Hamburg Gartenschau Preise

Aktuell ärgert sich mein Facebook über die Hamburg Gartenschau und ihre Preise für den Eintritt.
Das war heute auch im Abendblatt im Artikel Wenig Besucher bei der Gartenschau Thema. Dort sprechen die Spezialexperten und sagen so realitätsferne Sachen wie:

Dass die von vielen Besuchern als teuer empfundenen 21 Euro Eintritt dem kalkulierten Ziel in Wege stehen könnten, glaubt der igs-Sprecher nicht.

Doch Meister, genau daran liegt es. Ihr seid dramatisch zu teuer und wenn ihr das nicht wisst, macht ihr etwas elementar falsch.

Die Kritik an der Preispolitik oder fehlenden Familientickets werde zumindest vorerst nicht dazu führen, mehr Besucher durch Vergünstigungen zu locken. “Die Preise wurden von unserem Aufsichtsrat beschlossen.

Und hier muss ich lachen. Der Aufsichtsrat hat beschlossen bedeutet hier meiner Meinung nach “wir wissen wie Scheiße die Preise sind und das sich Familien das nicht leisten können, aber wir sagen einfach, dass der Aufsichtsrat Schuld ist”. Das funktioniert immer in Deutschland. Irgendjemand hat Schuld und gut ist.

Nur mal so als Tipp, aus dem Internet, von einem Familienvater, der es sich leisten kann die Gartenschau zu besuchen, es aber nicht macht, da die Familie nicht über 100 € für einen Nachmittag ausgeben wird um Pflanzen anzuschauen, etwas zu essen und einen oder zwei der fünf Spielplätze zu besuchen.

Macht sofort ein Familienticket für maximal 25 €, sonst wird das nix.

Eure Preise sind Thema, ihr wisst das, ihr seht das hoffentlich in eurer Statistik, wenn nicht, helfe ich gerne nach, denn genau das wollen die Leute über die Gartenschau Hamburg wissen:

Hamburg Gartenschau Preise in Google

Die Leute suchen nach den PREISEN!
Überraschung!
Und sie machen das zu Recht, denn ihr seid mit der Gartenschau teurer als Hagenbeks Tierpark. Das muss man erstmal schaffen.

Eure Preisgestaltung ist wirklich sensationell bescheuert. Wenn ich mir die Eintrittskarten für die Gartenschau durchlese, wundere ich mich nicht mehr. Es gibt keine Familienkarten, aber ermässigte Karten für 17€, wie soll sich das jemand mit Hartz4 leisten? Bekloppt. Dauerkarten kann ich nicht an der Kasse kaufen, die werden postalisch zugestellt? Warum? Und ihr belügt euch doch selbst, wenn ihr sagt:

Bei der Festlegung des Eintrittspreises orientierte sich der igs-Aufsichtsrat an den Preisen der Bundesgartenschau 2011 in Koblenz.

Quelle: Der hohe Preis der Freizeit in Hamburg

In Koblenz war die Seilbahn im Preis inbegriffen.
In Koblenz zahlten Jugendliche nur fünf anstatt sechs Euro.
In Koblenz gab es die Dauerkarten gleich vor Ort.
In Koblenz galt die Abendkarte bereits ab 17:30 Uhr.
In Koblenz war ein Bus-Shuttle inbegriffen.

Orientiert euch doch mal daran, das wäre mal was, denn in Hamburg sieht das so aus:

Eintritt 21 EURO
plus HVV 5,80 EURO
plus Gartenbahn 7,50 EURO
sind dann 34,50 EURO

Falls ihr es immer noch nicht verstanden haben solltet:Ihr seid zu teuer.

Eine Familie will auch etwas essen. Pommes, Gulasch, Bratwurst, Nudeln mit Tomatensoße, was man eben so isst, wenn man mit Kids unterwegs ist.

Ihr seid so schlau und veröffentlicht keine Preise der Gastronomie (bzw. nur Preise für Gruppen), mit gutem Grund.

Wenn ein Teller Kartoffeln mit Gulasch über 16 Euro, Nudeln mit Tomatensoße 10,50 Euro und eine Flasche Apfelschorle etwa 3,50 Euro kostet, dann würde ich auch lieber die Klappe halten und niemanden davon erzählen.

