Aus der U- und der Bahn, Edition Bremen.

2

Heute fahre ich ausnahmsweise nach Bremen und Übernachte sogar dort. Von Witzen über Fussball und anderen Hamburg –  Berlin Bremen Differenzen bitte ich abzusehen.

Der Weg nach Bremen war bislang faszinierend.

Nach diversen Alarmen zu Hause und in Kita und Schule versorgten Kindern steige ich ich endlich in den Bus, Richtung Ubahn.

Im Bus sitzt, neben den üblichen Verdächtigen für einen neun Uhr Bus, ein auffallend gut gekleideter, sehr alter Herr. Er klammert sich an seinem Rollator fest und an einer Haltestelle gibt es eine Pause mit ziemlich langer Diskussion zwischen ihm, dem Busfahrer und einer Dame, die sich kümmert.

Der Herr möchte an einer bestimmten Strasse aussteigen, an einem Hotel, in einem hohen Haus. Leider ist seine Beschreibung für niemand im Bus nachvollziehbar und es besteht Handlungsbedarf, denn er fuhr bereits einmal von Endhaltestelle zu Endhaltestelle. Der Bus fährt weiter, der Busfahrer ruft die bullen Polizei während wir fröhlich weiter rätseln, wo es denn ein Hochhaus mit Hotel geben könnte.
Der alte Mann weiß sich zwar zu kleiden, aber seinen Namen, seinen Wohnort und jegliche sonstigen Hinweise hat er leider vergessen.

Ich steige aus und hoffe, dass ihm geholfen wird. Der Busfahrer war super, Applaus für Hamburg. In Berlin würde ein Busfahrer den alten Mann wahrscheinlich bis zur Mumifizierung durch die Gegend fahren.

In der Ubahn dann gleich dreimal Bier trinkende Kunden. Um neun Uhr bereits die Pulle am Hals und das war bei allen dreien sicherlich nicht das erste Bier.

Am Hauptbahnhof dann noch mehr Kundschaft. Irre, wie viele Menschen bei McDonalds im Müll wühlen und die Reste frühstücken. Das hatte ich so gar nicht auf dem Zettel, aber der Mülleimer dort scheint beliebt zu sein.

Sehr beliebt macht man sich am Hauptbahnhof mit einer Zigarette in der Hand. Alle 45 Sekunden stand einer neben mir und versuchte zu schnorren. Applaus für den jungen Mann mit der Sonnenbrille, der immerhin die Brille für die Ansprache abnahm und Blick auf seine doch arg verstrahlten Pupillen ermöglichte. Morgens um neun Uhr.

Im Zug bislang kein Drama. Weder Verspätung noch verwirrte Kegelclubs auf Sitzplatzsuche erheitern meine Fahrt nach Bremen. Abgesehen vom hübschen Hipster-Fräulein, der ich half, Ihren schwachsinnig schweren Koffer in die Ablage zu werfen und die alle paar Minuten Selfies machte, war nix weiter.

(dieses Selfie Ding ist mir ein Rätsel. Mal mit, mal ohne Brille, völlig ungeniert posiert sie vor ihrem Handy und macht Bilder. Zum Glück ohne Selfie stick, was am Vierer-Tisch sicherlich ungemütlich wäre. Ich bin offensichtlich zu alt für so etwas, ich kapiere diesen drang zum minütlichen Selfie nicht)

Oh. Schon in Bremen. Gibt es wieder Netz? Dann ab dafür.

Geschrieben auf dem Handy in der U-Bahn, veröffentlicht mit WordPress für Android

Aus der ubahn

1

Liebes Tagebuch

Ich stehe in der S-Bahn und steige gleich in die Ubahn. Mein Internet habe ich leer gelesen, darum schreibe ich dir.
Gleich kommt die SUPERKRASSVERSTOPFTE Treppe am Jungfernstieg.

Die Treppe zwischen S-Bahn und U1. Falls Sie einen Ort suchen, um an jeglicher Intelligenz der Menschheit zu zweifeln – diese Treppe ist dafür perfekt.

