimsbusch: Für euch von allem nur das Beste!

  18. Jet says:

    Ganz herzlichen Glückwunsch Euch 3, „Enkelfoto im Nikolausstiefel“ absolute Premiere !, wir kommen Samstag O&O GmbH&Co.KG in Gründung.

  19. Falko says:

    Herzlichen Glückwunsch Euch dreien und alles Gute!
    Sehr schön. Großartig geschrieben. Aber warum nennst Du sie immer „Mitbewohnerin“? Klingt etwas distanziert.

    Kinder rocken!

    viele Grüße als Berlin

  20. Lu says:

    einen unglaublich dicken glückwunsch und einen bonus obendrauf für die mitbewohnerin. männer sind plötzlich vater, und die frauen dazu vorab neun monate sehr schwanger ;-)

  21. superBjörn says:

    Jetzt bist du auch ein superSven! Herzlichen Glückwunsch und Gruß an euch beide. Große Tat! Das ist das Leben!

  22. Lailo says:

    Sehr niedlich geschrieben :)

    Glückwunsch an Deine Mitbewohnerin und Dich, Sven! Alles Gute für Euch drei. Bin ja mal gespannt, ob es jetzt mehr Baby-Stories gibt!

  23. Mell says:

    Herzlichen Glückwunsch (unbekannter Weise)!
    Bin selbst vor einen Monat Mama geworden (auch in HH aber im AK Barmbek) und kann es immer noch nicht glauben, dass dieser kleine Mini-Mann nun hier bei mir und dem Papa wohnt! Nimmst Du Elternzeit? Wenn Du kannst, mach es bloß!
    Lieben Gruß,
    Mell

  24. Birte says:

    Hey, ganz herzlichen Glückwunsch auch von mir! Halt uns weiter auf dem laufenden, der Kleene schläft ja süß und friedlich, da sollte das ja klappen mit dem bloggen und twittern ;)

  25. Christine says:

    Lieber Sven, liebe Frau-von-Sven und lieber kleiner Frischling Hannes Yul Fietje Dietrich (was für ein toller Name):

    Ein ganz, ganz herzliches *Halleluja* für Euch ! Mögen Euch Glück und Gesundheit und Liebe in rauen Mengen beschert sein. Genauso wie Treue (vielfältigster Art) und Durchhaltevermögen (vielfältigster Art) und Spaß und Freudenkekse (vielfältigster…) und viele Schutzengel begleiten. Wieder einmal freue ich mich riesig für Dich bzw. Euch.

    Kleiner Tipp am Rande: Bei „Das war Beeindruckend“ schreibt man das letzte Wort mit kleinem b :-))

    Toi Toi Toi!
    Christine

  26. redscout says:

    Glückwunsch zum jungen Familienglück, na hoffentlich zieh der kleine nicht um, hinterher fängt er noch an einen Blog aufzumachen… so ganz der Papa ;-)

    Grüß aus Thüringen

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