Fahrrad Hamburg vs Berlin

Fahrrad Hamburg

Es schneit heute in Hamburg und ich fahre vermummt durch die Strassen nach Hause. Jeden Tag von Altona nach Eimsbüttel, jeden Tag an der Station Diebsteich vorbei.

Da fiel mir heute auf das in Hamburg erheblich weniger Leute bei Schnee durch die Gegend radeln als in Berlin. Deutlich wenig, heute habe ich zwei gesehen, sonst waren es erheblich mehr. Es drängt sich natürlich die Frage auf warum das so ist. Sind das hier alles Memmen und Schönwetter-Fahrer? Was machen die Memmen wenn der Sprit noch teurer wird? Wieso können die sich alle Monatstickets zusätzlich zum Auto leisten?

Jedes Jahr in Berlin war ich erneut erstaunt wie viele Leute sich trotz saumäßiger Kälte, Schnee und Eis mit dem Rad auf die Strasse wagten. Eiskalt und unerschrocken wird alles zur Seite gebimmelt was sich auch nur ansatzweise Richtung Radweg bewegt, da kennt der Berliner Radler nix, er ist der König, der wahre Held der Strasse.

Da kommt der Hamburg nicht mit, hier fährt man dann Bus oder quält sich mit dem Auto von Ampel zu Ampel, als Fahrradfahrer hat man hier sowieso nicht zu melden, wurde Hamburg vor kurzem zur unfreundlichsten Fahrradstadt Deutschlands gewählt.

Wenn etwas stimmt das diese Wahl. Hier hat man nichts zu melden als Radler, man wird weggehupt, die Fußgänger haben noch nicht gelernt das es Fahrräder gibt und wenn man auch nur leise klingelt wird gemeckert, die Fahrradfahrer sind sowieso immer schuld.

Das war in Berlin anders, hier haben sie die Verkehrsteilnehmer in einem Jahrelangen Prozess aneinander gewöhnt. Die Autofahrer wissen dass Fahrräder existieren, Fußgänger rennen nicht immer wie behinderte Lemminge auf dem Gehweg umher und man kann sehr zügig durch die Stadt fahren.

Man merkt einfach das in Hamburg sehr viele Leute vom Land mit dem Auto unterwegs sind, die haben ein Rad einfach nicht auf dem Schirm, wieso auch, in Puckelmuckeldorf hat jeder ein Auto, Rad fährt man Sonntags zum Brötchenholen.
Hamburg muss hier noch viel, sehr viel lernen und wird beim Thema Fahrrad, Dorfdeppen und intoleranten Fußgängern sei Dank, niemals zu Berlin aufholen können.

Wobei ich nicht sagen will das Berlin die Rad-Stadt in Deutschland ist, das ist Berlin auf gar keinen Fall, aber tägliche dieses Selbstmordkommando-Fahrrad in Berlin ist deutlich besser als in Hamburg. Deutlich.

Fahrrad Hamburg vs. Berlin, ganz klar, 0:500

6 Gedanken zu “Fahrrad Hamburg vs Berlin

  1. äh, hallo?
    wo kommst du nochmal her??? hintersulzhausen, richtig???
    kannst dir ja n auto kaufen!!!!!!!!!!!
    kati
    p.s. so nicht, mein lieber!

  2. ich fühle mich dazu vepflichtet, den blogger ein wenig von seiner Berliner-Fahrradfahrer-sind-die-Könige-der -Strassen Reverie runterzuholen. Neulich fuhr ich gemütlich unter der U1 an der Skalitzer, es hat geregnet und ich komme ungern klatschnass nach Hause an, ja und dann tat sich ein älterer Strassenbewohner samt Tüte voll Pfandflaschen und treuem Hund vor mir auf, schenkte mir keine Beachtung (so weit kein Problem), ich bereitete mich darauf vor, ein höfliches überholmanöver in angemessener Niedriggeschwindigkeit durchzuführen, da Sprang der Strassenbewohner direkt vor mir und versperrte mir mehrere Sekunden lang den Weg. Als ich dann liebevoll darum bat, vorbei fahren zu dürfen, bekam ich einen rotzigen Bürgerpolizistenspruch. Man beachte, der Ubahn-Unterführung ist wahrscheinlich wenn überhaupt schon für Fussgänger gedacht, ist aber so breit, dass beide Spezies durchaus in Harmonie ihr von-A-nach-B Geschäft ausleben dürften.

  3. Ich bin Hamburgerin und ich fahre auch bei Schnee und Regen Fahrrad!Aber hier in Eppendorf gucken sie mich immer ganz doof an, die haben Angst um ihr Gucci-Prada-Chanel-Handtäschchen wenn ich an ihnen vorbeidüse. Nervig. Von daher würde ich Stadtteilbezogen Hamburg auch keinen Punkt geben.
    Lieben Gruß
    Eva

  4. Hi,

    nicht dass ich widersprechen will, aber kannst du mir die Quelle nennen, wo du das mit der „unfreundlichsten Fahrradstadt“ her hast?

    Ich bin selber Hamburger und Radfahrer und kann dem eigentlich nur zustimmen. Mieserabelste Radwege, kein System dahinter, Schlaglöcher, furchtbare Rampen zwischen Querstraßen – und dazu kommen natürlich noch die unfähigen Autofahrer und Fußgänger. Besonders schlimm sind imho Busfahrer.

    Beste Grüße,
    Georg

  5. Heute war übrigens ein schöner Artikel dazu in der Hamburger Morgenpost. Damit wäre meine Frage auch beantwortet: Laut ADFC-Umfragae ist HH die Fahrradunfreundlichste Stadt.

    Ciao,
    Georg

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