Pearl Jam Konzert Hamburg vs. Berlin

Letztes Wochenende war ich in Berlin und hatte das Vergnügen, nach zig Jahren, Pearl Jam wieder live zu sehen. Die langen Haare sind zwar schon lange ab, dieser komische Grunge-Kram ist nur eine verblassende Erinnerung aber die Musik landet doch immer wieder mal im Musikabspielgerät der Wahl.
In Berlin habe ich Pearl Jam zum zweiten Mal live gesehen.
Wie der Zufall es so will, das erste besuchte Pearl Jam Konzert war in Hamburg in der Sporthalle am 4. November 1996. Das wird dann der längste Hamburg – Berlin Vergleich im Blog.

P1010585

Wie gesagt, Pearl Jam in Hamburg, da hatte ich noch ein Auto, war noch im Stahlwerk tätig, wohnte auf dem Land und alles war soweit ganz gut. Mit der Karre mal eben nach Hamburg düsen, kein Plan von nix, unendlich verfahren auf dem Weg zur Sporthalle um dann vier Stunden vor Konzertbeginn dort rumzulungern und auf Pearl Jam zu warten. Das war so aufregend, zusammen mit der damaligen Freundin war ich auf dem Konzert, wir waren glücklich, alles super und so, das Konzert rauschte an uns vorbei, es war laut, voll, schnell, hat gerockt, es wurde gehüpft, geschrien und rumgesprungen sind wir auch. Die Halle war etwas stulle, irgendwie abgeranzt und einfach nur blöde, zumindest in meiner Erinnerung. Zwei Sachen von diesem Abend kommen mir sofort in den Sinn, einmal als damaliges Mädchen Eddie Vedder berührte und für 15 Minuten vollkommen ganz woanders war und das Ende des Konzertes, da haben sie so ein Licht-Ding gemacht. Den ganzen Abend über war alles eher dunkel und spärlich beleuchtet, am Ende erhellten dann riesige Lampen den ganzen Saal, vorne Stand Eddie und lies sich feiern. Das hatte was, zufrieden und glücklich quälten wir uns dann nach Hause, direkt nach dem Konzert ging es wieder zurück mit kurzes im-Auto-Schlafpause auf einem Rastplatz.

P1010596

Ein tolles Konzert. Soweit.

Zehn Jahre später dann in Berlin.
Wochenende, völligst verklickt am Samstagmorgen mit der Bahn von Hamburg nach Berlin düsen, direkt zum Berliner-Lieblingsfrisör fahren und einen sinnigen Haarschnitt verpassen lassen, Tasche und Krams bei der Übernachtungsstelle abliefern, Schlüssel bekommen und schon geht’s los Richtung Wuhlheide. Auf dem Weg noch irgendwelche Fastfood-Verbrechen konsumieren, dabei die kleine Schwester dreimal versetzen und hoffen das sie mich nicht sofort umbringt wenn wir uns treffen. Die Karte zum Konzert habe ich ihr zum Geburtstag geschenkt, sie trifft sich mit Freundinnen und ich hetze, immer zu spät, hinterher.
Mit der Bahn ging es also zur Wuhlheide, zwischendurch gab es SEV und, angesichts dessen, völligst verwirrte Finnische Pearl Jam Fans. Alle waren aufgeregt, es gab jede Menge Langhaarige im Bus und die Schlange am Wuhlheidetor war gar nicht mal so lang. Nach einer Stunde blöd rumstehen wurde Einlass gewährt. Da musste netterweise ein Kunde seine Docs mit Stahlkappe ausziehen, zu gefährlich und bla, der ist dann auf Socken weitergelaufen. Wieder eine Stunde rumsitzen, was trinken, zusehen wie sie die Wuhlheide füllt, noch was trinken, Variationen von Pearl Jam T-Shirts zählen, etwas später feierte sich das Publikum mit diversen Wellen, eine Vorband gab es auch, die hat mich aber nicht wirklich beeindruckt und denn, ja dann gings los.