Nachtrag. Ein Franzbrötchen kostet auf der IGS unglaubliche DREI EURO. Das steigt doch jeder Hanseat aus, oder? Machen wir uns nix vor: Drei Euro für ein Franzbrötchen ist lächerlich. Quelle: Geranien! Geranien! Geranien!

Egal welche weiteren Details ich mir ansehe, das ist alles völlig im Arsch. Wenn ich die Tickets online bestelle, bezahle ich “1,20 € Service Pauschale”. Was soll das? Wofür ist die? Warum ist das online nicht preiswerter als am Schalter? Sensationell auch, dass eure AGB den Stand 01.07.2013 haben. Die sind aus der Zukunft.

Und warum alle Hamburger Behördenmitarbeiter einem Tag umsonst das Gelände besuchen können, ist ein Geheimnis, oder?

Lesenswerter Volksmund zum Thema bei der Mopo, da regen sich 99% der Kommentatoren über die Preise auf. Da gehts ab auf
Warum ist die Gartenschau so teuer?
Tausende Besucher strömen zur Internationalen Gartenschau (igs)
Frau Blankau, warum ist die Gartenschau so teuer?

So macht das keinen Spaß.

Ich werde zur Gartenschau gehen, allerdings ohne Familie.
Ob ich sie, wie ich eigentlich wollte, mehrmals besuche, weiß ich noch nicht.

Sicher ist aber: Mit zwei Kindern, die das sowieso nicht wirklich spannend finden, ist das viel zu teuer und verschwendete Zeit. Einer Familie kann man aktuell von einem Besuch der Gartenschau nur abraten.

Einen Tipp habe ich noch: Mit dem Schiff zur Internationalen Gartenschau in Hamburg.

Nachtrag: Billiger auf die IGS kommen mit diesem Trick:

Mitlgied im Skateboard E.V werden, kostet 20 € im Jahr, dann als Mitglied eine Jahreskarte für 28 € für die IGS zahlen. Macht 48 € für das ganze Jahr IGS. Musst Dir halt nur ‘nen Skateboard unter den Arm klemmen oder Rollschuhe.

Quelle: Geranien! Geranien! Geranien!

22 Kommentare

  1. marko sagt:

    Der Aufsichtsrat hat’s beschlossen ist eine wirklich dämliche Argumentation. Und, ja, das ist teuer.

    Trotzdem finde ich Deine Aufregung übertrieben. U.a. weil mir die Orientierung an den Preisen der BuGa Koblenz durchaus ersichtlich scheint und Du Dich hier meiner Meinung nach an Nebenschauplätzen lächerlich machst (z.B. „gibt es die Dauerkarte vor Ort“).

  2. Dauerkarte vor Ort ist ein kleines, kaputtes Detail. Eine unpraktische Kopfgeburt, die niemandem hilft. Ich will die Karte vor Ort, sofort, kaufen und auch in die Hand nehmen. Völlig unnötig, das auf dem Postweg zu machen.

    Darum habe ich das mit reingenommen, als weiteres unpraktisches Beispiel.

  3. Danke.

    Außerdem sind solche Gärten sowieso erst nach einigen Jahren so richtig schön, wenn alles gewachsen ist.
    Wie zum Beispiel der Britzer Garten in Berlin ;-)

  4. Ich gehe mal davon aus, dass es bereits jetzt schön ist. Die geben sich Mühe auf der Gartenschau. Gerade darum ist es so schade, all die Arbeit und niemand geht hin und schaut sich das an.

  5. Kiki sagt:

    Bei Hagenbeck habe ich neulich auch geschluckt: 20€ für den Park, wer ins Troparium will zahlt noch mal extra (ich hab’s mir geschenkt). ABER: Bei Hagenbeck sehe ich, wo das Geld hingeht. Ich sehe einen gepflegten Tierpark mit – den Umständen entsprechend – wohl aussehenden, gut genährten und nicht neurotisch wirkenden Tieren. Klar, jeder Zoo ist in gewisser Hinsicht Quälerei, aber wer in den 80ern mal in München im Zoo war, weiß, das geht auch deutlich abartiger als bei Hagenbeck, die bei manchen Dingen wirklich positive Maßstäbe gesetzt haben.

    Die Gartenschau werde ich mit einem Feierabendticket besichtigen; länger als drei Stunden kann ich eh nicht im Kreis gehen und Blumen gucken.