Wenn oben eine Ubahn kommt, besser sogar noch zwei Ubahnen, und unten eine S-Bahn, dann ist die Treppe voll mit Menschenmassen. Die eine Masse will nach oben, die andere Masse will nach unten.
Da wird es spannend, denn in solchen Momenten sind viele Menschen am LIMIT. Brüllende Vollpfosten, fluchende Omas, schreiende Kinder und kichernde Japaner, da ist alles dabei, alle schieben sich ineinander und aneinander vorbei und fast jeder denkt nur an sich selbst.
Jedesmal ein großer Spaß, ich kann diese Treppe zur Hauptverkehrszeit nur empfehlen, als Fahrradfahrender Hipster verpassen sie eine Sternstunde der Menschheit im fünf Minuten Takt.

Dinge an denen ich heute gescheitert bin.

Eine Geschäftsreise buchen.
Ich kann dazu keine Details bloggen, immerhin arbeite ich in einem Reisebüro für Geschäftsreisen, aber ich war ernsthaft kurz vorm Wahnsinn. Ich würde mich als Internetaffinen Menschen bezeichnen und trotzdem habe ich STUNDEN gebraucht, um ZEHN Formularfelder in einem Tool auszufüllen. Dazu noch ein Excel, es war sensationell. Ein Traum. Herrlich.

Danach dann WordPress.

Mal eben das Multisite von Subdomain auf Subdirectory umstellen und alles lüppt? Jetzt kann ich das, ist allerdings auch ziemlich einfach. Verstehe nicht, warum WordPress darum so ein Bohei macht. Falls ich das nochmal machen muss: das hilft. http://wordpress.stackexchange.com/questions/76913/moving-a-wp-multisite-to-a-subdirectory

Was an WordPress weiterhin desaströs nervt: die Nutzerverwaltung. Kann das mal jemand hübsch machen? Was für ein Nerv. Ich überlege ernsthaft, ob ich mir das beibringen und diesen Mist selbst repariere oder ein Plugin schreibe. Scheint ja nicht so schwer zu sein, Angesicht der vielen Schrott-Plugins da draußen.

Viel besser waren die Telefonate mit den Kindern. Jedesmal eine Freude, wenn der kleine anruft.

Telefonate mit Kind 2 laufen oft wie folgt ab.
#düdeldidüdeldidööö #mudeldimudeldimöö
*Kopfhörer abnehmen, Telefon in die Hand nehmen # klick
“Hallo”
“(lautstärke: Brüll) HALLO? PAPA. TSCHÜÜÜÜSS”
#klickaufleggeräusch

Manchmal rede ich dann noch ein wenig mit mir selbst, damit es für die Kollegen nicht ganz so bescheuert aussieht. “Hallo. Ja. Ich auch. Bis später. Tschüß” #tutsoalsoberauflegt
Wobei ich mir jetzt gerade unsicher bin, was bescheuerter wirkt, aber egal.

Ansonsten, liebes Tagebuch, Sport ist ein Desaster. Ich spüre noch alles von gestern Abend.
So anstrengend, so demütigend, ich bin so unbeweglich, es ist sensationell scheiße. Diese Rücken Gruppe ist toll, sehr nette Leute, der Sport an sich ist auch super, eine sehr gute Trainerin, sie macht so ein Gymnastik Ding, so eine Art intensives Aufwärmen mit einmal Dehnen von oben bis unten und etwas Muskelaufbau. Gut, dass ich inzwischen dahin gehe, schlimm, dass ich mich dabei im Spiegel sehe und mich frage, was aus dem Badminton Spieler geworden ist, der früher so fit und schnell war. Es ist so demütigend.

Jetzt eine Unterbrechung im Trott.
Die U1 endet in farmsen. Alle aussteigen und gegenüber wieder einsteigen. Die Pendler machen das ohne jeden Kommentar, das passiert alle paar Tage mal, nur die Ubahn Laien stöhnen auf und beschweren sich.

Lobend erwähnen muss ich die Oma in der Bahn. Modell “können Sie das Fenster da hinten zu machen? Ja dass Fenster in 30 Meter Entfernung, es zieht!”. Ich muss sie deswegen Lobend erwähnen, denn sie hat das diesmal selbst gemacht. Laut stampfte sie durch die Bahn und knallte mit unerwarteter Energie die Fenster und sogar die Türen zu, stampfte zurück und stöhnte, weil war ja anstrengend und die Welt und alles.

Vielleicht sollte ich auch mehr stöhnen?
Ah. Meiendorfer Weg.
Bitte alle aussteigen.

Geschrieben auf dem Handy in der U-Bahn, veröffentlicht mit WordPress für Android