Die Sache mit dem Staubsauger und dem #plastikfrei Strohhalm

Wissen Sie noch? Neulich, vor ca zehn(?) Jahren, plante die EU diese Sache mit den stromsparenden Staubsauger.

Was gab das damals für einen Aufschrei in der Presse. Wahnsinn. Irgend jemand in der Politik sagte damals, sinngemäß: „der energiesparsamste Staubsauger ist der Besen. Öfter mal fegen“. Irgendwie sowas in der Art. Der Hinweis mit dem Besen ließ die Presse völlig ausflippen.

Der Witz daran ist, und das geht mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf: das stimmt! Der Typ hatet absolut Recht und alle waren dagegen.

Sparsame Staubsauger sind schön und gut, aber ein Besen braucht halt gar keinen Strom. So simpel, so logisch, so einfach und trotzdem. Politik ist immer wieder faszinierend.

An diese Besen-Staubsauger-Geschichte, dieses Prinzip und die Logik wurde ich gestern erinnert.

Dieses Mal aber nicht in Sachen Staubsauger, sondern in Sachen Plastik und Strohhalm.

Ein Strohhalm aus Plastik

Die Politik macht etwas, was einige ziemlich doof finden, denn es wird überlegt, diverse Einweg-Plastikartikel zu verbieten (sofern man sie ersetzen kann).

Bei einem Kaffeerührstäbchen geht das einfach, da nimmste halt einen aus Holz oder einen normalen Löffel. Zack, weg damit.

In die Liste der Einweg-Plastikartikel fällt auch der Strohhalm. Klingt logisch, dachte ich, denn ein Verbot für den Einweg Strohhalm wird bereits jetzt von mehreren Städten geplant und im Tourismus gibt es zahlreiche Firmen, die komplett auf den Einweg Strohhalm verzichten wollen (Sidenote: Plastikfrei wird bereits heute und in Zukunft vermehrt ein Marketing-Instrument. Die Leute wollen das und sie wollen es besonders im Urlaub im Ausland, denn da sieht man, wie wahnsinnig, unfassbar dreckig die Welt teilweise ist.)

Seitdem ich gesehen habe, wie jemand einer Meeresschildkröte einen langen Strohhalm aus dem Kopf gezogen hat, bin ich auch vollumfänglich für ein Verbot solcher Einweg Plastikartikel.

Allerdings gibt es sehr laute Kritik an diesem Verbot.

Das finde ich erstaunlich. Genau wie damals, beim stromsparenden Staubsauger, ist scheinbar die Welt kurz vorm Untergang (Arg überspitzt gesagt), da es in Zukunft keinen Einweg-Strohhalm mehr gibt.

Zum einen regen sich die Deppen vom rechten Rand auf und nutzen das, um Stimmung und Aufmerksamkeit zu bekommen, weil das machen die immer und solange man gegen die EU schimpfen kann und damit Meinung bekommt, machen die das halt, denn mehr können die nicht. Aber das sind halt Deppen und mit denen muss man nicht diskutieren.

Zum anderen, und das war mir völlig neu, ist ein Strohhalm irgendwie wichtig für Inklusion.

Ich verstehe zwar nicht wieso und warum es ein Einweg Strohhalm aus Plastik anstatt Papier, eine Macaroni oder sonstwas sein muss, aber irgendwas ist da total wichtig.

Leider finde ich den Grund dafür nicht. Ich würde es gerne sehen und verstehen, aber auf Twitter gibt es nur völlig heiß gelaufene Diskussionen zum Thema und mir fehlt die Zeit, um kilometerlanges Zeug zu lesen, dass alle aufgeregt ins Netz geschrien haben.

Warum ist ein Strohhalm wichtig für die Inklusion? Stimmt das oder ist das Quatsch?

1 Gedanke zu “Die Sache mit dem Staubsauger und dem #plastikfrei Strohhalm

  1. (mein Wissen stammt aus ebenjenen Twitter-Unterhaltungen, ist deshalb sicher nicht 100% vollständig):
    Strohhalme als leicht verfügbares (fast überall erhältlich auch unterwegs) Hilfsmittel, dass günstig ist, nicht extra bei der Krankenkasse beantragt werden muss und bei Benutzung nicht stigmatisiert.

    Nötig z. B. wenn man seine Tasse nicht selber halten kann z.B. wegen Muskelzittern, Muskelschwäche. Parkinson wird oft genannt.

    Andere Materialien sind oft weniger geeignet, da z.B Metall nicht biegbar ist und von Menschen, die unwillkürlich zubeißen, nicht ohne weiteres benutzt werden können.

    Inklusionsbefürworter sind normalerweise nicht gegen Plastikverbote an sich, sondern möchten, dass diese Bedenken, die Nicht-Betroffenen häufig einfach nicht bekannt sind, berücksichtigt werden z.B. bei der Suche nach Alternativen. Und Inklusion ist das, weil eben Menschen mit Behinderungen mitbedacht werden sollten.

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