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Aus der U- und der Bahn, Edition Bremen.

Heute fahre ich ausnahmsweise nach Bremen und Übernachte sogar dort. Von Witzen über Fussball und anderen Hamburg –  Berlin Bremen Differenzen bitte ich abzusehen.

Der Weg nach Bremen war bislang faszinierend.

Nach diversen Alarmen zu Hause und in Kita und Schule versorgten Kindern steige ich ich endlich in den Bus, Richtung Ubahn.

Im Bus sitzt, neben den üblichen Verdächtigen für einen neun Uhr Bus, ein auffallend gut gekleideter, sehr alter Herr. Er klammert sich an seinem Rollator fest und an einer Haltestelle gibt es eine Pause mit ziemlich langer Diskussion zwischen ihm, dem Busfahrer und einer Dame, die sich kümmert.

Der Herr möchte an einer bestimmten Strasse aussteigen, an einem Hotel, in einem hohen Haus. Leider ist seine Beschreibung für niemand im Bus nachvollziehbar und es besteht Handlungsbedarf, denn er fuhr bereits einmal von Endhaltestelle zu Endhaltestelle. Der Bus fährt weiter, der Busfahrer ruft die bullen Polizei während wir fröhlich weiter rätseln, wo es denn ein Hochhaus mit Hotel geben könnte.
Der alte Mann weiß sich zwar zu kleiden, aber seinen Namen, seinen Wohnort und jegliche sonstigen Hinweise hat er leider vergessen.

Ich steige aus und hoffe, dass ihm geholfen wird. Der Busfahrer war super, Applaus für Hamburg. In Berlin würde ein Busfahrer den alten Mann wahrscheinlich bis zur Mumifizierung durch die Gegend fahren.

In der Ubahn dann gleich dreimal Bier trinkende Kunden. Um neun Uhr bereits die Pulle am Hals und das war bei allen dreien sicherlich nicht das erste Bier.

Am Hauptbahnhof dann noch mehr Kundschaft. Irre, wie viele Menschen bei McDonalds im Müll wühlen und die Reste frühstücken. Das hatte ich so gar nicht auf dem Zettel, aber der Mülleimer dort scheint beliebt zu sein.

Sehr beliebt macht man sich am Hauptbahnhof mit einer Zigarette in der Hand. Alle 45 Sekunden stand einer neben mir und versuchte zu schnorren. Applaus für den jungen Mann mit der Sonnenbrille, der immerhin die Brille für die Ansprache abnahm und Blick auf seine doch arg verstrahlten Pupillen ermöglichte. Morgens um neun Uhr.

Im Zug bislang kein Drama. Weder Verspätung noch verwirrte Kegelclubs auf Sitzplatzsuche erheitern meine Fahrt nach Bremen. Abgesehen vom hübschen Hipster-Fräulein, der ich half, Ihren schwachsinnig schweren Koffer in die Ablage zu werfen und die alle paar Minuten Selfies machte, war nix weiter.

(dieses Selfie Ding ist mir ein Rätsel. Mal mit, mal ohne Brille, völlig ungeniert posiert sie vor ihrem Handy und macht Bilder. Zum Glück ohne Selfie stick, was am Vierer-Tisch sicherlich ungemütlich wäre. Ich bin offensichtlich zu alt für so etwas, ich kapiere diesen drang zum minütlichen Selfie nicht)

Oh. Schon in Bremen. Gibt es wieder Netz? Dann ab dafür.

Geschrieben auf dem Handy in der U-Bahn, veröffentlicht mit WordPress für Android

2 comments

  1. opa says:

    …das Beste an Bremen, die Bremer Stadtmusikanten, sonst viel Känguruh, große Sprünge, leerer Beutel…..

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