Re:publica 09 Vorbereitung

Nur noch ein paar Tage und ich treffe in Berlin jede Menge Internetspacken fuzzies Menschen Bekannte 140 Zeichen Freunde und Internetfuzzies. Ich freue mich sehr auf Berlin, konnte ich die letzte re:publica aus vollkommen schwachsinnigen Gründen nicht besuchen.

Bevor ich zu so einem Dings wie der re:publica fahre (es kann auch ein Barcamp, Wordcamp oder sonstiger Stuss sein) mache ich mir tatsächlich ein paar Gedanken und nehme mir wilde Dinge vor, die ich sofort wieder vergessen kann. (file under: Klugscheisser-Tipps für Leute, die zum ersten Mal zu so einem Internetringelpiez mit Anfassen gehen)

Ganz wichtig auf so einer Konferenz:

  • Beginne niemals ein Gespräch mit den Worten:
    „Hallo. Ich lese dich“

Danach stirbt das Gespräch sofort einen kalten und harten Konversations-Tod. Du liest mich, aber ich lese dich nicht. Es ist egal, ob du Blogger bist, egal ob Marketinghorst oder Mensch mit Facebook-Profil und neuem „Social-Media Berater“ Titel auf der Karte. Egal ob Frau oder Mann, egal ob Kackbratze oder bloggender Gott. Was soll ich danach zu dir sagen? „Toll?“ „Super, endlich treffe ich jemanden, der den Scheiß auch liest?“

Aber ich freue mich wie ein König, endlich die Menschen hinter all den Geschichten und Tweets kennen zu lernen. Das ist wundervoll. Ohne Konferenzen wie die re:publica würde ich immer noch im stillen Kämmerlein alleine vor mich hin bloggen und keine Sau aus diesem Internetz kennen.

Ein echter Klugscheisser-Tipp:

  • Der Morgenschiss kommt ganz gewiss, auch wenn du auf der Re:publica bist

Die Toiletten sind manchmal in einem Festival-ähnlichem Zustand und ich freue mich schon auf die ersten „Klopapier ist alle“ Tweets. Wenn du in einem Hotel bist – prima, trinke einfach einen starken Kaffee, rauche eine Zigarette ohne Filter, nimm dir bei hastigen Weg zu Toilette noch einen Comic mit und danach kann man ganz entspannt den Tag verbringen ohne die anderen mit Bierpübsen und anderen Ausdünstungen zu belästigen.

Mein kleiner Business-Tipp und von mir jedesmal vergessen:

  • Visitenkarten vor der Heimfahrt sofort wegwerfen

Die sind nur Ballast. Es sei denn, sie sind außergewöhnlich schön (kommt sehr selten vor), du kannst dich noch an die Person erinnern (bei 1000 Teilnehmern eher unwahrscheinlich) oder es ist jemand, bei dem du demnächst arbeiten willst. Dann solltest du sie nicht wegwerfen. Aber sonst? Was soll ich damit? Hier liegen 500 Karten in eine Schublade, gesammelt auf diversen Barcamps, von Leuten, deren Namen, Gesicht und „was machst du so“ ich längst vergessen habe.
Die 10 Leute, mit denen ich in Kontakt bleibe, „treffe“ ich eh online. Sei es Twitter, Facebook, Xing, Flickr, Last.fm, delicios, im Blog oder bei Friendfeed.

Das Beste kommt zum Schluss:

  • Schreib in dein Blog. Nicht auf Twitter

Twitter ist lustig und manchmal ein großer Spaß, aber zur Re:publica ist Twitter unfassbar nutzlos. 1000 aktive Twitternutzer die alle ähnlichen Stuss schreiben? Elend, Hölle, Untergang des Abendlandes. Das liest keine Sau, und niemand wird es wiederfinden.Twitter ist als Konferenzbegleitungstool eigentlich tod.

Schreib lieber was in dein Blog und mach Fotos. Tagge die Artikel und Fotos halbwegs sinnvoll. Wer 300 Tweets schafft, kann auch 20 Blogartikel schreiben. Die liest auch niemand, aber man kann sie später wiederfinden. Tweets werden irgendwann gelöscht. Eigentlich ganz einfach.

Nach drei Tagen Berlin wird mein Kopf platzen mit Dingen, die ich eigentlich gar nicht wissen will, mit Wörtern, die ich bis eben noch nicht kannte, mit Namen, Gesichtern, Geschichten, Gerüchen und Themen. Wundervoll. Eine riesengroße Kindergartengruppe die drei Tage lang zusammen Internet spielt. Das wird ein ganz großer Spaß, ich freue mich auf Berlin und dass, obwohl ich nicht einen einzigen Vortrag kenne. Das tolle Programm zur Re:publica habe ich noch gar nicht erwähnt.

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