Bahn-Streik Hamburg vs. Berlin

Unabhängig davon, ob ich für oder gegen die Forderungen der Lokführer bin, ich verstehe absolut nicht, wie man einen Streik per Gericht verbieten kann.
Das Nürnberger Arbeitsgericht verbot die Streiks mit der Begründung, dass volkswirtschaftliche Schäden zu erwarten sind.

Was ist das denn für ein Quatsch?
Das ist doch der Witz von einem Streik.

Wie soll das denn sonst ablaufen? Mit Forderungen auf Briefen? Selten habe ich so einen Stuss gehört.
Die Bahn wehrt sich mit allen juristischen mitteln gegen den Streik, die Vorstandsgehälter wurden letztes Jahr um 62% erhöht, jeder wirft mit irgendwelchen Zahlen um sich und eigentlich finde ich es gut, dass sie streiken.

Die Menschen am Hauptbahnhof heute morgen hatten auch eher Verständnis für den Streik.
Man musste schon genau hinsehen, um überhaupt etwas vom Streik zu sehen.
Die Lokführer standen zusammengedrängt an einer S-Bahn rum, mit Transparent und zwei, drei Schildern, drumherum jede Menge Fotografen.

Sofort aufgefallen sind die Massen an Securitymenschen der Bahn. Da wurde jeder Pitbull auf den Bahnsteig gestellt, warum auch immer. Helfen konnten sie den zahlreichen Fragen der S-Bahnfahrer nicht, das überstieg bei einigen sichtbar den geistigen Horizont.

Als dann doch eine S-Bahn Richtung Altona fuhr, bewiesen die Lokführer Humor.
Nach einer halben Stunde warten am Hauptbahnhof fuhr der Zug nur bis Dammtor. Da durften alle wieder aussteigen.

Ich fand das, im Gegensatz zu vielen anderen, relativ witzig und bin dann mit dem ICE nach Altona gefahren.

In Hamburg merkt man es deutlicher, wenn die S-Bahn mal eben nicht fährt und muss riesen Umwege in Kauf nehmen. Das ist zwar in Berlin ähnlich, allerdings gibt es, zumindest im Zentrum, 80 Trilliarden mehr Möglichkeiten das zu umgehen.
Daher, Bahn-Streik Hamburg vs. Berlin 100:400

One comment

  1. blogsgesang says:

    Warum wohl sind so viele verständnisvoll gegenüber den Lokführern, auch wenn der Streik sie selber trifft? Weil es an der Zeit ist, dem Schalten und Walten der Unternehmen etwas entgegen zu setzen. Denn die Arbeitgeber finden gar nichts dabei, Löhne zu drücken – bis unters Existenzminimum und Tarifvereinbarungen auszuhebeln, wenn es ihnen nützt. Nun gibt eine Gewerkschaft einmal Kontra – und gleich wird nach der Justiz gerufen, die natürlich willfährig entscheidet, was ein Herr Mehdorn von ihr verlangt. Mehr.

    http://www.blogsgesang.de/2007/08/08/der-markt-der-lokfuehrer/

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