Sensationelle Kritiken für die erste deutsche WIRED

Ganz großes DiskursDisko im deutschen Internet. Es gibt die erste deutsche Ausgabe der WIRED. Ich habe sie natürlich gekauft und ich finde sie gut. Kann man lesen, das Heft sieht toll aus, ist informativ, behandelt Themen, die so eher nicht im Print auftauchen, und ja, warum nicht? Die deutsche WIRED ist besser als viele andere Zeitschriften am Kiosk. Gratuliere.

Das schöne an der deutschen WIRED ist, dass, wieder mal, plötzlich überall Zeitschrift-Experten aus dem Nichts auftauchen. Das ist sensationell, was da alles geschrieben, diskutiert, analysiert, auseinandergenommen, korrigiert und fabuliert wird.

Unglaublich, dass sich so viele (Online-) Leute sich so intensiv mit einer Zeitschrift beschäftigen. Eine Zeitschrift! Alleine dafür bekommt WIRED meine Anerkennung. Nochmal, ich empfinde das als sensationelle Leistung. Die einen meckern, die anderen loben, weitere bleiben sachlich. Herrlich zu lesen, wie sich meine im Laufe der Jahre gebildete Meinung über die unterschiedlichen Chraktere teilweise bestätigt.

Eine kleine, persönliche Auswahl an Meinungen zur ersten deutschen WIRED.

… Kunst? Visionen? Es gab viele Optionen. Am Ende aber muss jemand gesagt haben: Schluss damit, wir machen das, was sich verkauft. Sex. Drogen, Autos. Und unseren Lesern – den technikaffinen Geeks – soll Deutschland gehören. Darunter machen wir es nicht, denn was die Bild kann, können wir auch …
Don Alphonso – Wired oder Das wäre nicht nötig gewesen, spannende Kommentare dort.

… die Mutlosigkeit der Agenda, die Fokussierung auf Personenberichterstattung, die Gefälligkeit der Themenauswahl und die geringe Tiefe der Artikel fällt es schwer, sich nicht eine Marketingabteilung vorzustellen, die statt einer Redaktion das Heft macht …
mspro – wired_de

… inhaltlich kann man gegen die deutsche wired wirklich (fast) nichts sagen. solide, gar nicht mal langweilige journalistische kost, nichts worüber man sich aufregen müsste, aber auch nichts was einen grossartig bewegt …
wirres.net – vanity fair deutschland, zweiter versuch.

… Jetzt tun gerade alle ganz aufgeregt, weil sie die GQ nicht mögen oder sich nicht in der Zielgruppe wähnen und Wired böse ist, weil sie die Pilot-Ausgabe an die GQ koppeln. Seit wann herrscht denn Lesezwang? Wer möchte, kann die GQ als Beilage der Wired sehen und sie geniert oder angewidert in den Papiermüll befördern. Ich kaufe mir übrigens die GQ öfter mal, weil sie nämlich, wie die meisten Frauenzeitschriften auch, ganz toll ist, wenn man mal einfach nur blättern will und nicht so viel tiefschürfenden Text lesen mag, also z.B. nach einem langen Tag im Flieger oder in der Bahn …
Lumma.de – Wired: lange gewartet, keine Überraschung

… Ich habe „Wired“ immer gehasst. Spätestens mit 40+ fühlt man sich diskriminiert und ausgegrenzt. Die optische Aufmachung so übersichtlich wie eine Ikea-Anleitung, jede Seite so lesbar wie ein Monty-Python -Zeichentrickfilm, der in 6-Punkt-Schrift mit Homers Odyssee untertitelt wird. In Altgriechisch …
off-the-record.de – Blattkritik: “Wired” und die spießigen Geeks.

… Das Papier super, die Bilder zu dunkel, die Inhalte ganz okay, Glückwunsch an die Redaktion — und doch muss ich noch etwas zur deutschen “Wired” loswerden. Gleich mehrfach sehen Werbeanzeigen so aus wie der eigentliche Inhalt des Hefts. Muss das so jetzt so sein? …
olereissmann.de – “Wired” den Anfängen

… Für die Inhalte hat das Team deutsche Vordenker der Internet- und Technikszene porträtiert. Ein Fokus auf die aktive Technikgesellschaft in Deutschland, die leider noch immer zu sehr im Untergrund stattfindet …
www.basicthinking.de – Deutsche “Wired” liegt am Kiosk. Liest sich gut. Kauft sie!

… Endlich ein deutsches “Wired”! Das internationale Kampfblatt der Digitalkultur, Debattentreiber und Vorreiter einer affirmativen Berichterstattung über Technologie, kommt nach Deutschland. Ausgabe eins ist opulent, unterhaltsam, abwechslungsreich – aber auch ein bisschen angestrengt …
spiegel.de – Fühlt sich gut an, strengt sich sehr an

… Das neue Magazin ist aber auch wieder einmal ein Beleg dafür, dass es in Deutschland offenbar zu jeder Zeit rund ein Dutzend sehr guter und frei verfügbarer Journalisten gibt, die ein Heft in zehn Wochen entwickeln – gemeinsam mit erstklassigen Art Directors wie Marcus Rindermann. Ihm und seinem Team wird das Verdienst zukommen, dass die iPad-App zum Heft selbst Papierfetischisten mehr als Respekt, nämlich: Zweifel abnötigen wird. Zweifel an Print …
taz.de – Nett, bunt und ohne Konkurrenz

