Alkoholverkausverbot Hamburg vs. Berlin

In Baden-Württemberg gilt seit 1. März 2010 ein Alkoholverkaufsverbot in Tanken, Kiosken und Supermärkten ab 22 Uhr.

Das heisst, dass ich nach 22 Uhr an der Tankstelle, dem Kiosk oder im Supermärkten keinen Sixpack mehr kaufen kann. Klingt komisch, nach drei Sekunden nachdenken finde ich das aber gut, auch wenn es totaler Quatsch ist.

Jetzt kann sich die Oma in Baden-Württemberg wieder etwas sicherer fühlen. Alle anderen interessiert sowas nicht. Oder?

my drunk cat
Bevor mir wieder ein Katzenfreak schreibt – das ist ein Symbolbild. Ausserdem ist es nicht meine Katze.


Hamburg und Berlin
schauen sich die Sache auf dem Dorf Baden-Württemberg an und „prüfen“ dann, ob sie ein Alkoholverkaufsverbot „prüfen“ wollen.

In Hamburg gibt es bereits ein Glasflaschenverkaufsverbot auf dem Kiez. Der Hintergrund war irgendwann der Ruf nach weniger Alkohol für Jugendliche und weniger Gewalt auf der Strasse. Die Regel in Hamburg ist total simpel.
Keine Glasflaschen auf dem Kiez. Gilt am Wochenende, vor Feiertagen glaub ich auch. Also von Freitagabend bis Montagmorgen ab 18 Uhr, könnte aber auch 20 Uhr sein. Oder doch 22 Uhr? Anwohner dürfen Flaschen mitnehmen, aber nur im Rucksack oder sonstigem Gebinde.

Aber ehrlich gesagt sind da alle genauso besoffen wie eh und je. Wen juckt denn so ein Verkaufsverbot? Eben. Niemanden. Was zu kiffen gibt’s auch an jeder Ecke, sogar ohne Verkaufsverbot nach 22 Uhr, das klappt also. Wieso sollte das beim Alkohol anders sein? Den gibt es trotz Verbot ja weiterhin in den ganzen Kneipen und Gaststätten zu kaufen. Merkliche Auswirkungen auf den Promillepegel des Fußvolkes dürfte das also nicht haben.

Das hindert die SPD in Hamburg aber nicht daran, sich mit dem Ruf nach einem „Alkoholverkaufsverbot in ganz Hamburg“ Sympathiepunkte beim Volke zu sichern.

Warum nicht gleich ganztägliches Alkoholverbot für ganz Hamburg? Stoff gibt es dann nur in Kneipen. Das wäre mal was. Das fördert die sozialen Kontakte, muss man doch plötzlich mit dem Wirt reden anstatt alleine auf dem Sofa zu versacken. Das bringt mehr Umsatz, mehr Trinkgeld und kommt insgesamt der Stadt mehr zugute als so ein beklopptes Glasflaschen-Alkoholverkaufsverbot ab 22 Uhr. Das ist so ein Schwachsinn, das gibt es gar nicht.

20 Bier
20 Bier am Vormittag – da weisste wie der Tag wird.

Kann man sich am Wochenende auf dem Kiez gerne ansehen. Am besten nach einem Fußballspiel. Oder Hockey. Oder nach Fußball, Hockey und irgendeinem großen Konzert. Wer das sieht und dann weiterhin glaubt, dass eine fucking Videokamera für weniger Kriminalität sorgt, hat so derbe einen an der Waffel, dass er eigentlich eingewiesen werden muss.

Für Berlin stelle ich mir das auch sehr lustig vor. Da interessiert sowieso niemanden irgendwas, wen stört da ein Alkoholverbot? Haha, lustiger Gedanke. In Berlin dürfen Hunde auch nicht auf die Strasse machen, da sieht man, wie Gesetzestreu der gemeine Berliner ist.

Aber egal. Kannste nix machen. Ausser den Mitbring-Sixpack zu Freunden in Zukunft eben bis um 21:59 Uhr zu kaufen.

Alkoholverbot für Berlin – völliger Schwachsinn, noch bekloppter als in Hamburg, daher gibt das Punkte für Berlin.
Alkoholverkausverbot Hamburg vs. Berlin 0:1

3 comments

  1. archoin says:

    netter Artikel, nur leider gibt es das Glasflaschenverbot auf dem Kiez nicht auf Grund des Alkoholkonsums vor Ort, sondern eher aus folgendem Grund – Zitat Innensenator Ahlhaus:
    „Mit dem Glasflaschenverbot wollen wir die Sicherheit für die Menschen vor Ort noch weiter steigern. Unser Ziel ist es, die Gefahren zu verringern, die durch Glasflaschen entstehen, wenn sie spontan als Waffe eingesetzt werden. Das neue Glasflaschenverbot ist ein weiterer wichtiger Baustein im Maßnahmenpaket für noch mehr Sicherheit auf St. Pauli – neben dem Waffenverbot, den regelmäßigen Kontrollen der Polizei, der erhöhten Polizeipräsenz vor Ort und der Videoüberwachung zur Prävention. Diese Maßnahmen werden wir auch weiterhin konsequent umsetzen, um die Sicherheit von St. Pauli und damit die Attraktivität für die Anwohner und die vielen Gäste aus aller Welt zu gewährleisten.“

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