    Und die Besucherzahlen werden dort sicher nach oben schnellen, wenn das Wetter besser wird. Dann werden die hämischen Kommentare der Macher kommen: siehst, an den Preisen hat’s nicht gelegen. #seufz

  6. Sandra sagt:

    Habe gerade mal unseren Besuch mit Vater, Mutter und 2 Kindern (4,13) sowie Oma und Opa (leider gesund) durchgerechnet:
    – Eintritt 4 Erwachsenen (je 21 Euro), 1 Kind (6 Euro), 1 Kind (frei) = 90 Euro
    – Hin- und Rückreise Schiff 4 Erwachsenen (je 15 Euro), 1 Kind (13 Euro), 1 Kind (frei) = 73 Euro
    – Gartenbahn 4 Erwachsenen (je 7,50 Euro), 1 Kind (2,50 Euro), 1 Kind (frei) = 32,50 Euro
    – Gulasch (6x16Euro) und Apfelschorle (6×3,50) für alle = 117 Euro

    Gesamtsumme: 312,50

    Ich bin sprachlos und werde wohl besser ins Alte Land zur Apfelblüte fahren :/

  7. Anne sagt:

    Am Düsseldorfer Flughafen kann man mit einem Kurzstreckenticket total schön mit dem SkyTrain fahren, wenn man günstig sitzt, kann man dabei sogar Kaninchen gucken.

    Alternativ schlage ich eine Fahrt mit der Wuppertaler Schwebebahn vor, auch günstiger als 7 Euro und ebenfalls mit hübscher Szenerie.

    Mit anderen Worten: WTF?

  8. Kiki sagt:

    @Sandra, Oma und Opa kommen als Rentner ermässigt rein (je 17 statt 21 EUR), was den Kohl aber auch nicht fett macht.

  9. Andi sagt:

    Wir haben während der BUGA-Zeit in Koblenz gewohnt – und hatten ein Dauerticket. DAS hat sich gelohnt – auch wegen der inbegriffenen Seilbahn. Und ich weiß, dass der dortige Chef der BUGA immer und immer wieder vor der Presse betont hat, dass die Preise so hoch sind, eben WEIL das Seilbahn-Ticket mit drinnen ist. Denn auch dort gab es deutliche Irritationen wegen der Eintrittspreise.
    Weil wir überleben, wieder eine Gartenschau anzuschauen, (und auch geschluckt haben, angesichts der Preise in Hamburg), habe ich bei Recherchen entdeckt, dass die Gartenschau-Macher wohl davon ausgehen, dass die absolute Mehrheit der Besucher aus bis zu 70 km Entfernung kommt. Anscheinend schätzend die Veranstalter der IGS also die Kaufkraft in der Region so ein. WIR werden noch überlegen, ob wir kommen sollen. Sehr schade.

  10. Andi sagt:

    …und ein Veranstaltungsprogramm mit Sport, Musik und Pflanzenberatung (etc.) gab es in Koblenz auch. Und das war auch im Preis inbegriffen. Nur so viel dazu, weil die Veranstalter von Hamburg sagen, dies Programm sei ja in Hamburg inbegriffen, im Gegensatz zu Koblenz.

  11. Andi sagt:

    Es ist ein Marketingkonzept der LAGA Prenzlau. Ich musste noch einmal nachschauen und bitte um Entschuldigung – hab geschludert mit Zahlen und Fakten. Aber da ich nicht viel in die Hände bekommen habe, hatte ich das so im Kopf.
    Also Zitat: “Eine Landesgartenschau wird meist als Tagesausflug vom Wohnort aus besucht (ca. 90 % der auswärtigen Besucher).”

    Es ist die Rede von 50 km Umkreis bzw 100 km Umkreis. Ich glaube nicht, dass sich das sooo sehr von den Bugas (oder den IGSen) unterscheidet, jendenfalls ist das auch meine Erfahrung mit den Besuchern auf der BUGA Koblenz. Falls Du mehr herausfindest, ich bin sehr interessiert.

    Hier der Link: http://www.laga-prenzlau2013.de/wp-content/uploads/2011-03-24-Marketingkonzept_doppel.pdf

  12. Ich finde ja, dass die Leute aus den besseren Stadtteil ruhig tiefer in die Tasche greifen sollten. Sie interessieren sich ja auch sonst kaum für Familienpolitik, Natur oder Kinderevents.

    Allerdings sollte man den Besuch von Usergroups teurer machen, damit die auch was zurückbekommen.

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