Berge Hamburg vs. Berlin

Hamburg und Berlin leiden in einigen Bereichen bekanntlich an Größenwahn.

Der Ureinwohner wird es nicht verstehen, aber viele Zugezogene bekommen in Hamburg und Berlin regelmässig krampfartige Lachanfälle angesichts der „Hamburger Berge“ und Berliner Berge“.

Da werden Bodenwellen, die gerade mal als bessere Schlittenbahn taugen, als Berg tituliert. Bitte versteht mich nicht falsch, aber das Park Inn Hotel am Alex ist höher als der höchste Berg in Berlin und die Mundsburg Towers in Hamburg sind nur weniger Meter unter dem höchsten Hamburger „Berg“.

Berlin hat es mit Bergen, gibt es doch auch noch den Kreuzberg und Prenzlauer Berg, aber mit denen ist das wieder eine ganz andere Geschichte.

Fish Tail Mountain awakens

Fish Tail Mountain awakens – irgendwo in Nepal uploaded by Inaz with Some rights reserved

In Hamburg ist der Hasselbrack mit 116,2 Metern auf Platz 1 der höchsten Bodendellen der Stadt. Das Radisson Hotel liegt mit 108 Metern knapp darunter. Diese Delle findet der Hanseat im Süd-Westlichsten Zipfel der Stadt. Falls ihr einmal Langeweile haben solltet und einen Hügel besichtigen wollt.

Auf Platz 2 in Hamburg folgt der Baursberg in Blankenese mit dann nur noch 91,6 Metern. Danach kommt nicht mehr viel. Immerhin heißt der höchste Berg nicht Berg, sonder Hasselbrack, aber das macht es auch nicht besser. Wer weiß schon, was der oder das Brack ist? Ich jedenfalls nicht.

In Berlin steht der/die Müggelberg auf Platz 1 mit 114,7 Meter Höhe. Hier ist Berlin wieder wundervoll verwirrend, gibt es doch den großen und den kleinen Müggelberg, die zusammen die Müggelberge sind. Im Prinzip sind die Beiden auch nur bewaldete Hügel.

Auf Platz 2 in der lustigen Liste der „Berge höher als 100 Meter“ folgt der Teufelsberg mit 114,7 Meter. Platz 3 dann die Ahrensfelder Berge mit 112 Meter, zu denen kommen wir gleich nochmal. Auf Platz 4 der Schäferberg mit 103 Meter und Platz 5 geht an den Kienberg mit 102 Meter.

Berlin wäre nicht Berlin, wenn es sich nicht selbst übertrumpfen wollte. Im Jahr 2008 haben die Damen und Herren in Marzahn an „ihrem“ Berg gebastelt und dabei passierte folgendes:

Die Westkuppe der beiden Erhebungen, aus denen die Ahrensfelder Berge bestehen, erhielt ein neues Aussichtsplateau – und das liegt 3,50 Meter höher als das bisherige Gipfelniveau (112 Meter).

Quelle: Berliner Zeitung – Der höchste Gipfel der Stadt steht nun in Marzahn

Wie im Kino, man kann es kaum glauben. Das ist noch nicht offiziell, der Vermesser war noch nicht da und wird wohl auch nie kommen, aber die Ahrensfelder Berge sind jetzt fast einen Meter höher als der große Müggelberg. Das ist dramatisch, kann man die ganzen Touristen doch nicht nach Marzahn schicken, der Kulturschock wäre zu groß. Da ist Berlin sowas von arm und überhaupt nicht sexy. Das macht gar keinen Spaß und ist eigentlich zu Ernst, um sich darüber lustig zu machen.

Dabei darf man nicht vergessen, dass es um blöde, kleine Hügel geht, die nicht mal an das Park Hotel am Alex heran reichen.

Trotz der neuen Plattform in Berlin gewinnt Hamburg hier mit einem ganz knappen Vorsprung von 70 Zentimetern mit seinem Hasselbrack.

Berge Hamburg vs. Berlin 116,2 : 115,5

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