… Im Zentrum des 130-Seiten-Heftes stehen genau diese Menschen, die durch ihr großes Interesse an wissenschaftlichen und visionären Themen auffallen. Auf 30 Seiten werden Personen vorgestellt, für die „,German Angst‘ kein Bestandteil der DNA unserer Gesellschaft ist“, wie es Knüwer formuliert …
tagesspiegel.de – Geeks lieben Speiseeis

… Das Heft ist spannend – und respektabel: 130 Seiten, die einen klaren thematischen Fokus haben (das Web, das Web, und nochmals das Web). Innerhalb dieses Kosmos wird aber eine Vielfalt geboten, für die im klassischen Print-Journalismus der Platz und vor allem das Gespür fehlt …
Wild, wilder, Wired

… Heute ist es soweit: Thomas Knüwer betätigt sich als moderner Martin Luther hervor und übersetzt die amerikanische Nerd-Bibel WIRED endlich ins deutsche …
netzfeuilleton.de -WIRED – Die interaktive Blattkritik, mit einem dieser “interaktiven” Videos.

… Ein erstes Fazit: Die erste deutsche “Wired” ist ein Blatt, das sich durchaus für eine Fortsetzung empfiehlt – die Nische ist jedenfalls vorhanden …
wuv.de – Blattkritik “Wired”: Sind so bunte Bilder hier.

… Nun liegt das Urteil bei Ihnen, den Lesern. Hier im Blog, per Mail und in einer Flut von Tweets haben Sie uns über diese Wochen hinweg viele Anregungen gegeben – und klar gesagt, wenn Ihnen etwas passt oder nicht passt. Dafür herzlichen Dank! …
wired.de – 3, 2, 1… Los!, mit sehr vielen Kommentaren.

… Die Info-Grafiken zu Beginn des Magazins sind optisch herausragend, ebenso Bilder-Strecken, die uns u.a. einen Darth Vader im Urlaub präsentieren, oder Deutschland nach dem Atom-Ausstieg. Es gibt eine Art Wimmelbild zum Oktoberfest (Maßterplan) und noch ganz viele feine kleine Ideen …
meedia.de – Wired: hübsch, bunt und ein wenig mutlos.

… Etwas anders als üblich kommt die Werbung im Heft daher: Gleich mehrere Anzeigen sind mit QR-Codes für weitere Infos versehen, ein vierseitiges Advertorial von BMW ist leider nicht für jeden Leser mühelos als Werbung zu erkennen …
turi2.de – heute2: Deutsche “Wired” verlangt zum Start nach mehr “Geeks”

… „Nun leben wir im Zeitalter der ultimativen Vernetzung – aber Deutschland will sich und seine Bürger isolieren“, kritisiert der Wired-Chefredakteur. Dafür leisten wir uns monatelang eine Datenschutzdebatte über Gefällt mir-Button und der Ablichtung von Straßenzügen …
gunnarsohn.wordpress.com – Wired-Deutschlandpremiere gelungen!

… Knüwer und seine Redaktion knüpfen an eine Grundidee an, die 1991 in den USA ihren Anfang nahm. Damals entwarfen Louis Rossetto und Jane Metcalfe die Wired …
wissen.dradio.de – Wired auf Deutsch. Auch zum Hören. Empfehlenswert.

… Die deutsche digitale Erstausgabe der WIRED macht Spaß. Chefredakteur Thomas Knüwer und sein Team haben dem Leser ein gutes Ergebnis abgeliefert …
www.michaelfriedrichs.de – APPgecheckt: Die deutsche WIRED iPad-App im Test – tolle Bilder, wenig Text. Feedback zur WIRED-App.

… Netzpolitik gilt als Männerdomäne, Fehltritte als Frau drohen auf alle Frauen zurückzufallen, statt Engagement gegen sexistische Angriffe glänzt die Netzszene vor allem durch Abwehrhaltung. So schließt sich wieder einmal der Kreis …
maedchenmannschaft.net – Frauen unerwünscht? Der Wirbel um die deutsche Wired als Netzpolitik-Analogie.

… There are plenty of women who enjoy reading men’s magazines (and the other way around), but the decision to bundle Wired with a magazine geared specifically towards the male demographic sends a very clear message to women: “You are not our target market, and are not a part of the discussion.” …
liron.de – Why I’m not buying Wired today

Ich habe auch einen bescheidenen Wunsch für die nächste deutsche WIRED.

Ich wünsche mir für die nächste Ausgabe ein paar Anleihen aus meinem lieblingsthema Videospielkultur. Es gibt diesbezüglich in Deutschland diverse Lücken zu füllen.

… Videospiele sind auf den Weg in die Mitte der Gesellschaft … Je mehr mehr Menschen Videospiele zu einem Teil ihres Lebens machen, desto größer sollte die Relevanz und Deutungsmacht der Journalisten sein, die über dieses Medium berichten.
In Deutschland ist das Gegenteil ist der Fall. Die etablierte Spielekritik nimmt ihren Vertretungsanspruch nicht wahr. Zum gesellschaftlichen Diskurs über das Medium hat sie wenig beizutragen …
kaliban.de – Zum Zustand der deutschen Spielekritik und kaliban.de – Spielekritikdebatte: Nachlese

Danke für das Heft. Das habt ihr toll gemacht.

Disclosure: Ich kenne einige Autoren der WIRED.

p.s. Ich finde die erstmalig gekauft QC jetzt auch nicht so schlimm. Viel Werbung, klar, aber die Werbung sieht gut aus. Das ist alles high glossy pop bis der Arzt kommt. Kann man mal durchblättern, manchmal ist so etwas toll.

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