P1010605

Die Bühne ganz in blau Licht getaucht und schwuppst, da war Pearl Jam.
Die Jungs sind älter geworden, Eddie hat nen kleinen Bart, die anderen haben kurze Haare und nach dieser Frisurerkenntniss legen sie auch gleich los, Link zur Setlist folgt. Netterweise klingt das alles sehr ordentlich, ich freue mir nen Horst, das Publikum an sich auch, alle sind glücklich und froh, es gab später dann drei, vier, fünf, Zugaben (keine Ahnung, ich habe mich vor Aufregung verzählt) und Eddie Vedder betohnte, dass das deutsche Publikum deutlich lauter sei als das Publikum in Italien. Allgemeine Erheiterung in der Runde und schon wird weiter geschrammelt, dann war es auch schon vorbei. Glücklich liessen wir uns in die S-Bahn quetschen und es ging Richtung Ostkreuz.

Ich fand das Konzert super, die Jungs haben tatsächlich Spaß an der Sache. Es wurde rumgeschrammelt, es gab nette Soli, Eddie Vedder wirft fleissig Zeug ins Publikum, bei zwei Songs hatte ich Pippi im Auge, so schön war das, dann wurde gleich weiter geschrammelt und peinlicherweise gab es gleich mehrere Songs die ich noch nie gehört habe.

P1010606

Erkenntniss Nummer Eins an diesem Abend waren die wenigen Feuerzeuge im Publikum, es wird wohl tatsächlich weniger geraucht im Volk. Nummer zwei waren die vielen, vielen Kameras im Publikum. Was da an verwackelten und übersteuerten Mitschnitten zustande kam, ich will es gar nicht sehen, obwohl ich auch zwei, drei Minuten gefilmt habe. Aber die Gewabber kann man keinem zumuten. Ein paar Fotos liegen bei Flickr, Videos gibt es bestimmt bei youtube und wer Lust hat kann sich sowieso das ganze Konzert runterladen.

Ja liebe Kinder, Pearl Jam gehören wohl zu den Guten, auf bootlegs2.pearljam.com kann man sich für ’nen Zehner jedes Konzert der aktuellen Tour kaufen. Wenn das mal kein Service ist.

So. Nun zum Vergleich. Ich fasse mich kurz.
Pearl Jam Konzert Hamburg vs. Berlin 10.000 : 100.000

… Das Konzert in Berlin war einfach schöner. Es war deutlich länger, es gab mehr Songs, der Sound war besser und meine langen Haare hingen nicht ständig im Bild, die sind inzwischen ab.

6 comments

  1. Marc says:

    Ich find mein Video gar nicht so schlecht. ;) Schöne Erinnerung an ein tolles Konzert!
    BTW: Vor zehn Jahren im Hallenstadion, Zürich bin ich ebenso nicht so begeistert gewesen. Gruss aus Winterhude!

  2. Juliane says:

    es war mein erstes konzert von pearl jam und ich fand es sooo geil.
    ich konnt kaum glauben dass es schonwieder so schnell vorbei war.
    und meine videos sind auch gut ^^

  3. Pingback: Testspiel.de
  4. Falk says:

    Das Konzert In Der Wuhlheide war das beste was ich je gsehen habe. War absolut geil!!!! Pearl Jam ist geil.
    Gruß aus dem Erzgebirge! Aue!

  5. Hhm, Du warst also zufrieden, nur warum klingt das so merkwürdig freudlos? Mehr Hurra, der Herr ;-)
    Aber Pipi in den Augen ist ja schonmal ein Anfang.

    Und: Irgendwie war jeder Pearl Jam-Fan zwischen Mittelmeer und Spitzbergen in Berlin letztes Jahr, schön sowas.

  6. svensonsan says:

    Echt?
    Herzlos?

    Das war hammergeiler Scheiss.
    Eddi mit Weinflasche auf der Bühne, rumspringende Menschen, lautes Gekreische und meine Stimme war am nächsten Tag auch weg.
    Vielleicht mehr Ausrufezeichen?
    Das Konzert war super !!!!!!
    Deutlich !!!!
    Auf jeden !!!!
    *kreisch*
    Fast das beste Konzi wo ich je war !!!!!!!!!!!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.